Video: Adelinde Cornelissens erster Grand Prix mit Nachwuchshoffnung Aqiedo UPDATE!

Adelinde Cornelissen und Aqiedo

Adelinde Cornelissen und Aqiedo (© YouTube/Henk van Maaren)

Bei einem nationalen Turnier in den Niederlanden gaben die einstige holländische Nummer eins auf dem Viereck, Adelinde Cornelissen, und ihr neues Pferd Aqiedo nicht nur ihr Grand Prix Debüt. Es war überhaupt das erste Turnier für die beiden.

Aqiedo ist ein elfjähriger KWPN-Hengst, der über seinen Vater Undigo ein Sandro Hit-Enkel ist. Die Mutter stammt ab vom Uthopia-Vater Metall und dem Grand Prix-erfolgreichen Darwin. Adelinde Cornelissen hat Aqiedo schon seit zwei Jahren unter dem Sattel hatte ihn aber bisher noch nicht auf dem Turnier vorgestellt. Dafür aber zum Beispiel beim Global Dressage Forum in Dänemark im Oktober 2014.

Die holländische Website Horses.nl zitiert Cornelissen, die nach ihrem Ritt (der allerdings inoffiziell war) schwärmte, Aqiedo sei „super konzentriert“ gewesen. Auf seine Piaffen, Passagen und Pirouetten habe er Achten bekommen. Anderes (z.B. das Halten vor dem Rückwärtsrichten, das nicht stattgefunden hat) habe noch nicht so gut geklappt. Aber alles in allem sei sie sehr zufrieden.

Kommentar der Redaktion

Wir wurden mehrfach gebeten, uns zu dem Ritt zu äußern. Auf Facebook haben wir bereits den Grund genannt, weshalb wir das nicht tun werden: Wir können nicht fair kommentieren, wenn wir selbst nicht vor Ort waren und auch nur dieses Video haben, das von uns Unbekannten aufgenommen wurde. Außerdem, und das wird im kommentierwütigen Facebook häufig vergessen, ist Journalismus in allererster Linie Berichterstattung. Es geht dabei nicht um eine wertende, sondern im Gegenteil um eine neutrale Darstellung dessen, was geschehen ist. Nichts anderes machen Kollegen, die über Kriegsverbrechen, die NSU-Morde oder den US-amerikanischen Vorwahlkampf schreiben. Oder, wie das aktuellste Beispiel zeigt: die Panama Papers. Der weltweite Bund investigativ arbeitender Kolleginnen und Kollegen schildert, was die Recherche erbracht hat. Die Wertung überlässt der Berichterstatter anderen, oder aber er schreibt/spricht/dreht einen Kommentar, der dann auch als solcher gekennzeichnet ist. 

So viel können wir allerdings zum konkreten Video schon sagen: Unser Eindruck deckt sich mit dem vieler unserer Leser. Selbst wenn man bei der Betrachtung eines Internetvideos oder einer TV-Übertragung, gerade was die Beurteilung von Grundgangarten anbelangt, immer vorsichtig sein muss, steht außer Frage, dass der Rappe auf dem Video unserer Meinung nach eklatante Ausbildungsmängel aufzuweisen scheint (ACHTUNG, hier werden wir geade kommentierend!). Dass er dafür Achten bekommen hat, glauben wir gerne, sonst würde es die Reiterin ja nicht gepostet haben. Um diese Achten aber ernsthaft in Frage stellen zu können, hätten wir den Ritt mit eigenen Augen gesehen haben müssen.

Wir haben heute eine E-Mail aus dem Stall von Adelinde Cornelissen bekommen, zunächst mit der Bitte, Meldung und Video von der Seite zu entfernen. Das Video sei ohne Einverständnis der Reiterin gedreht und veröffentlicht worden. Wir haben daraufhin gebeten, sich direkt mit dem Urheber in Verbindung zu setzen und nach dem Grund gefragt, warum das Video gelöscht werden soll. Daraufhin erhielten wir folgende Antwort: 

„Das Video wurde ohne Erlaubnis genommen und wurde ohne Genehmigung veröffentlicht! Es scheint mir mehr als anständig, das Video zu entfernen, und sei es nur aus Respekt für den Reiter! Natürlich ist der Urheber schon kontaktiert worden!“

Wir entfernen das Video nun von unserer Seite, da wir nicht in Urheberstreitigkeiten Dritter mit hineingezogen werden wollen und das Urheberrecht hoch einschätzen.

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  1. Ruth Brökeland

    Ein völlig verspanntes Pferd, massive Taktunreinheiten, von Durchlässigkeit und Losgelassenheit keine Spur. Dieses Pferd hätte sofort disqualifiziert werden müssen, da es nicht einmal die Grundlagen einer soliden Ausbildung vorzeigen kann.
    Hört denn das nie auf? Was muss denn noch passieren, damit Richter ENDLICH wieder nach dem vorhandenen Regelwerk richten?
    Und: Warum lässt St. Georg das Video unkommentiert?

    • Jette

      Beim Zuschauen bekommt man schon Angst. Man hat das Gefühl, dass Pferd möchte explodieren. Wie lange sollen die Knochen, Sehnen und Bänder diese Reiterei aushalten. Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für den Sport.

  2. LK

    Wie bekommt man denn auf Piaffen und Passagen voller Taktfehler 8er Wertnoten? Wurde in den Niederlanden jetzt auch das Richten neu erfunden?

  3. Martin Richenhagen

    Ein sehr abschreckendes Beispiel eines absolut nicht losgelassenen Pferdes mit schlagendem Schweif, festem Rücken, mangelhaftem Gleichmass der Bewegungen! Das ist Tierquälerei, die von wenig kompetenten Richtern akzeptiert wird!

  4. amena rauf- vater

    Das Schlimme ist, dass einer Frau Cornelissen völlig das Gefühl zu fehlen scheint, wie sich ein locker über den Rücken schwingendes Pferd überhaupt anfühlt. Das haben ihr die Richter aberzogen, welche ihr schon für einen ähnlichen Ritt einen Weltcupsieg verpasst haben (wenig kompetente Richter…?! Dieselben, welche auch ähnliche massive Taktunreinheiten bei Desperados und Akeem Foldager großzügig benotet haben..). Wer vorne massiv gegenhält und unten ordentlich kneift, wird bei allen großen Events nach wie vor belohnt. Wenn es hier für die mit rechts aufgesetzten Piaffen (Gleichgewicht) und abgestützten Übergänge mehr als eine 3 gegeben hat, können wir bald wirklich aufhören. Schade, denn gutes Reiten ( s. Hester und Co und neuerdings auch immer schöner Frau Werth ) ist nach wie vor einfach gut anzusehen- das hier gehört wie die meisten veröffentlichten Ritte von Herrn Helgstrand einfach nur abgeklingelt.

  5. Katja

    Liebes St. Georg-Team,
    Ich finde es wäre in diesem Fall auch einmal angebracht einen kritischen Ton anzuschlagen. Ein absolut nicht losgelassenes Pferd, Taktfehler und eine Reiterin, die mit viel zu viel Hand reitet. Fürchterlich! Ein Armutszeugnis für den Dressursport!

  6. Anja

    Ich frage mich, warum in meinen Protokollen von früher dann und wann in den Verstärkungen etwas von mehr Rahmenerweiterung stand.
    Was in Klasse L und M verlangt war, scheint es ab Grand Prix nicht mehr zu geben.
    Ich frage mich, wie hier wohl die Schritttour ausgesehen hat und warum die fehlte…..

  7. Dagmar Klauck

    ST.George…wie schon geschrieben, es wäre schön, wenn auch Ihr Team sich dazu äußern würde. Oder stehen Sie dieser Art des Reitens positiv gegenüber?

  8. Franzi

    So wie die Hufe im nicht vorhandenen Halten hochgerissen werden möchte ich nicht wissen mit was der für bessere Piaffartige Tritte trainiert wird. Eine Schande für den Sport !

  9. Sarah

    So etwas sollte man unwissenden nie als die große Dressur verkaufen. Der arme Gaul weiß ja gar nicht wohin vor lauter beklemmung und nen Propeller hat der hinten dran. Solche Videos gehörten für eine Zeitschrift, wie eure, verboten! Das ist nicht schick! Aber hey, die Tante ist bestimmt total toll.

  10. Ruth Brökeland

    Dass sich die Redaktion inzwischen geäußert hat, finde ich gut. Ich kann auch gut verstehen, dass sie sich wegen des Urheberrechsts nicht angreifbar machen will.
    Auch wenn die Argumentation, die von Seiten der Reiterin kommt, sehr widersprüchlich ist. Denn auf dem Video selbst ist zu sehen, dass mindestens noch eine weitere Videoaufnahme von dem gleichen Ritt gemacht wurde. Was auf solchen Veranstaltungen immer geschieht. Auch die Einbettungsmöglichkeit auf Youtube ist immer noch vorhanden. Und auf anderen Seiten ist das Video ebenfalls noch vorhanden. Aber nun.
    Schön zu sehen, dass es auf allen Plattformen anscheinend ausschließlich kritische Kommentare erscheinen. Zumindest hat es die Reiterin schon mal „angekratzt“. Sonst hätte St. Georg nicht solch eine Anweisung bekommen.

  11. amena rauf- vater

    Noch eine ergänzende Frage: Warum wird neuerdings inoffiziell geritten, dh. bei voller Punktvergabe, aber außer Konkurrenz? Habe ich in der LPO nicht gefunden- ist das ein holländischer Kniff? Oder wissen einige insgeheim, dass ihre Pferde offiziell trotz fortgeschrittenen Alters keine Chance auf eine (vordere) Platzierung hätten- trotz ländlicher Konkurrenz? Oder dass sie ggf. wie Otto Normalverbraucher auch mal auf eine WN verzichten müssten- mit der entspr. Angabe im Internet.
    Jeder, der Pferde ausbildet, weiß, dass es einen auch mal richtig schräg im Viereck erwischen kann- dann kassiert man eben eine schlechte WN inklusive Rückkoppelung zur Bodenhaftung- oder verzichtet vor dem letzten Gruß ( und hat bis dahin alle Teilnoten ). Dass Reiter auf GP Niveau auch das nicht machen, ist ein weiterer Schritt Richtung Mehrklassengesellschaft.
    Und wenn man in der Öffentlichkeit nicht so reiten kann, dass ein Video jederzeit für Fachleute nachvollziehbar ist, sollte man seine Reiterei überdenken. Schade, Frau C. hat vom Herzfehler ihres Parzival nichts gelernt. Umso mehr sollten wir uns selbst alle in die Pflicht nehmen…

  12. Till_E.

    Videos wie dieses (die kritischen Punkte sind in den Kommentaren bereits nahezu vollständig angesprochen worden) sind der Grund, warum ich mich an diesem (im Prinzip einzigartigen und sehr schönen) Sport weder aktiv noch passiv weiter beteiligen möchte. Dabei möchte ich betonen: Wer einmal bis in höhere Klassen der Dressur geritten ist, weiß, wie schwierig gutes Reiten eigentlich ist und wie schwer echte Versammlung und Losgelassenheit zu erreichen sind. Sich den eigenen Unzulänglichkeiten als Reiter zu stellen (ich bereue vieles, was ich im Sattel oder an der Longe aus Unbeherrschtheit oder Ignoranz verbrochen habe), kann psychologisch schmerzhaft sein. Das Problem im Dressursport ist jedoch: Viele Reiter im Turniersport zeigen Ritte, die nicht einmal mehr das Bemühen um Losgelassenheit und Légèreté erkennen lassen. Und werden dafür mit Platzierungen in den vorderen Rängen belohnt. Dabei stehen diese Ritte im krassen Gegensatz zu den Kriterien der Reitlehre von FN/FEI. Dazu kommt das Doping-Problem, bei dem sich längst nicht mehr alle gefundenen Substanzen mit einer therapeutischen Verabreichung erklären lassen. Darüber hinaus gibt es keinerlei ergebnisoffene, wissenschaftliche Diskussionen über das Equipment (z.B. Gebisse und Zäumungen) und wie diese eigentlich auf das Pferd wirken. Stattdessen dominiert das Verstecken hinter althergebrachten Zöpfen und der Verweis auf die vermeintlich spektakulären Ritte auf den sogenannten „happy athletes“. So wird dieser Sport mittelfristig in Europa aussterben. Ob er das verdient hat? Falls diese Entwicklung weitergeht: ja!
    PS: Es gibt Ausnahmen, die auch heute noch ziemlich konstant schöne Ritte zeigen.


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