Rotterdam: Knapper Sieg für die Niederlande im Dressur-Nationenpreis vor Schweden

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Anstelle von Rien van der Schaft (Mitte mit Silberteller in Rotterdam 2018) betreut künftig Alex van Silfhout die niederländischen A-Kaderreiter. (© CHIO Rotterdam)

Es hatte gereicht – die Niederländische Dressurequipe hat den heimischen Nationenpreis in Rotterdam gewonnen – mit einem Punkt Vorsprung vor Schweden. Aber auch die Deutschen schlugen sich wacker.

Monica Theodorescu hatte auf ihre bewährten A-Kaderreiter verzichtet beim Nationenpreis von Rotterdam und stattdessen Neuling Frederic Wandres eine Chance gegeben. Mit ihm zusammen im Team ritten Anabel Balkenhol als erfahrenste Kraft sowie Kathleen Keller. Mit nur drei Mannschaftsreitern war klar, dass es kein Streichergebnis geben würde. Das Ergebnis war schließlich Rang vier hinter starker Konkurrenz.

Ist das schon das Team für Tryon?

Die Niederländer hatten jedenfalls ihre stärksten Paare mobilisiert: Hans Peter Minderhoud auf Dream Boy, Emmelie Scholtens mit Apache, Edward Gal und Zonik sowie Madeleine Witte-Vrees auf Cennin. Das beste Ergebnis lieferten Gal und sein zehnjähriger Zack-Sohn, die sowohl den Qualifikations-Grand Prix gewannen als auch die Kür mit 80,075 Prozent.

Wobei Prozente für die Mannschaftswertung in Rotterdam unerheblich waren. Was zählte, waren die Platzierungen der Mannschaftsmitglieder. Für Platz eins gab es einen Punkt, für Rang zwei zwei Punkte usw. Dementsprechend siegte die Mannschaft mit der geringsten Punktzahl. Auch wurde die Entscheidung sowohl in Grand Prix als auch in Kür und Special getroffen. Im Grand Prix gingen alle Paare an den Start. Danach konnten die Mannschaftsführer entscheiden, wen sie die Kür und wen sie den Special reiten lassen wollten.

Im Falle von Hollands Landestrainer Rien van der Schaft hieß das: Gal und Witte-Vrees, die beiden Weltcup-Finalisten, für die Kür, Scholtens und Minderhoud für den Special. Hans Peter Minderhoud und sein zehnjähriger Vivaldi-Sohn, der dieses Jahr seine erste Grand Prix-Saison geht, belegten mit 73,830 Prozent Rang zwei im Special. Emmelie Scholtens und ihr eleganter UB40-Sohn wurden Vierte (72,298).

Madeleine Witte-Vrees und Cennin, der ja ebenfalls ein Vivaldi-Nachkomme ist, hatten offenbar nicht ihr bestes Turnier erwischt. Sie lieferten sowohl im Grand Prix (Rang zwölf) als auch in der Kür (Rang sechs, 74,915 Prozent) das Streichergebnis.

In Summe kamen die Niederlande auf 20 Punkte.

Schweden knapp geschlagen

Damit hatten sie genau einen Punkt Vorsprung vor Bo Jenas schwedischem Quartett. Auch hier waren die besten Reiter am Start, wenn auch nicht alle mit ihren besten Pferden. Tinne Vilhelmson-Silfvén konnte sich zwar über da gelungene Comeback ihres Erfolgspferdes Don Auriello freuen, allerdings ging der erst einmal in der I-Tour, nachdem er fast zwei Jahre Turnierpause hatte. Fürs Team ritt sie den bewährten Paridon Magi. Der lieferte das Streichergebnis in beiden Prüfungen mit Rang elf im Grand Prix und Platz fünf in der Kür.

Ebenfalls in der Kür am Start waren Patrik Kittel und die zehnjährige Fürstentraum-Tochter Well Done de la Roche. Die Stute wurde Dritte im Grand Prix und reihte sich in der Kür hinter Gal und Zonik ein.

Die EM-Fünfte Therese Nilshagen lieferte mit ihrem Toppferd Dante Weltino v. Danone das beste Ergebnis für die Mannschaft: Platz zwei im Grand Prix und Sieg im Grand Prix Special mit 74,149 Prozent vor Minderhoud und Dream Boy.

Komplettiert wurde die schwedische Mannschaft durch Juliette Ramel auf dem nun zwölfjährigen Buriel K.H. v. Osmium. Sie trugen Platz zehn im Grand Prix und Rang drei im Special zum Teamergebnis bei.

USA auf Platz drei

Die US-Equipe von Robert Dover kam auf insgesamt 30 Punkte. Sie setzte sich zusammen aus Olivia Lagoy-Weltz mit Lonoir (GP: 14/GPS: 6), Kasey Perry-Glass auf Goerklintgaards Dublet (GP: 7/GPK: 4), Steffen Peters mit Rosamunde (GP: 5/GPK: 3) und Adrienne Lyle auf Salvino (GP: 6/GPS: 5).

Deutschland auf Platz vier von sieben Mannschaften

Das deutsche Trio hatte am Ende 65 Punkte auf dem Konto. Anabel Balkenhol und Heuberger lieferten das beste Mannschaftsergebnis mit Rang neun im Grand Prix und Platz sieben im Special (70,809). Die anderen beiden ritten die Kür. Nationenpreis-Newcomer Frederic Wandres und Duke of Britain platzierten sich im Grand Prix an 15. Stelle und in der Kür auf Platz sieben (73,655). Kathleen Keller und San Royal waren im Grand Prix noch auf Rang 19 gelandet und reihten sich in der Kür auf Platz acht ein (72,725).

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Weiterer Erfolg für Edward Gal

Edward Gal fährt mit vier goldenen Schleifen nach Hause. Denn neben Zonik hatte er auch den De Niro-Sohn Voice mit in Rotterdam dabei. Er ging die I-Tour, gewann den Grand Prix und heute auch die Kür, diesmal mit 78,657 Prozent.

Zweite wurde Schwedens Tinne Vilhelmson-Silfvén mit dem wieder genesenen Don Auriello, der vor Rotterdam in Rio bei den Olympischen Spielen seinen letzten Turniereinsatz hatte. Er erhielt 76,980 Prozent von den Richtern.

Dritte wurde Anne Meulendeijks mit Avanti, die bislang vor allem im U25-Lager im Einsatz war und nun ihre erste Senioren-Saison reitet. Sie kam auf 76,920 Prozent.

In der Kür waren auch Steffen Peters und seine Championatshoffnung Suppenkasper am Start, der Spielberg-Sohn, den Stevens von Helen Langehanenberg übernommen hat. Sie wurden mit 74,210 Prozent Sechste.

Dafür hatte die US-Kollegin Adrienne Lyle mit ihrem zweiten Pferd Horizon die Nase vorn im Grand Prix Special. 70,681 Prozent genügten, um sich knapp gegen Antonia Ramel (SWE) auf Wall Street und Riccardo Sanavio, Bereiter im Stall Gal/Minderhoud, mit Federleicht durchzusetzen (70,426).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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