Münster: Italienischer Sieg im Parcours, Wiederholungstäterin Kathleen Keller

Höhepunkt im Springparcours beim K+K Cup Münster war heute die erste Qualifikation für den Großen Preis, ein S***-Springen mit Stechen. Auf dem Viereck gab es eine weitere goldene Schleife für Kathleen Keller und mehr.

Michael Christofoletti war der große Sieger heute im Springparcours der Halle Münsterland. Im Sattel des neunjährigen Balou du Rouet-Sohnes Belony lieferte der für den RFV Greven startende Italiener eine von nur drei fehlerfreien Runden, die zudem mit 35,62 Sekunden auch die absolut schnellste war. Zweiter wurde Alexander Kernebeck auf der zehnjährigen Westfalenstute Mary Lou v. Montender (0/36,11). Dritter wurde Stephan Gardener auf der zwölfjährigen, ebenfalls westfälisch gebrannten Carina v. Cornet Obolensky (0/39,05).

DRESSUR

Die internationalen Dressurprüfungen begannen heute mit dem Prix St. Georges für sieben- bis neunjährige Pferde. Hier triumphierte am Ende Beatrice Buchwald mit dem gekörten Westfalen Den Haag v. Diamond Hit-Florestan. 2014 war der heute Achtjährige Teilnehmer an den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gewesen, wo er über das kleine Finale ins große Finale gekommen war. Jetzt hat er es in die schwere Klasse geschafft, wie er heute unter Beweis stellte. 74,81 Prozent lautete das Ergebnis für ihn.

Zweiter wurde der aktuell Viertplatzierte des Nürnberger Burg-Pokalfinales, der Trakehner Heuberger v. Imperio unter Anabel Balkenhol (73,947). Helen Langehanenberg, die in Münster erstmals nach der Geburt ihrer Tochter im vergangenen Jahr wieder auf dem Turnier ist, platzierte den mächtigen, dabei aber sehr schwungvoll und dynamisch agierenden KWPN-Wallach Suppenkasper v. Spielberg auf Platz drei (71,974).

Zwei hoch dekorierte Bundeschampions waren in dieser Prüfung am Start. Zum einen war das die jetzt neunjährige Westfalen Stute Damon’s Delorange v. Damon Hill, die damals noch unter Helen Langehanenberg mit einer 9,8 Bundeschampionesse der fünfjährigen Dressurpferde wurde und hier von der Besitzer-Tochter Jil-Marielle Becks nach langer Verletzungspause wieder präsentiert wurde. Wobei sie vorher schon ländlich unterwegs und S-siegreich gewesen war. Heute wurde es nichts mit der gelben Schleife. Mit 66,053 Prozent war das Paar nicht mehr platziert.

Der zweite, sogar zweifache Bundeschampion heute im Viereck des Prix St. Georges von Münster war der siebenjährige westfälische Hengst Escolar v. Estobar. Drei- und vierjährig hatte der Braune absolute Höchstnoten für seine Grundgangarten auf dem Reitpferdeviereck von Warendorf bekommen. Die spektakulären Bewegungen hat Reitmeister Hubertus Schmidt, der das Talent ausbildet noch veredeln können. Aber leider konnte der Hengst sich mit der Halle in Münster so gar nicht anfreunden. Schon bei der Grußaufstellung machte er kehrt und wäre am liebsten in Richtung Ausgang entfleucht. Schmidt konnte das verhindern. Aber die nächste Klippe wartete bereits: der Einritt bei A. Hier bleibt das Viereck in Münster offen und Escolar nutzte blitzschnell seine Chance, um den Ort des Geschehens zu verlassen. Schmidt brachte ihn auch hier wieder auf Spur, aber es war zu spät. Das Verlassen des Vierecks bedeutet Ausschluss. Wobei die Prüfung hier ohnehin schon gelaufen war. Schmidt erhielt die Genehmigung, einen Teil der Aufgabe noch weiter zu reiten, damit Escolar Erfahrung gewinnen konnte. Alles ging gut bis zur ersten halben Schrittpirouette, in der der Hengst schon wieder Richtung Ausgang strebte, wieder gebremst von dem bewundernswert gelassenen und beherrschten Schmidt, der – nachdem die Schrittpirouetten dann doch noch halbwegs klappten – das Viereck verließ. Für den ja erst sieben Jahre alten Escolar war dies heute der erste Start in der schweren Klasse.

In der Intermédiaire B konnte sich erneut die Deutsche Bank-Stipendiatin Kathleen Keller auf dem familieneigenen Oldenburger San Royal v. San Remo-Grand Royal über einen Sieg freuen. Sie hatte schon gestern die Intermédiaire A gewinnen können. Heute kam sie mit 71,865 Prozent aus dem Viereck, dem einzigen Ergebnis über 70 Prozent, denn die Zweitplatzierte, Fabienne Lütkemeier auf ihrem zehnjährigen Zweibrücker Fiero v. Fürst Heinrich, kam unter dem Strich auf 69,603 Prozent. Helen Langehanenberg, deren talentierter neunjähriger Oldenburger Dimaggio-Sohn Diamigo – auch dies ein Teilnehmer der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde – gestern noch reichlich abgelenkt gewesen war, hatte sich heute wohl schon an die Atmosphäre gewöhnt. Mit 68,889 Prozent belegte das Paar Rang drei.

Alle Ergebnisse aus Münster finden Sie hier.

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