Rotterdam: Dressur fest in holländischer Hand, Cornelissen zieht zurück

Adelinde Cornelissen und Parzival

(© Adelinde Cornelissen und Parzival nach ihrem Auftritt in der Kür bei der EM 2013)

Das Geschehen auf dem Dressurviereck beim CHIO Rotterdam wird ganz klar von den Holländern dominiert. Gleichwohl hat das eigentlich beste Paar der Nachbarn sich entschieden, wieder heim zu fahren.

Gestern im Grand Prix der I-Tour waren Adelinde Cornelissen und der 18-jährige Jazz-Sohn Parzival, dem sie unter anderem zwei Weltcup-Titel verdankt, nach sechs Monaten Turnierabstinenz erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Sie belegten Rang drei hinter Edward Gal und Hans Peter Minderhoud mit ihren Zweitpferden Voice und Flirt. Nun hat Cornelissen das Turnier vorzeitig abgebrochen. Die Erklärung: „Er ist sicherlich super fit und sehr frisch, vielleicht sogar ein bisschen zu frisch. Heute Nachmittag war er so überrascht durch die vielen Leute, die dicht am Viereck saßen, und wurde ziemlich spannig. Das hatte einige ungewöhnliche Fehler zur Folge. Es wäre nicht gut für unsere künftigen Auftritte, wenn wir unter denselben Umständen noch einmal in das Viereck gehen würden. Das wird sehr wahrscheinlich sein Selbstvertrauen erschüttern, das wir in den letzten Jahren so sorgsam aufgebaut haben. Das wäre nicht fair gegenüber Parzival, der immer sein Bestes gibt.“

Damit war der Weg frei für die Konkurrenz. Die beiden Grand Prix-Ersten der I-Tour, Gal und Minderhoud, standen auch in der Kür vorne. Gal siegte auf dem De Niro-Sohn Voice mit 81,650 Prozent vor seinem Lebensgefährten auf dem Florestan-Sohn Flirt (80,450). Diederik van Silfhout wurde Dritter mit Bonzango (75,70). Der Special dieser Tour ging an Fanny Verliefden auf Annarico (BEL) vor Morgan Barbancon-Mestre mit Vitana und Judy Reynolds im Sattel von Vancouver.

Im Grand Prix Special der CDIO-Tour hatte Diederik van Silfhout mit seinem WEG-Hengst Arlando die Nase vorn (77,098). Patrick van der Meer und Uzzo belegten Platz zwei (74,529) vor der US-Amerikanerin Charlotte Jorst mit Nintendo (71,333). In der Kür setzte sich erneut Grand Prix-Sieger Patrik Kittel (SWE) auf Scandic durch (81,875). Hans Peter Minderhoud wurde Zweiter auf Johnson (81,050) vor Edward Gal mit dem Weltcup-Zweiten Undercover (77,90).

Weniger gut lief es für die Deutschen. So kamen die beiden Sieger des Grand Prix Special in Redefin, Steffen Frahm und Damsey, im Special von Rotterdam nicht über den letzten Platz hinaus. Bernadette Brune und Spirit of the Age gelten in der Kür als „Retired“.