Rotterdam: Knapper Dressur-Nationenpreissieg für die Niederlande

Diderik van Silfhout und Arlando – hier bei der EM in Aachen. (© Pauline von Hardenberg)

Nach dem Grand Prix konnten die Niederländer dank eines satten Vorsprungs dem Grand Prix Special und der Kür recht gelassen entgegensehen. Aber ihr Polster haben sie auch gebraucht.

Denn vor allem die US-Amerikaner hatten sich ganz offenbar fest vorgenommen, das Blatt noch zu ihren Gunsten zu wenden. Am Ende hatten sie 455,649 Prozentpunkte und die Niederländer 460,167. Diederik van Silfhout und Arlando lieferten heute die meisten Punkte für Holland: 79,475 aus der Kür. Danielle Heijkoop und Siro waren ebenfalls in der Kür am Start gewesen, 73,675 Prozent. Für den Special hatte Equipechef Johan Rockx Adelinde Cornelissen auf Parzival sowie Hans Peter Minderhoud mit Johnson benannt. Besonders letzterer blieb weit unter den Erwartungen. Nachdem er Donnerstag im Grand Prix an den 80 Prozent kratzen konnte, musste er sich heute mit 72,353 Prozent begnügen. Bei Cornelissen wurden es 76,725 Prozent.

Die Vereinigten Staaten hatten Steffen Peters und Legolas sowie Shelly Francis und Doktor in die Kür geschickt. Letztere kam auf 72,80 Prozent, Peters auf 79,650 – besser als van Silfhout, aber noch nicht das Topergebnis der Kür. Im Special behauptete sich Shooting Star Kasey Perry-Glass auf Goerklintgaards Dublet mit 71,765 Prozent. Laura Graves und Verdades lieferten das Bestergebnis im Special von 77,314 Prozent.

Kasey Perry-Glass hatte heute in Rotterdam für Diskussionsstoff gesorgt. Mehrere Zuschauer hatten Blut am Maul ihres Diamond Hit-Sohnes gesehen. Aber Chefrichter Thomas Lang (AUT) hat das Paar nicht abgeklingelt, wie es das Reglement in einem solchen Fall eigentlich vorsieht. In einer anschließenden Pressekonferenz erklärte der Rotterdamer Dressurchef Laurens van Lieren: „Wenn der Chefrichter und der Steward bei der Kontrolle nach dem Ritt kein Blut sehen, dann ist da auch keins.“ Eddy de Wolff van Westerrode, der im Special am Richtertisch saß gab zu, dass auch andere Richter das Blut gesehen hatten, aber nicht eingreifen konnten.

Dritte wurden die Schweden mit 444,573 Prozentpunkten. Sie hatten ihre stärksten Paare, Patrik Kittel auf Deja und Tinneke Vilhelmson-Silfven, in die Kür geschickt. Kittel und Deja erzielten 78,675 Prozent, Vilhelmson-Silfvén und Don Auriello entschieden die Einzelwertung mit 79,750 Prozent für sich. Rose Matthiesen und Zuidenwind kamen im Special auf 67,412 Prozent. Bei Juliette Ramel und Buriel wurden es 73,431 Prozent.

Da die deutsche Mannschaft es nicht unter die Top fünf geschafft hatten, waren sie in der Nationenpreiswertung nicht mehr dabei. Die Plätze vier und fünf gingen nach Frankreich und Großbritannien.

Die Einzelwertung im Grand Prix Special sicherte sich Laura Graves vor Adelinde Cornelissen und Juliette Ramel. Hans Peter Minderhoud wurde Vierter, Kasey Perry-Glass Fünfte.

Das Mannschaftsergebnis in der Übersicht finden Sie hier.