WDR: Quotenheischen durch „Rollkur“-Bericht vom CHIO Aachen

Facebook Screenshot CHIO Aachen 2017

Ausschnitt aus dem Videoclip vom CHIO Aachen, der Rollkur-Reiten zeigen soll auf der Facebookseite von Quaks & Co (© https://www.facebook.com/QuarksundCo/)

Das WDR-Magazin Quarks & Co und das Radiomagazin Leonardo auf WDR 5 melden sich wenige Tage nach dem CHIO Aachen mit Beiträgen zu Wort, die auf den „Rollkur“-Zug aufspringen. Mit der These, in Aachen sei mittels „Hyperflexion“ oder „low, deep and round“ und damit Tierschutz relevant abgeritten worden. Mit Kandaren sei Pferden „durch das Maul gesägt“ worden. Schluss mit diesem Blödsinn! Ein Kommentar von St.GEORG-Chefredakteur Jan Tönjes

Mal wieder hat der WDR unter dem Deckmantel der Tierfreundschaft auf dem CHIO Aachen versucht, Quote zu machen. Die Zutaten kennt man, verdeckte Aufnahmen beim Abreiten, dazu Expertenstatements, fertig. So sah auch ein Bericht vom Hallenturnier in Münster vor drei Jahren aus.

Was ließ Wilhelm Busch über seine Witwe Bolte wissen? „Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.“ Bei Witwe Bolte handelt es sich im Sauerkohl. Beim WDR könnte einem sauer aufstoßen, wenn das immer selbe Prinzip aus der journalistischen Mottenkiste hervorgeholt wird. Die gute alte schwarz-weiß-Denke funktioniert immer: Pferd auf Wiese: weiß. Pferd unterm Sattel: schwarz. So einfach ist das. Zumindest scheint die Denke einiger Redaktionen des WDR in etwa so zu funktionieren. Quarks & Co im TV-Programm und Leonardo auf der Rundfunkwelle WDR5 geben sich als „Wissensmagazine“ aus. In den Beiträgen wird erklärt, kommen Experten zu Wort, wunderbar. Nur wenn es um den Pferdesport geht, dann wird die Sache im konkreten Beispiel dünn.

Massive Anschuldigungen zum Abreiten

Die Autorin Katharina Adick hat sich in einem Interview auf der Rundfunkwelle WDR 5 sieben Minuten lang ausgelassen über das, was sie auf dem Dressurabreiteplatz in Aachen gesehen haben will: Pferde hätten „gezielt Schmerzreize“ verabreicht bekommen. Mit Kandaren sei „durch das Maul gesägt“ worden. „Quetschungen bis auf den Knochen“, seien aufgetreten. Die Pferde seien in der sogenannten Rollkur geritten worden, einer Position, die nun auch „low, deep, and round“ genannt würde. „Das ist relativ neu“, ergänzt die Autorin im Interview im Rundfunkstudio.

LDR etwas neues?

Jedem, der sich mit dem Thema für mehr als einen kurzen TV-Beitrag auseinandergesetzt hat, kommt diese Aussage allerdings „neu“ vor. Bereits im Februar 2010 hatte der Weltreiterverband nach einem Round-Table-Gespräch die Methode als in Maßen akzeptabel befunden. Das hatte für weitere Diskussionen gesorgt und debattiert wurde bereits seit den Europameisterschaften 2005 in Hagen. Neu war das Kürzel LDR schon damals nicht mehr, vielmehr war er schon bald nach dem Aufschrei gegen diese Methode von den Protagonisten dieser Reiterei, namentlich dem Trainer Sjef Janssen und seiner Ehefrau Anky van Grunsven (NED) etabliert worden, um das hässliche Wort Rollkur zu vermeiden und dem ganzen einen wissenschaftlichen und sportmedizinischen Anstrich („Stretching“) zu verleihen.

Julia Rau

Anky van Grunsven beim Abreiten im Rahmen der Europameisterschaften 2007. Als „LDR“, Abkürzung für „low, deep and round“ wollten die Verfechter dieser Methode damals diese Form des mechanischen Zwingens des Pferdes in eine Form verstanden wissen. Ohrenhaltung, Blick und der Schweif signalisieren deutliches Unwohlsein des mehrfachen Olympiasiegers Salinero. (© Julia Rau)

Die „Wissenschaftlerin“ Dr. Kathrin Kienapfel, mit dem WDR-Team offensichtlich vor Ort, zitiert das Tierschutzgesetz und kommt zum Fazit, hier sei klar gegen eben jenes verstoßen worden, da den Tieren beim Abreiten wissentlich „Schmerz oder Leid“  zugefügt wurde. Auch die Westernreiterin Dr. Vivian Gabor, die neben ihrem Pferdestall im Harz ein Privatinstitut für „Verhalten und Kommunikation“ betreibt, wird als Referenz bemüht. Parallel wird auf der Facebookseite von Quarks & Co ein kurzer Clip gezeigt, 40 Sekunden lang. Zu sehen sind Pferde, die mit der Nase an bzw. hinter der Senkrechten gehen. Mit wenigen Ausnahmen – wir sprechen von Sekunden – wirken die Pferde entspannt, die Schweife pendeln, sie arbeiten über den Rücken. Von drangsalieren, von „sägenden Kandaren“, „Quetschungen“ ist nicht zu sehen.

Im kurzen Facebook-Video wird reißerisch in schwarzen Blockbuchstaben auf signalgelbem Grund der Tenor deutlich: „Tierquälerei“ steht dort und „Viele Reiter ziehen den Kopf der Pferde eng an deren Brust“ und später: „das sei tierschutzwidrig, sagen uns unabhängige Experten“. So prangt es in den Sozialen Netzwerken dem Betrachter entgegen. Namen werden nicht genannt, dafür wird ein Statement der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingeblendet, das aber nicht komplett zu lesen ist. Stattdessen wird zitiert, es sei „unschönes Reiten. Aber keine Tierschutzwidrigkeit“. (Das vollständige FN-Statement können Sie unter diesem Kommentar lesen).

Acht Minuten lang sollen die Originalaufnahmen sein, was daraus verwendet wird, wer und vor allem was genau dort zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten. Die Reiter sind in dem 40-Sekunden-Filmchen unkenntlich gemacht, also verpixelt. Dass es sich um mindestens einen Niederländer und eine US-Amazone handelt, kann man aber deutlich erkennen.

Autorin Adick, die sich für den WDR auch schon mit vielen anderen gesundheitlichen und gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigt hat, ist eine freie Mitarbeiterin, die Themen anbieten muss, möchte sie Geld verdienen.

Der WDR, als Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ein von Gebührenzahlern finanzierter Sender, ist ein großes Haus, in dem viele Menschen Geld verdienen. Als Redakteure, Reporter oder im Planungsbereich und der Recherche. Geld für den Pferdesport (der eben nicht so populär ist wie „König Fußball“) auszugeben, ist aus meiner Sicht richtig. Die Einschaltquoten aus Aachen zeigen Jahr für Jahr, dass das Interesse besteht. Aber das Geld für schlecht recherchierte „Wissenschafts-Berichte“ sollte sich der WDR lieber sparen.

Und wer das jetzt als billige Polemik eines Fachjournalisten (vermutlich für manch einen, eines „Fachidioten“) abtun möchte, dem sei gesagt: Ich selbst habe fast zehn Jahre lang für diverse Öffentlich- rechtliche Rundfunkanstalten gearbeitet. Ich weiß deshalb einerseits um die dort eigentlich geltenden hohen Qualitätsansprüche, andererseits aber auch, dass in diesen großen Häusern die linke Hand nicht notwendigerweise weiß, was die rechte tut. Wobei das starke Engagement des WDR beim CHIO Aachen wohl jedem im Sender bekannt sein dürfte. In diesem Zusammenhang muss man auch erwähnen, dass es ARD-Mann Carsten Sostmeier war, der bei der EM 2015 den lahmenden Totilas auch ebenso bezeichnete. Der WDR kann also Pferdesport darstellen, ohne die kritische Distanz zu verlieren. So wie es sich Öffentlich-rechtlich gehört.

Der Sport liegt im Fokus der Öffentlichkeit, der St.GEORG hat sicherlich auch dazu beigetragen. Damit haben wir uns nicht immer bei allen beliebt gemacht. Das wollten wir auch nicht. Wir wollten nur aufzeigen, dass der Sport Mitte des vergangenen Jahrzehnts in die falsche Richtung abzudriften drohte.

Julia Rau

Bilder wie dieses sind in den vergangenen Jahren kaum noch zu beobachten gewesen. (© Julia Rau)

Seitdem hat sich viel getan und tatsächlich waren es in Aachen in diesem Jahre mehrere Menschen, die feststellten, dass sich mittlerweile auf den Abreiteplätzen vieles positiv verändert habe. Hin zu einem besseren, faireren Umgang mit dem Pferd. Losgelassenheit steht wieder hoch im Kurs. Die bloße Reduktion auf die Position der Stirn-Nasenlinie ist einfach, weil auch von Laien zu erkennen. Laien erkennen aber noch einen weiteren Aspekt: Harmonie. Sogar besser noch als manch ein Richter, der neben diesem Aspekt auch andere wie präzises Reiten von Punkt zu Punkt zu beurteilen hat und in seiner Note die Gewichtung nicht immer  so vornimmt, wie man sich das wünschen würde.

Von mangelnder Harmonie sprach beim CHIO 2017 niemand, weder Laien noch Fachpublikum. National hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) einen Katalog erarbeitet, an dem u.a. auch Klaus Balkenhol und Hubertus Schmidt mitgearbeitet haben, in dem auch definiert wird, dass ein Pferd, dessen Nasen-Stirnlinie sich beim Abreiten hinter der Senkrechten befindet, nicht automatisch in zu enger Halshaltung und damit einer Zwangsposition gearbeitet wird.


St.GEORG

In der Januarausgabe 2014 des St.GEORG haben wir Ausbilder zur Nasen-Stirnlinie hinter der Senkrechten befragt. (© St.GEORG)

„Klassisches Reiten heißt für mich, dass das Pferd mit aktivem Hinterbein über den schwingenden Rücken, dem Bewegungszentrum, von hinten nach vorne ans Gebiss herantritt. Dabei ist die obere Halsmuskulatur aufgewölbt und die Unterhalsmuskulatur entspannt. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, dann darf die Stirn-Nasenlinie im Training auch einmal für Momente hinter die Senkrechte gelangen. Ein so gymnastiziertes Pferd wird immer das Genick öffnen und sich an die Hand des Reiters heran dehnen.“

Klaus Balkenhol, Olympiasieger als Reiter und als Trainer

„Ich trenne die Lösungsphase sehr klar von der Arbeitsphase. Beim aufwärmen will ich die Pferde in Dehnungshaltung. Sie sollen den Hals vom Widerrist aus fallen lassen. Mein Vater hat immer gesagt, tendenziell müssen sie mit der Nase durch den Dreck pflügen. Dabei sind sie nicht immer vor der Senkrechten. Gerade zu Anfang machen die Pferde sich schon mal eng und rollen sich ein. Wer da ein schlechtes Foto haben will, bekommt es. Aber das ist nun mal die Realität. Es ist ein Idealbild, dass das Pferd sich immer an die Hand heran dehnt. Das ist unser Ziel. Aber das funktioniert nicht von Anfang an.“

Ingrid Klimke, Olympiasiegerin

Das Heft können Sie hier digital bestellen und das komplette Special „Wann ist zu eng zu eng?“ lesen.


Dressursport im Fokus

Wirklich schlechtes Reiten und echte Brutalität gegen Pferde hat es leider in Aachen in den vergangenen Jahren immer mal wieder gegeben, zuletzt tauchten nach Abschluss der Europameisterschaften 2015 Bilder auf Facebook auf, die Edward Gal und Undercover bei vollkommen inakzeptablen Trainingseinheiten zeigten. Dann sich zu Wort zu melden, Experten einzubeziehen und dem Veranstalter unangenehme Fragen zu stellen, ist nicht nur recht und billig, sondern eines jeden Journalisten Pflicht.

Wir selbst haben in Aachen damals immer wieder beim Abreiten hingeschaut und uns im Nachhinein geärgert, dass wir besagte Trainingseinheit nicht selbst gesehen hatten. Deswegen konnten wir auch die Quelle dieser Bilder auf Facebook nicht benennen und haben uns deswegen zurückgehalten. Man kann nur schreiben, was man selbst gesehen hat. Wir hätten sie angeprangert, gerne auch im Recherche-Schulterschluss mit anderen Kolleginnen und Kollegen, denen es wie uns um einen fairen Umgang mit der Kreatur Pferd geht.

Wenn es aber darum geht, vorurteilsbeladen und mit „Wissenschaftlerinnen“ im Schlepptau vorgefertigten Kampagnenjournalismus zu betreiben, kann man nur den Kopf schütteln. Und den WDR fragen, ob gebührenfinanzierter Rundfunk bei der Auswahl freier Mitarbeiter und Expertinnen vielleicht etwas mehr Sorgfalt walten lassen sollte.

Jan Tönjes


Das Statement der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN):

„Der CHIO Aachen ist ein internationales Turnier, das nach dem Regelwerk des Weltreiterverbandes FEI ausgetragen wird. Sowohl nach internationalem als auch nationalem Reglement sind aggressives Reiten und eine Zwangshaltung des Pferdes, die durch Krafteinwirkung hervorgerufen wird, nicht akzeptabel. Derartiges Verhalten ist jedoch in dem achtminütigen Videomaterial, das uns vorliegt, nicht zu beobachten. Sicher wird hier in Teilen unschönes Reiten gezeigt, jedoch keine Tierschutzwidrigkeit.

Legt man unser noch strengeres nationales Reglement in Form des Kriterienkataloges für den Vorbereitungsplatz zu Grunde, der in Aachen auf internationalem Niveau nicht zur Anwendung kommt, muss man Pferd und Reiter in ihrer Gesamtheit betrachten und nicht nur den Kopf-Hals-Bereich. Der Katalog erleichtert Reitern und Aufsichtspersonen die Einschätzung, was pferdegerecht ist (grüner Bereich), was grenzwertig ist (gelber Bereich) und welche Form des Reitens nicht pferdegerecht ist (roter Bereich) und ein Einschreiten notwendig macht. Die uns vorliegenden Szenen entsprechen demnach nicht allesamt dem Idealbild. In solchen Situationen wünschen wir uns ein harmonischeres Reiten und gefühlvolleres Einwirken.

Bei der Betrachtung einzelner Szenen befinden sich die gezeigten Paare einige Male deutlich im gelben Bereich, da zum Beispiel Takt- oder Balancestörung zu sehen sind, die Stirn-Nasen-Linie teilweise hinter der Senkrechten ist, die Kopf-Hals-Haltung auch mal zu eng ist und sich die Pferde manchmal widersetzen. Ein gelegentliches Abdriften in den gelben Bereich macht noch kein sofortiges Handeln der Stewards notwendig. Aber Harmonie sieht anders aus. Der gelbe Bereich bedeutet auch, dass das Aufsichtspersonal hier genau hinsehen muss. Es muss aber erst einschreiten, wenn über einen längeren Zeitraum so geritten wird.

In den uns vorliegenden Szenen loben die Reiter ihre Pferde zwischendurch. Die Ohren der Pferde sind weder deutlich und dauerhaft verkrampft nach hinten angelegt, noch stehen die Pferde permanent unter Spannung, sie schlagen nicht ständig oder heftig mit dem Schweif oder klemmen diesen ständig ein. Diese Anzeichen zählen zu den Kriterien für den roten Bereich. Wenn dieser erreicht worden wäre, müsste wir von nicht pferdegerechtem Reiten sprechen und es hätte Handlungsbedarf bestanden. In Aachen waren im Bereich Dressur elf Stewards sieben Tage lang rund um die Uhr im Einsatz und haben die Einhaltung des FEI-Regelwerks überwacht. Nach unseren Informationen verlief die Vorbereitung der Pferde in Aachen noch nie so problemlos, wie in diesem Jahr.“

Warendorf, Juli 2017

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.

  1. M Maier

    Sehr geehrter Herr Tönjes,

    nach Durchsicht des obigen genannten Artikels stellen sich mir dann doch einige Fragen:

    1) Aus welchem Grunde verwenden Sie bei der Bezeichnung von Dr. Kienapfel und Dr. Gabor als Wissenschaftlerinnen Anführungszeichen? Haben Sie Zweifel an deren wissenschaftlicher Reputation oder Tätigkeit? Wenn ja, was sind denn Ihre Kritikpunkte?

    2) Für Ihre These, dass beim CHIO in Aachen „niemand“ von mangelnder Harmonie gesprochen habe, führen Sie wenig stichhaltige Beweise an. Gründet sich diese These auf Ihren Eindruck vor Ort oder haben Sie dazu eine Befragung bei Zuschauern und Aktiven vor Ort und den Fernsehzuschauern durchgeführt?
    Ich selbst habe den CHIO Aachen 2017 in Teilen vor dem Fernseher verfolgt und kann daher wenig zu den Methoden auf dem Abreiteplatz sagen. Harmonie ist natürlich ein subjektives Kriterium, wie ich immer wieder feststellen muss. In den Prüfungen waren jedenfalls bei manchen Pferden straff gespannte Kandarenzügel und weit geöffnete Mäuler zu sehen. Im Springen waren Pferde mit aus dem Maul hängenden Zungen am Start.

    3) Die Aussage, dass der Sport Mitte des vergangenen Jahrzehnts in die falsche Richtung abzudriften drohte, wird meines Erachtens bereits in Ihrem Beitrag konterkariert. Auf dem Bild von Patrick Kittel und Scandic (?) ist klar die Bandenwerbung „London 2012“ zu erkennen. Desweiteren führen Sie die Beispiele Gal und Rath bei der EM 2015 an. Diese ist gerade einmal zwei Jahre her.
    Taugt also der CHIO Aachen 2017 als alleiniger Gradmesser für eine nachhaltige Verbesserung im Tierschutzbereich?

    Ich würde mich freuen, wenn Sie in einer der nächsten Ausgaben Ihrer Zeitschrift der Frage, ob sich die Zustände im Dressursport wirklich verbessern, weiter nachgehen würden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Matthias Maier

  2. Maria Roettger

    Ich weiß, dass ich den St Georg nicht abonnieren werde! Dieser Bericht ist ja krassen leider sind auch einige Unwahrheiten oder besser Dinge einfach weg gelassen worden! Sie wollen wohl Ihre Leser in die Irre führen? Es mag sein, dass das noch bei einigen Möglich ist, aber die Mehrheit weiß mittlerweile um was es geht bei LDR. Ich denke mal wenn Sie wie EPONA und schwedische Magazine wahrheitsgemäße über die Regeln der FEI berichten würden, Sie hätten mehr Abonnenten! Sehr Schade, dass ein Magazin wie das Ihre es nötig hat so heuchlerisch zu arbeiten! Zum Nachdenken ! Grüße aus Irland 🇮🇪 auch hier weiß man worum es geht!

  3. Monika Villioth

    So viel Arroganz ist unfassbar.
    Jeder Reiter weiss was auf unseren Abreiteplätzen geboten wird und ja, es ist nicht tierschutzgerecht.
    Es geht um Erfolg und Geld, das Tier bleibt auf der Strecke.
    Sich dann hinreissen zu lassen kritische Berichterstattung als polemisch abzukanzeln…
    Ohne Worte, gerade in der momentanen Diskussion über die“Blood Rule“,Doping im Distanzsport, erlaubte Gebisshorrorkominationen im Springsport, usw.,usw.
    Mit freundlichen Grüßen,
    M.Villioth

  4. Dorit Ewers

    Dieser Artikel ist ein Witz, aber kein Journalismus!
    Ich frage mich, was Herr Toenjes wohl fuer eine Ausbildung im „pferdewissenschaftlichen“ Bereich hat, um dieses Abreiten zu beurteilen!
    Anscheinend Keine! Denn jeder sieht, was dort vorgeht. Und jeder weiß auch, wieso sich die Bilder auf den Abreiteplaetzen verbessert haben- weil die Reiter Angst haben vor Video- und Fotoaufnahmen! Zuhause geht das noch ganz anders zur Sache… weiß jeder! Und jeder der sagt, stimmt nicht, macht sich eins vor oder lügt!
    Peinlich St. Georg… sehr peinlich!

  5. Juliane Waas

    Haben Sie eigentlich das Zitat von Ingrid Klimke mal richtig gelesen? Da steht 2x (!!!), dass nicht jedes Pferd „von Anfang an“ an den Zügel heran tritt und vor der Senkrechten bleibt. Und so wie ich sie verstehe, meint sie damit die Grundausbildung des Pferdes. Die Pferde in dem Video sind NICHT in der Grundausbildung. Und selbst wenn man es so versteht, dass sie vom Beginn der Aufwärmphase sprechen würde (was ich nicht glaube, wenn ich Ingrid Klimke mit ihren Pferden sehe) – die gezeigten Pferde sind NICHT am Beginn der Aufwärmphase und auch in keiner Weise in Dehnungshaltung vom Widerrist an!
    Außerdem verstehe ich nicht, was „Quotentheischen“ sein soll… ich vermute, es ist ein Druckfehler.

  6. Katja Müller

    Im Gegensatz zu den meisten vorherigen Kommentaren begrüße ich Ihren mutigen Artikel. Ich denke, St. Georg möchte mitnichten die Methode LDR gutheißen oder gar reinwachsen, im Gegenteil; wenn sich ein Magazin von Anfang deutlich und kritisch dazu positioniert hat, dann ist es dieses.
    Aber ich teile Ihre Einschätzung, dass in Reportagen leider in der letzten Zeit zunehmend eine Tendenz zu beobachten ist, tendenziös und offenbar ergebnisorientiert zu berichten, was meines Erachtens mit kritischem Journalismus nichts zu tun hat. Dass es schwarze Schafe gibt steht außer Frage, ebenso, dass es wünschenswert ist, dass diese -auch in den Medien – deutlich kritisiert werden dürfen und müssen. Aber wenn undifferenziert ein ganzer Sport an den Pranger gestellt wird, werden damit offensichtlich andere Ziele verfolgt. Ich kenne den WDR Beitrag nicht und kann daher zu diesem konkret nichts sagen, habe aber im letzten Jahr in drei Fällen Reportagen zu Themen gesehen, bei denen ich die Hintergründe persönlich kannte, wobei nicht immer der Reitsport betroffen war. In diesen Fällen habe ich mich jedesmal unfassbar geärgert, dass es offensichtlich häufig nicht mehr darum geht, einen Sachverhalt umfänglich kritisch zu recherchieren und darüber zu berichten, sondern dass eine „Skandal“-Geschichte Erzählt werden sollte, die von Anfang an feststand.
    Wie gesagt, kritische Berichterstattung auch im Reitsport ist abdingbar, aber ebenso muss es möglich sein, tendenziöse und undifferenzierten Journalismus zu kritisieren ohne dann seierseits an den Pranger gestellt zu werden.

  7. Daniela Studer

    Eigentlich haben doch Herr Tönjes, Frau Adinck und Frau Kienapfel das gleiche Ziel: Reiten in Rollkurhaltung ist nicht pferdegerecht. Und jetzt fliegen wieder die Fetzen. Bedauerlich, dass man noch nicht begriffen hat, dass es dringend notwendig ist, zusammen für korrektes Reiten einzustehen. Auch ein Laie sollte ohne spezielle Erklärungen am Rande eines Abreitplatzes ein gutes Gefühl haben. Sollten es in Zukunft Pferdeleute nicht fertig bringen gemeinsam für ein korrektes und pferdefreundliches Reiten einzustehen, werden Pferdesport und vielleicht auch Freizeitreiten irgend wann Geschichte sein. Also, bitte notwendige Energien nicht in Kleinkriegen verschwenden, sondern nach Lösungen und Verbesserungen suchen – gemeinsam. „… und bitte denken Sie an unser Pferde!“

  8. Carmen Fischer

    Wo sind eigentlich die TV-Berichte über die geschundenen Freizetpferde in unseren Ställen?
    Wir wollen doch alle Tierschutz betreiben, oder?
    Wieso sehe ich als Tierarztin in unseren Freizetställen so viele Verstöße gegen den Tierschutz?
    Pferde die ohne Wasser, Bremsen- oder Witterungsschutz auf der Koppel stehen, entzündete, Augen, offene, schlecht behandelte Verletzungen, chronisch lahme Pferde ohne Schmerzbehandlung, Sonnenbrand, Giftpflanzen auf der Weide, Leberschäden, mangelhafte Sattelanpassung, mangelhaftes reiterliches Vermögen, mangelhaftes Wissen über Fütterung, Pflege und Beschlag…….
    Mensch die Freizeitreiterindustrie brauch sich in Sachen Tierschutz und zufügen von Schmerzen wahrlich nicht zu verstecken.
    Wie es dieses Jahr in Aachen war, keine Ahnung, ich war nicht dort. Was ich jedoch tagtäglich bei sogenannten Pferdefreunden sehe, das reicht mir allemal.
    Zur Beurteilung zu Schmerzzufügung bei Pferden langt eben, die Stirnlinie vor der Senkrechten, nicht aus.
    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Medien auch mal diese Missstände thematisieren könnten.


Schreibe einen neuen Kommentar