Werths Weihegold geht Weltcup und Werndls große Chance

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Isabell Werth und Weihegold beim Weltcupfinale in Paris 2018 (© www.paulinevonhardenberg.com)

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf waren auch Dressurbundestrainerin Monica Theodorescu und Isabell Werth anwesend und sprachen über nahe und ferne Ziele.

Das nächste Nahziel ist nun erst einmal das Weltcup-Finale in Göteborg, das kommende Woche Mittwoch beginnt. Isabell Werth tritt dort als Titelverteidigerin an. Bislang war unklar, welches Pferd sie mitnehmen wird, Emilio oder Weihegold. Gestern gab sie bekannt, dass ihre Wahl auf die Oldenburger Don Schufro-Tochter gefallen ist, mit der sie auch schon 2017 und 2018 siegreich gewesen war.

Emilio soll in Hagen das erste Freiluftturnier gehen, begleitet von Weltmeisterin Bella Rose, die dort auch „frische Luft schnuppern“ soll. Das bedeutet, Werth nimmt sie zum Training mit, wird aber keine Prüfung mit ihr reiten. Für die Belissimo M-Tochter lautet das Saisonziel ganz klar: Europameisterschaften in Rotterdam.

Die 49-jährige Werth sprach auch über die Pferde, auf denen ihre Hoffnungen für die Zukunft liegen. Der Schimmel Belantis v. Benetton Dream, einst Siegerhengst der Körung in Neustadt/Dosse, inzwischen aber gelegt, soll dieses Jahr Grand Prix gehen.

Außerdem hat sie noch die Rappstute Superb im Stall. Die Hannoveraner Rappstute v. Surprice-Donautanz aus der Zucht von Marion Gabel war dreijährig Hannoveraner Championesse in Verden und wurde anschließend Sechste beim Bundeschampionat. Damals wurde sie noch von Marlene Heye vorgestellt. Über die Verdener Eliteauktion wechselte sie dann in den Stall von Isabell Werth.

Dort wurde sie nun ganz in Ruhe bis zur schweren Klasse ausgebildet. Wie Werth scherzte: „Die hat noch keinen Richter belästigt.“ Das ist nun für dieses Jahr geplant. Sie soll kleinere Prüfungen gehen.

Die Konkurrenz beim Weltcup-Finale

Gesellschaft bekommen Isabell Werth und Weihegold beim Weltcup-Finale von Helen Langehanenbergs Damsey und Benjamin Werndls Daily Mirror. Bei ihm sei eine „aufsteigende Tendenz“ erkennbar, freute sich die Bundestrainerin über den Neuen in den Reihen, der nachgerückt war, nachdem Dorothee Schneiders Sammy Davis Jr. aufgrund eines Infekts zurückgezogen werden musste.

„Benjamin kann sich in einem Championat beweisen und aus dem Schatten seiner Schwester heraustreten. Er ist ein toller Reiter und bildet sehr gut aus“, lobte die Bundestrainerin den 34-Jährigen. Ganz wichtig für sie:

Es ist angekommen, dass wir kein Closed Shop sind. Jeder der gut ist, soll sich beweisen können.

Werndl ist aktuell die Nummer 21 der Weltrangliste mit seinem Weltcup-Pferd Daily Mirror. Die beiden reisen als das drittbeste Paar der Westeuropa-Liga nach Göteborg.

Als starke Konkurrenz aus dem Ausland erachtet Monica Theodorescu unter anderem die beiden US-Reiterinnen Laura Graves und Kasey Perry-Glass. Graves und ihr KWPN-Wallach Verdades sind so etwas wie die Dauerkonkurrenten von Isabell Werth und Weihegold und haben sie auch schon das eine oder andere Mal geschlagen, unter anderem im Grand Prix Special von Aachen. Beim Weltcup-Finale hatte es bis jetzt nicht sollen sein. Aber Graves macht keinen Hehl daraus, dass es ihr erklärtes Ziel ist, eines Tages einen Titel vor Werth zu gewinnen.

Bei den Weltreiterspielen in Tryon hatte das auch nicht geklappt. Dort gab es Teamsilber für die USA und Einzel-Silber für Laura Graves. Mit im Silberteam ritt auch Kasey Perry-Glass auf Goerklintgaards Dublet. Die beiden wurden Sechste in der Einzelwertung in Tryon und konnten in dieser Wintersaison Lara Graves und Verdades zumindest einmal auf heimischem Boden in Wellington schlagen. Von den Paaren, die bei den WEG in der Einzelwertung vor ihnen platziert waren, sind nur drei auch in Göteborg am Start: Werth, Graves und Patrik Kittel (SWE).

Wobei nur Graves ihr Tryon-Pferd an den Start bringen wird. Patrik Kittel hatte die Weltcup-Saison mit Delaunay bestritten und mit Delatio. WM-Pferd Well Done de la Roche ging nur in Nizza einmal Grand Prix (Sieg mit 77,130 Prozent) und Special (Platz zwei mit 75,362 Prozent). Nachdem Delatio verkauft ist, bleibt also nur noch Delaunay. Bei dem Schweden sieht Bundestrainerin Monica Theodorescu den Heimvorteil, den er in Göteborg genießt. Als weitere starke Konkurrenz erachtet sie den Dänen Daniel Bachmann-Andersen und seinen KWPN-Hengst Zack, die auch schon in Paris 2018 am Start gewesen waren.

Olympiatest

Das EM-Jahr ist auch immer ein bisschen Testjahr für das folgende ganz große Championat. Das sind 2020 die Olympischen Spiele in Tokio, wo sich in den Reitsportdisziplinen einiges ändern wird. So werden auch in der Dressur nur noch drei Reiter pro Mannschaft an den Start gehen, deren Ergebnisse alle zählen. Ein Ersatzpaar ist erlaubt.

Außerdem sind es nicht mehr die Ergebnisse aus Grand Prix UND Special, die über die Mannschaftsmedaillen entscheiden, sondern nur noch die Ergebnisse des Special. Der Grand Prix ist ausschließlich Qualifikation für Special und Kür. Die Ergebnisse aus der dritten Prüfung entscheiden dann über die Vergabe der Einzelmedaillen. Die besten acht Mannschaften aus dem Grand Prix dürfen um die Einzelmedaillen ins Rennen gehen.

Wie das alles funktioniert, soll dieses Jahr erstmals „in Klein“ getestet werden. Dafür wurden die Future Champions in Hagen ausgesucht – nicht nur für den Ablauf, sondern auch für Datenverarbeitung etc.

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