Stockholm 2022: Grand Prix-Sieg für v. Bredow-Werndl, Helgstrand abgeläutet

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Jessica von Bredow-Werndl und Dalera in Stockholm 2022 (© Kim C. Lundin)

Beim Lövsta Top 10 Dressage in Stockholm hat die Nummer eins der Welt ihrer Favoritenrolle entsprochen. Jessica von Bredow-Werndl gewann den Grand Prix deutlich. Und führte ein deutsches Podium an. Andreas Helgstrand wurde abgeläutet, darf aber in der Kür morgen starten.

Viele Neunen, einige Zehnen – Stockholm 2022 erwies sich als gutes Pflaster für Jessica von Bredow-Werndl und Dalera. Das Paar gewann den Grand Prix mit exakt 4,5 Prozent Abstand. Dem Paar gelang alles, grobe Fehler gab es keine. 83,065 Prozent sind eine sichere Bank bevor es morgen in die Kür geht. Dort geht die Olympiasiegerin morgen als Titelverteidigerin in der schwedischen Hauptstadt an den Start.

Platz zwei ging an Isabell Werth mit Quantaz. Der Quaterback-Sohn knüpfte an die überzeugende Leistungen von Stuttgart an. Nur auf dem Weg zur zweiten Galopppirouette waren sich Hengst und Reiterin nicht ganz einig, was zu Abzügen in dieser Lektion führte. 78,565 Prozent bedeuteten Platz zwei für das Paar, das in der Kür in Stockholm die neue und technisch-komplexe Bonnie Tyler-Kür zeigen wird.

Das deutsche Podium komplettierte Benjamin Werndl. Der Aubenhausener kam mit seinem WM-Pferd Famoso OLD auf 78,348 Prozent. Es hätten noch ein paar Punkte mehr sein können, wäre es nicht zu einem Fehler in den fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen gekommen.

Platz vier ging an die dänische Mannschaftsweltmeisterin Carina Cassøe Krüth, die auf 78,087 Prozent im Sattel von Heiline’s Danciera kam. Ganz fehlerfrei kam die sympathische Fürstenball-Tochter nicht durch die Prüfung. In einer Passage und den Zweierwechseln lief nicht alles glatt.

Stockholm – Top 10?

Für die dänische Vize-Weltmeisterin Cathrine Laudrup-Dufour begann der Trip nach Stockholm mit einer Enttäuschung. Ihre aktuelle Nummer eins im Stall, der Westfale Bohemian, Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften 2021, hatte in der ersten Piaffe noch „gut“ diese Lektion ausgeführt. Doch die beiden anderen Piaffen misslangen komplett. Noten zwischen 2 und 5,5 in den Piaffen zwei und drei sprechen eine klare Sprache.

Nicht so klar, wie das Gesehene zu bewerten ist, waren sich die fünf Richterinnen und Richter. Ihre Urteile variierten zwischen 71,522 (die es zweimal gab) und 77,609 Prozent, sprich zweimal „teilgenommen“ versus einmal „Weltklasse“: Da dürften die Beurteilenden heute Abend wohl noch einmal ihre Köpfe zusammenstecken.

Die Top 10 sollte eigentlich die besten Zehn der Weltrangliste nach Stockholm locken. Doch das steht auf dem Konzeptpapier, das schon einige Jahre alt ist. Und Papier ist geduldig. Denn zu den zehn Starterinnen und Startern gehörte auch der Däne Andreas Helgstrand mit Queenpark’s Wendy (als Kombination Platz 417 in der FEI-Dressurweltrangliste). Sein Ritt endete nach dem ersten Drittel. Denn nach der Passage, die sich an das Rückwärtsrichten vor C anschloss, klingelte es bei C. Chefrichter Hans-Christian Matthiesen, wie Helgstrand ein Däne, ging ins Viereck, wischte mit einem weißen Tuch den Schaum vom Maul der Quaterback-Stute ab – deutlich rosa, die Prüfung war beendet. Helgstrand konnte nur mit den Schultern zucken und verließ die Halle.

Kim C. Lundin

Andreas Helgstrand und Queenpark’s Wendy in Stockholm 2022 (© Kim C. Lundin)

Allerdings hieß es im Nachhinein, der Präsident der Ground Jury habe entschieden, dass das Paar morgen an den Start gehen dürfe, da der Tierarzt nur geringgeradige Verletzungen bei der Nachuntersuchung habe feststellen können.

Die Ergebnisse aus Stockholm 2022 finden Sie hier.

  1. Karin

    ….. wie gering gradige Verletzungen, ….? In meiner Ansicht, dürfen nur völlig gesunde Pferde an den Start, …. !!!
    Ich bin der Überzeugung, dass dieses klar in der Pferderichtleitlinien steht!
    …. wo sind wir denn gelandet???


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