Rotterdam: U25-Grand Prix an Anna-Louisa Fuchs, Iren dominieren Springprüfungen

11059743_1155727514446606_8638431303136168098_n

Die einzige deutsche Reiterin im U25-Grand Prix beim CHIO Rotterdam konnte sich am Ende durchsetzen, Anna-Louisa Fuchs. Das Geschehen im Parcours war hingegen fest in irischer Hand.

Die Baden-Württembergerin Anna-Louisa Fuchs war mit dem Royal Diamond-Sohn Rodrigos E.H. die einzige Reiterin, die die 70 Prozent-Marke knacken konnte. 70,093 waren es genau. Das Nachsehen hatte die spanische Zukunftshoffnung Juan Matute Guimon auf Don Diego Ymas, einem Hannoveraner Don Frederico-Sohn, mit 69,488 Prozent. Platz drei ging ebenfalls nach Spanien, an Alexandra Barbançon Mestre, die jüngere Schwester der Olympiareiterin Morgan Barbancon Mestre, auf dem KWPN-Hengst Bolero v. Johnson (69,465).

Anna-Louisa Fuchs hatte 2013 den ehemaligen Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde, Denario, von seiner Ausbilderin Nicole Casper vom Gestüt Birkhof übernommen. Allerdings ritt sie nur wenige Turniere mit ihm. Im Februar 2014 gewann das neue Paar in Großostheim eine M- und eine S-Dressur. Im Juni wurden sie noch einmal Vierte in einem Prix St. Georges für Junioren und Junge Reiter und im Juli 2016 gewannen sie noch eine weitere S-Dressur. Ihr bislang bestes Pferd war die Rascalino-Tochter Rien ne va Plus, mit der sie im vergangenen Jahr Elfte bei den Deutschen Meisterschaften der Jungen Reiter geworden war. Seit vergangenem Jahr reitet sie nun den 15-jährigen Württemberger Rodrigos E.H. Der war zuvor von Renate Gohr-Bimmel bis zur Grand Prix-Reife gefördert worden und hatte hier zahlreiche Siege und Platzierungen auf dem Konto. Unter Anna-Louisa Fuchs ging es genauso gut weiter. Aber das in Rotterdam dürfte ihr bislang größter gemeinsamer Erfolg sein.

Zumal sie dabei einen ehemaligen Europameister hinter sich gelassen haben. Spaniens Juan Matute Guimon war DIE Überraschung der Junioren-EM 2015 in Vidauban als er mit knappem Vorsprung die Kür vor Dauersiegerin Semmieke Rothenberger auf Geisha gewann. Damals saß der noch nicht ganz 20-Jährige allerdings auf Dhannie Ymas. Mit Rotterdam-Pferd Don Diego Ymas hatte er aber auch schon an U18-Europameisterschaften teilgenommen.

Alle Ergebnisse des U25-Grand Prix finden Sie hier.

Springen

Die Springprüfungen zum Auftakt des CHIO Rotterdam waren fest in irischer Hand. Das 1,55 Meter-Zeitspringen um den Dura Vermeer Preis sicherten sich Darragh Kenny und die Oldenburger Stute Chanel v. Challan-Lordanos. Mit 64,39 Sekunden hatten sie einen komfortablen Vorsprung vor dem Rest des Feldes. Der wurde angeführt von Kennys Landsmann Shane Breen auf dem BWP-Hengst Ospwich van de Wolfsakker v. Carembar de Muze (besser bekannt unter seinem Sportnamen London)-Quick Star. Hier stoppte die Uhr nach 65,97 Sekunden. Dritte wurde Jessica Mendoza mit Toy Boy, der, wie übrigens die beiden vor ihm platzierten auch, erst neun Jahre alt ist (67,17).

Hinter der Jugend reihte sich an dritter Stelle ein hoch erfahrenes Pferd ein: der 18-jährige Winningmood von Luciana Diniz. Bestes deutsches Paar waren Marcus Ehning und der selbst gezogene, nun zwölfjährige Westfale Funky Fred v. For Pleasure. Die fehlerfreien 70,62 Sekunden reichten für Rang acht. Als Elfter und bzw. auf Rang 13 ebenfalls noch im Geld waren Marco Kutscher auf seinem Weltcuppferd von 2016, Chaccorina v. Chacco-Blue, und die beiden neuen Deutschen Meister, Simone Blum und ihre zehnjährige DSP-Stute Alice v. Askari. Weitere Ergebnisse

Das anschließende Zwei-Phasen-Springen über 1,45 Meter gewann ein anderer Ire: Mark Mcauley auf einer Tochter von Luciana Diniz‘ Winningmood, der achtjährigen BWP-Stute Jacintha v. Kriekenhof (33,62 Sekunden in der zweiten Phase). Zweiter wurde Schwedens Rio-Silbermedaillengewinner Peder Fredricson auf dem zehnjährigen schwedischen Hearbeat-Sohn Hasard (34,32). Platz drei sicherte sich Maikel van der Vleuten für die Gastgeber auf der neun Jahre alten Mr. Blue-Tochter Dana Blue.

Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht lieferte in diesem Springen Simone Blum ab. Mit dem 16-jährigen Hannoveraner Flying Boy v. Fly High-Sao Paulo wurde sie Neunte. Weitere Ergebnisse

Vorschau Nationenpreis

Heute um 15 Uhr beginnt der Nationenpreis der Springreiter. Deutschland ist erste Mannschaft. Neben den beiden erfahrenen Championatsreitern Marcus Ehning mit Pret a Tout und Marco Kutscher auf Clenur sind zwei Youngster im Team. Die Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake (übrigens Titelheldin in St.GEORG 7/2017, hier geht’s zum Heft) wird die neunjährige OS-Stute Catch Me Of You Can satteln für ihr Nationenpreisdebüt „bei den Großen“. Und Andreas Kreuzer setzt auf sein DM-Siegerpferd von 2016, Calvilot.

Alle Ergebnisse aus Rotterdam finden Sie hier.