Rotterdam: USA führen im Dressurnationenpreis, Legolas disqualifiziert

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Laura Graves (USA) und Verdades, hier beim Weltcupfinale in Omaha 2017. (© Pauline von Hardenberg)

Nummer eins des dreiteiligen Dressurnationenpreises (Grand Prix, Special und Kür) in Rotterdam ist gelaufen. Die USA führen, obwohl eine ihrer Reiterinnen disqualifiziert wurde.

Das Team USA kann sich bei Laura Graves und Verdades bedanken. Die herausragende Runde im Grand Prix des Dressurnationenpreis von Rotterdam hat dem Team die Führung beschert. Mit 79,460 Prozent sind die Olympia-Vierten und Weltcup-Zweiten nur knapp an der magischen 80 Prozent-Marke des Grand Prix vorbeigeschrammt.

Die Aufholjagd war nötig, denn die erste Starterin der Mannschaft, Dawn White-O’Connor, wurde nach dem zweiten starken Trab abgeklingelt. Der Grund: der 15-jährige Legolas lahmte. Im Gespräch mit der US-Website dressage-news.com erklärte Chefrichter Hans-Christian Matthiesen, er habe schon in der ersten Trabverstärkung gedacht, dass der Wallach unklar gehe. Aber er habe noch Zweifel gehabt. „Aber dann war die zweite sogar noch schlechter.“ Legolas war ehe er zu Dawn White-O’Connor ging, jahrelang unter deren Trainer Steffen Peters im Einsatz. Aber schon bei den Olympischen Spielen in Rio war der Westfale nur noch ein Schatten seiner selbst.

Peters selbst ritt nicht im Nationenpreisteam. Stattdessen waren neben Graves hier auch Kasey Perry-Glass auf Goerklintgaards Dublet (v. Diamond Hit) und Olivia Lagoy-Weltz mit Lonoir v. De Noir am Start. Perry-Glass kam mit 71,560 Prozent aus dem Viereck. Bei Lagoy-Weltz wurden es 74,580 und Rang drei ingesamt. So kamen die USA auf insgesamt 225,60 Prozent.

Niederlande Zweite

Recht dicht dahinter folgen mit 222,080 Prozent in Summe die Gastgeber. Hier lieferte Diederik van Silfhout auf seinem Newcomer Four Seasons das Streichergebnis. Der westfälische Fürst Piccolo-Sohn, der 2017 seine Turniersaison mit seinem neuen Reiter geht, kam immer noch beachtliche 72,320 Prozent. Die Bestleistung des Teams, die in der Gesamtwertung für Rang zwei genügte, lieferten die Olympiareservisten, Madeleine Witte-Vrees auf Cennin. Für den zehnjährigen Vivaldi-Sohn wurden es 75,660 Prozent. Hans Peter Minderhoud und der Jazz-Sohn Johnson, das einzige Paar, das von dem siegreichen EM-Team 2015 noch besteht, brachten es auf 73,40 Prozent (Rang fünf insgesamt). Bei Edward Gal und Voice v. De Niro wurden es 73,020 Prozent und Rang sechs.

Platz drei für Schweden dank Dante Weltino

Therese Nilshagen und der verhinderte Olympiahengst Dante Weltino v. Danone leben zwar in Deutschland, starten international aber für Thereses Heimat Schweden. Das von Klaus Balkenhol trainierte Paar kam auf 73,820 Prozent, belegte damit Rang vier in der Einzelwertung und sorgte somit für einen Podiumsplatz für Schweden. Mit ihm im Team ritten außerdem Mads Hendeliowitz auf dem Sandro Hit-Sohn Jimmie Choo (68,10), Juliette Ramel mit Buriel K.H. v. Osmium (68,68) sowie Rose Mathisen auf Zuidenwind v. OO Seven (69,90).

Deutschland mit geschwächter Besetzung

Das deutsche Team war nur zu dritt am Start. Bernadette Brunes Oldenburger Hengst Spirit v. Stedinger hatte sich beim Vetcheck noch frisch und munter gezeigt. Aber heute Morgen stand er matt in der Box. Seine Reiterin vermutet, dass er den Transport und die starke Hitze nicht gut vertragen hat. Jedenfalls hat sie in Absprache mit Trainer und Mannschaftsveterinär beschlossen, Spirit besser nicht an den Start zu bringen.

So mussten nun Hartwig Burfeind, Jan-Dirk Gießelmann und Anabel Balkenhol allein die Kohlen aus dem Feuer holen. Hartwig Burfeind kam mit der erst neunjährigen Hannoveraner Stute Fine Spirit auf 66,780 Prozent. Bei Jan-Dirk Gießelmann und Real Dancer v. Rubin-Royal wurden es 69,060 Prozent. Und Belli Balkenhol war mit Routinier Dablino v. De Niro das einzige Paar des Teams, das mehr als 70 Prozent erhielt, 70,460 um genau zu sein. Das bedeutete Rang vier und die Qualifikation für die weiteren Runden.

Das Reglement

Von den ursprünglich sieben Paaren qualifizieren sich nach dem Grand Prix fünf für die „Fortsetzung“ des Nationenpreises in Special und Kür. Im Grand Prix zählen die besten vier Ergebnisse. Im Special und in der Kür treten dann jeweils zwei bzw. im Fall von Deutschland nun nur noch ein Reiter an. Im Special zählen beide Ergebnisse, in der Kür nur das beste.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

 

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