Münster: Start frei für den Preis der Zukunft mit ersten Siegen für Abbelen und Krause

Anna-Christina Abbelen und Fürst on Tour

Anna-Christina Abbelens Fürst on Tour holt nun Goldmedaillen für Hongkong. (© von Korff)

Für Deutschlands Dressurnachwuchs ist der K+K Cup alljährlich das erste Kräftemessen der Saison, ehe es weitergeht mit dem Preis der Besten usw. Bestens durch den Winter gekommen sind einige von ihnen, besonders jedoch Nadine Krause.

Die 17-jährige Cousine der Rothenberger-Kinder hatte den nun neunjährigen einstigen Weltmeister der jungen Dressurpferde Dancer mit nach Münster gebracht. Den WM-Titel hatte der KWPN-Wallach v. Vivaldi noch unter Kirsten Brouwer errungen. Danach wechselte er als Juniorenpferd zur Familie Krause. Nadine war mit ihren beiden Ponys Danilo und Cyrill eine feste Größe bei den Europameisterschaften der U16-Jährigen. Mit Dancer hatte sie im vergangenen Jahr nur wenige Turniere besucht, konnte aber z.B. beim internationalen Turnier in Saumur bereits zwei Siege für sich verbuchen und war später im Jahr auf Norderney mehrfach gut platziert. Über den Winter haben die beiden ganz offensichtlich fleißig weiter trainiert, denn heute gab es schon 73,964 Prozent für das Paar. Alle drei Richter setzten sie an vorderste Stelle. Ein Statement ist vor allem aber auch, wen Nadine heute hinter sich gelassen hat.

Das war nämlich die Deutsche Meisterin und Mannschaftseuropameisterin Rebecca Horstmann höchstpersönlich. Mit ihrem Oldenburger For Compliment-Sohn Friend of mine war Horstmann seit Herbst vergangenen Jahres auch bereits mehrfach erfolg- und siegreich in der schweren Klasse im Einsatz. Aber heute musste das Paar sich mit 72,928 Prozent hinten anstellen.

Platz drei ging an Lia Welschof auf dem zehnjährigen Hannoveraner Locksley II-Sohn Linus K. Auch Lia hat bereits erste S-Platzierungen auf dem Konto, allerdings mit einem anderen Pferd. Mit Linus war sie im vergangenen Jahr Vierte bei den Deutschen Meisterschaften in Riesenbeck geworden.

Dieser Platz ging heute an Liselott Marie Linsenhoff auf dem zehnjährigen von ihrem Bruder Matthias ausgebildeten und beim Nürnberger Burg-Pokal Finale vorgestellten Oldenburger Danönchen v. Danone (71,441).

Knappe Sache bei den Jungen Reitern

Anna-Christina Abbelen und Fürst on Tour sind ein erfolgsverwöhntes Paar. Bei den Junioren sammelten sie die Goldmedaillen, und auch bei den U21-Jährigen gehörten sie zum Gold-geschmückten EM-Team. Aber nun bekommen sie starke Konkurrenz: Semmieke Rothenberger dürfte eigentlich noch bei den Junioren starten, aber nachdem sie im vergangenen Herbst ihre S-Premiere direkt gewinnen konnte, startet sie nun auch bei den Jungen Reitern.

Diese beiden Reiterinnen dominierten heute die FEI Mannschaftswertung der U21-Jährigen. Heute hatte aber noch Anna Abbelen die Nase vorn. Ihr zwölfjähriger Fürst Heinrich-Sohn erhielt 74,430 Prozent und stand bei zwei Richtern an erster Stelle. Semmieke Rothenberger und ihre Hannoveraner Don Crusador-Tochter Dissertation kamen mit 74,386 Prozent aus dem Viereck und waren beim Chefrichter bei C, Michael Settertobulte, an erster Stelle.

Und Semmieke hat mit der dänischen Gribaldi-Tochter Geisha ja noch ein zweites Eisen im Feuer. Hier gab es heute 72,193 Prozent.

Grand Prix an den Louisdor Preis-Sieger

Keine vier Wochen ist es her, da hatte der elfjährige Bayern Hengst Sammy Davis Jr. v. San Remo mit Dorothee Schneider das Finale des Louisdor Preises gewonnen. Nun führte er erneut die Ehrenrunde an, diesmal im Grand Prix der Special-Tour von Münster. Alle fünf Richter waren sich einig, dass das der Siegesritt sein müsse und vergaben 75,600 Prozent.

Übrigens: Sammy Davis Jr. hat eine sehr berührende Geschichte. Mehr darüber lesen Sie in St.GEORG 2/2017, der am 25. Januar am Kiosk erscheint.

Heute ließ der schöne Schwarze Helen Langehanenberg mit ihrem aktuellen Grand Prix-Pferd Damsey hinter sich. Langehanenberg hatte den Hannoveraner Hengst v. Dressage Royal Anfang vergangenen Jahres übernommen, nachdem sein Ausbilder Steffen Frahm die Hengststation Jens Meyer verlassen hatte. Inzwischen haben Damsey und die Mannschaftsweltmeisterin mehrere Grand Prix-Prüfungen für sich entscheiden können oder waren gut platziert – so, wie heute. Mit 73,20 Prozent landeten sie auf dem zweiten Platz vor dem zweiten Louisdor Preis-Finalist im Feld.

Das war Anabel Balkenhols Trakehner Imperio-Sohn Heuberger. Der zehnjährige Hengst steht vor seiner zweiten Grand Prix-Saison und hatte sich 2016 gleich im ersten Anlauf für den Louisdor Preis qualifiziert. Hier hatte er dann die Einlaufprüfung gewonnen, ließ sich im Finale selbst aber ablenken. Heute kam er mit 72,740 Prozent aus dem Viereck.

Grand Prix für die Kür

Es ist schon beeindruckend, wie das Ehepaar Wittig Jahr für Jahr neue B-Pferde mit dem Suffix „W“ in den Grand Prix-Sport bringt, meistens selbst gezogen. Ein weiteres solches Exemplar, das wie alle Kollegen Wittigs Erfolgshengst Breitling zum Vater hat, ist die elfjährige Oldenburger Stute Bodega W. Dies wird ihre dritte Grand Prix-Saison, wobei sie 2016 nur zweimal am Start und nun seit Mai nicht mehr auf dem Turnier gewesen war. Damit feierte sie heute so etwas wie ein Comeback mit Brigitte Wittig im Sattel – ein sehr erfolgreiches: 71,116 Prozent im Kurz Grand Prix für die Kür reichten für die gelbe Schleife.

Rang zwei ging mit 68,558 Prozent an Nadine Capellmann auf dem neunjährigen in der Ukraine gezogenen Wallach Forpost vor der US-Amerikanerin mit Wohnsitz in Deutschland, Jennifer Hoffmann, auf dem 18-jährigen Florestan-Sohn Farinelli (68,140).

Alle Ergebnisse aus Münster finden Sie hier.

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