Weltcupfinale Dressur: Von Werth und Werndl – Plätze fünf bis acht

ARCHIVFOTO: Isabell Werth und El Santo

(© Pauline von Hardenberg)

Keine 1,5 Prozent trennten Platz fünf von Platz acht. Isabell Werth und El Santo gaben alles und Hans Peter Minderhoud hat mit Johnson ein Pferd für die WEG in der Normandie. Ein Blick auf die Plätze fünf bis acht.

Wenn Isabell Werth kämpfen muss, ist sie immer am besten! Heute war so ein Tag. Nicht, dass sie mit El Santo kämpfen musste, sondern sie war ja nicht ohne Ambitionen nach Lyon gefahren. Ihr Rheinländer Ernie soll tanzen. Lets Dance, die David Bowie-Kür, gewohnt trickreich und komplex in der Choreographie: Gleich nach dem Gruß eine Passage-Traversale. Und was für eine! Zur Piaffe mit leichter Anlehnung zwar immer noch leicht im Vorwärts aber um Klassen besser als gestern noch im Grand Prix ertönt das markante Bassgewummer Under Pressure.Weit greift Ernie aus in den Trabtraversalen. Für Momente ist Werth etwas vor derMusik. Zum Schritt erklingt Piano und Isabell ist wieder 100 Prozent im Einklang mit der Musik. Guter starker und versammelter Schritt. Kleiner Fehler in der Pirouette zum Auftakt der Galopptour, es folgen sichere Zweierwechseln nach Traversalen und volles Risiko im starken Galopp. Starman, noch einmal David Bowie, zum Ende der Kür. 79,071 Prozent Platz fünf bei der 13. Finalteilnahme für die 44-Jährige.
Die Niederländerin Danielle Heijkoop und Siro v. Gribaldi sagen: Willkommen in den 1980-er Jahren! Princes 1999 macht den Auftakt zu Passagen und Piaffen. Das kann der Gribaldi-Sohn! In der Trabverstärkungen müsste er hinten kräftiger abfußen. Genau das tut er in den Piaffen nahezu in Perfektion, zumal auch die Nase heute nicht so eng ist wie gestern im Grand Prix. Die junge Holländerin, die das erste Mal bei einem Finale dabei ist, reitet sehr routiniert. Im Schritt kommt der Schamachtfetzen Purple Rain zum Einsatz. Im Galopp dann Diamonds and Pearls und gleich ein starker Galopp an der langen Seite, an den sich am Wechselpunkt eine Pirouette anschließt, daraus über die Diagonale Zweierwechsel und dann Zickzack-Traversalen.Spiegelbildlich folgen dieselben Lektionen auf der anderen Hand. Sehr schöne Linie im letzten Drittel der Prüfung: Piaffe mit 45-Grad-Drehung daraus Passage, dann wieder Piaffe wieder 45-Grad-Wendung und wieder Passage. Am Ende dann nochmal eine der schwächeren Lektionen: Starker Trab, bei dem sich der Wallach im Hals mehr dehnen müsste und vor allem deutlicher mit den Hinterbeinen überfußen! Zum Schluss eine Piaffe, an der man aber auch gar nichts aussetzen kann. 77,946 Prozent, Platz sechs.
Nun also! Der große Moment, Premiere beim Weltcupfinale für Jessica von Bredow-Werndl und Unee v. Gribaldi. Die Bayerin und der niederländische Hengst hatten die Qualifikation in Götheburg gewonnen und schon in Neumünster die 80-Prozent-Grenze hinter sich gelassen. Wird es wieder gelingen? Im Galopp zum Auftakt gleich eine doppelte Pirouette und Einerwechsel auf der Mittellinie,alles zu Fluch der Karibik, und recht frisch. Unee ist motiviert, aus der doppelten Pirouette gehts im starken Galopp die Mittellinie auf die Richter zu, dort dann eine Piaffe mit Richtungswechsel und ein Übergang in einen gelassenen starken Schritt: Alles gut, aber eben nicht ganz so gut wie bei den beiden Turnieren zuvor. In der Anlehnung ist der Hengst besser als gestern, konstanter ist das Genick der höchste Punkt. Rolling Stones Painted Black zu Zickzack-Traversalen im Trab. Die Zweierwechsel sind nicht ohne Fehler. Nach einer Piaffe mit dreifachem Richtungswechsel ist das Debüt beim Finale abgeschlossen, Jessica strahlt und winkt und klopft und klopft und winkt und strahlt. Und der Hengst geht gemessenen Schrittes hinaus, Platz sieben mit 77,768 Prozent. Bundestrainer Jonny Hilberath sieht eine gute Leistungskurve: Der Hengst wird auf jedem Turnier besser, gewinnt an Kraft und Ausdruck.
Die Niederländer Hans Peter Minderhoud und Johnson v. Jazz haben sich schon recht früh kennengelernt. Der Braune wurde Weltmeister der Jungen Dressurpferde, jetzt geht er sein erstes Weltcupfinale. Passagen und Piaffen zum Auftakt ganz gleichmäßig, begleitet von Streichern. Bei A eine Piaffe mit 90-Grad-Drehung auf die Mittellinie, daraus starker Trab auf die Richter zu. Piano und Geige begleiten den Schritt auf der Diagonalen, knapp ein halber Huf Übertritt. Galopp zunächst mit halben Travesalen und einem voll ausgerittenen starken Tempo, sicheren Zweierwechseln auf der Diagonalen, dann wieder starker Galopp, Pirouette und Einerwechseln. Eine präzise, gehorsame Runde, sicherlich noch nicht mit höchstem Schwierigkeitsgrad, aber sehr harmonisch und um Klassen besser als beim Qualifikationsturnier in Neumünster im Februar. 77,625 Prozent, Achter.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.