Perl-Borg Grand Prix Special: Knapper Sieg für Rath

Matthias Rath und Totilas

2014-06-27, Peterhof Dressur Gala-Perl-Borg-Peterhof--Germany, 07 Grand Prix de Dressage CDI4* -Matthias-Alexander Rath-GER-Totilas-KWPN Recordnote für Pferd und Reiter im Grand Prix von 85,180% (© www.toffi-images.de)

Die Sensation blieb aus. Auch im Grand Prix Special behielt Matthias Rath auf Totilas mit 82,196 Prozentpunkten die Nase vorn. Die Entscheidung war aber sehr viel knapper als im Grand Prix: Mit weniger als einem Prozent Abstand folgte Isabell Werth mit Bella Rose (81,647%) vor Prix Kristina Sprehe auf Desperados mit 79,276 Prozent.

Ein paar Minuten sah es so aus, als hätte Isabell Werth es geschafft und das Duell im Grand Prix Special diesmal zu ihren Gunsten entschieden. Totilas unter Matthias Rath patzte mehrfach, zweimal in den Zweierwechseln, in der Linkspirouette gab es einen Stolperer und immer wieder Taktfehler in den Passagen. Dagegen standen gelungene Piaffen, besonders die letzte auf der Mittellinie, eine sehr gute Rechtspirouette und insgesamt eine saubere Vorstellung des in den letzten Wochen noch einmal deutlich kräftiger gewordenen 14-jährigen Rapphengstes. Und auch bei Bella Rose ist noch Luft nach oben. Am Anfang der Aufgabe wirkte die zehnjährige Belissimo-Tochter aufgemischt, grunzte und schnaufte, die Hufe knallten auf den Boden im Galopp. Dann entspannte sich die Lage zusehends, zwei kleine Versehen drückten die Noten. Einmal angaloppiert Bella Rose zu früh an, und die Rechtspirouette wurde nicht richtig durchgesprungen. Dafür gab es wieder fantastische Piaffen und Passagen. Insgesamt zog die Jury sieben Mal die zehn für eine Vorstellung, die durch Dynamik und Energie geprägt war, aber auch immer wieder durch Spannungsmomente.

Ein Musterbild an Losgelassenheit, Gehorsam und Elastizität bot Desperados unter Kristina Sprehe. Was für ein schönes Bild: der elegante Rapphengst v. De Niro unter seiner ebenso eleganten, hübsch anzuschauenden und gut sitzenden Reiterin! Das Training bei Bundestrainerin Monica Theodorescu hat nochmal einen Kick gegeben. Die Piaffen gelangen nicht so gut wie bei der Deutschen Meisterschaft in Balve, aber insgesamt erfreute die Harmonie zwischen Reiterin und Pferd, jenseits aller spektakulären Schaumschlägerei, das Herz jedes Dressurfreundes. Wie im Grand Prix wurde mit 79,725 Platz drei draus, vor Fabienne Lütkemeier auf DAgostino (/76,549) und Jessica v. Bredow-Werndl auf Unée, der nicht seinen besten Tag hatte: Mitten in der Galopptraversale hielt er an und äppelte.

Perl-Borg hat gezeigt: Totilas ist wieder da, aber er ist nicht das Wunderpferd, als das er einst hochgejubelt wurde, sondern eines von drei oder vier wunderbaren Pferden, mit denen die deutschen Dressurreiter stärker denn je zur Weltmeisterschaft nach Caen fahren können.

Erstmal ging es um die Teamplätze für die WM-Generalprobe in Aachen. Mit Don Johnson, der in Perl-Borg zwei Prüfungen gewann, hat Werth sogar noch ein Reservepferd fürs Aachen-Team, zu dem außer ihr auch Rath mit Totilas, Kristina Sprehe mit Desperados und Helen Langehanenberg mit Damon Hill, gehören werden. Beim CHIO in der Soers werden Totilas und Bella Rose zum ersten Mal auf die Dressurgiganten Damon Hill und vor allem Valegro treffen, das Pferd der britischen Olympiasiegerin Charlotte Dujardin. Erst dann weiß man, wo sie wirklich stehen.