Polit-Richten: 4,4 Prozent Unterschied mit WM Richtern in Rotterdam

HAGEN a.T.W. – Horses and Dreams meets Japan Sports Edition 2021

Dinja van Liere und Hermes 2021 in Hagen (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Polit-Richten oder: Und täglich grüßt das Murmeltier … Beim CHIO Rotterdam sitzen die Richter, die auch bei der WM in Herning zu entscheiden haben. Die niederländische Jurorin zückte bei der Siegerin DInja van Liere deutlich mehr als der Rest der Jury.

Sie üben, ja was? Richten, Polit-Richten? Die Jury, die beim CHIO Rotterdam am Viereck sitzt, wird sich in sechs Wochen in Herning bei den Weltmeisterschaften auch urteilen. Dass die Geschmäcker beim Dressurrichten unterschiedlich sind, ist nichts Neues. Dass manch ein Urteil der Ruch einer national eingefärbten Sichtweise umgibt, ist auch nicht neu. Beim Grand Prix in Rotterdam saßen Peter Storr (GBR), Elke Ebert (GER), Susanne Baarup (DEN), Mariette Sanders van Gansewinkel (NED) und Rapaël Saleh (FRA), um die 29 Ritte zu begutachten.

Polit-Richten oder schiere Begeisterung?

Einmütig sahen alle fünf Richterinnen und Richter die Niederländerin Dinja van Liere mit Hermes auf Rang eins. Dabei unterschieden sich aber die Urteile um knapp 4,5 Prozent. Die Niederländerin Mariette Sanders van Gansewinkel hatte offenkundig einen absoluten Ausnahmeritt erlebt. 82,5 Prozent sind ein Weltklasse-Ergebnis, das Dalera und Jessica von Bredow-Werndl bislang erst dreimal und Isabell Werth mit Bella Rose fünfmal getoppt haben.

Rapaël Saleh, der französische Richterkollege von Sanders van Gansewinkel sah das Paar bei 78,152 Prozent. Eine Differenz von immerhin 4,348 Prozent. Die Bewertungen variierten auch in einer der Paradelektionen des Easy Game-Sohns Hermes, der Piaffe, um bis zu zwei Prozent – auf höchstem Niveau, zwischen einer Acht und einer Zehn (Sanders van Gansewinkel). Die Piaffe-Noten gehen mit dem Faktor zwei in die Bewertung ein. Wer da die Idealnote zückt, ist sich sicher, dass es eine optimale Ausführung war. Außerdem ist sich der oder die Beurteilende klar darüber, dass die Benotung für ordentlich Rückenwind in der Endnote sorgt.

Van Liere gewann den Grand Prix vor heimischem Publikum klar, 79,739 Prozent, vor dem Schweden Patrik Kittel und Blue Hors Zepter (76,13). Dritter wurde die US-Amazone Ashley Holzer mit Valentine. Die in den USA hochgewettete Stute kam auf 72,957 Prozentpunkte. Hinter der Niederländerin Emmelie Scholtens und Indian Rock (72,783), dem Paar unterliefen mehrere Unsauberkeiten und zusätzlich Fehlern in den Zweierwechseln, wurde Nicole Wego-Engelmeyer mit Saphira Royal Fünfte (72,457). Das Duo aus Hagen am Teutoburger Wald ließ unter anderem Punkte beim Rückwärtsrichten liegen.

Die dritte Niederländerin, Thamar Zweistra mit Ich weiss sah Sanders van Gansewinkel auf Rang sieben, zwei ihrer Kollegin rangierten den neunjährigen Hengst auf Platz 20 ein, die beiden anderen auf den Platzziffern 14 und 11.

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