WM junge Dressurpferde: Viele „lovely horses“ bei den Sechsjährigen, aber nur eine Fiontini

WIRKLICH DELUXE

Das Finale der Weltmeisterschaften wurde heute Vormittag eröffnet von der Rheinländer Stute Deluxe v. Don Primus-Wolkentanz II (Z.: Janet Stratmann, B.: Anja Walterscheid & Laura Stiegler) unter Laura Blackert. Die hoch elegante dunkelbraune Stute bot zusammen mit ihrer Reiterin ein Bild großer Harmonie mit ganz viel Elastizität und einer vertrauensvollen leichten Anlehnung. Einzig, die Richter hätten sich noch etwas mehr Engagement der Hinterhand gewünscht und im Schritt, dass die Bewegung etwas mehr über den Rücken geht. Unter dem Strich kam das Paar auf 86,40 Prozent und belegte am Ende Rang fünf.

ALLER GUTEN DINGE SIND DREI

Ein Pferd mit ganz viel Perspektive ist der Westfale Bohemian v. Bordeaux-Samarant (Z.: Heinrich Langewellpott, B.: Abildgaard Equestrian ApS), der mit Katrine Kraglund zwar eine dänische Reiterin hatte, aber für Deutschland an den Start ging. In der Qualifikation waren Pferd und Reiterin so durch den Wind angesichts der beeindruckenden Kulisse, dass sie letzte wurden. Aber dass der hochbeinige Fuchs einer fürs große Viereck ist, konnte man da schon erkennen. Aus dem kleinen Finale gingen die beiden als Sieger hervor. Und heute kam die große Chance. Heute war Bohemian ganz bei seiner Reiterin, machte keinerlei Fehler und nahm sogar den Applaus gelassen hin. Einzig: Kraglund richtet den Fuchs sehr hoch auf und macht ihn recht eng. Ein etwas weiterer Rahmen täten der Rückentätigkeit gut. Das Engagement der Hinterhand konnte die enge Halseinstellung aber trotzdem nicht beeinträchtigen. Da hat die Natur diesem Pferd viel in die Wiege gelegt. Auch die Richter mahnten die Reiterin, das Pferd mit weiterem Rahmen zu präsentieren, gaben aber trotzdem aufgrund seines Talentes noch 84 Prozent.

DER KLEINE BRUDER

Er sei noch etwas unreif hatte Heiner Schiergen nach der Qualifikation über den Westfalen Damon’s Classic v. Damon Hill-Lauries Crusador xx (Z.: Christian Becks, B.: Dr. Richard Seifert) gesagt. Aber er ist der Überzeugung, dass in dem Bruder seines Daley Thompson, den er bei den Siebenjährigen vorstellte, eine Menge drin steckt. „Was für ein beeindruckender Galopp“, schwärmten die Richter und zückten die 8,9. Einzig tatsächlich mangelt es dem Wallach im Trab noch an Tragkraft und Versammlung. Die Richter hätten sich außerdem mehr Schwingen über den Rücken gewünscht (7,8). Er ist bislang nur wenige Turniere in seinem Leben gegangen. Eben weil er noch recht unfertig war, hatten Schiergen und Becks im vergangenen Jahr auch entschieden, den Wallach nicht zum Bundeschampionat zu schicken, obwohl er qualifiziert war. Man kann sich gut vorstellen, dass er bei entsprechender geduldiger Förderung eines Tages ein echtes Klassepferd sein wird. Heute gab es 83,20 Prozent und Rang zehn.

TRAUMTRAB

Zum ersten Mal stellt Steffen Frahm bei Dressurpferdeweltmeisterschaften ein Pferd für den Hof Kasselmann vor, wo er 2015 als Bereiter angeheuert und dafür der Hengststation Jens Meyer den Rücken gekehrt hatte. Er saß heute auf dem Oldenburger Wallach Bluetooth v. Bordeaux-Riccione (Z.: Gestüt Lewitz, Z.: Elena Knyaginicheva), der dreijährig Bronze beim Bundechampionat gewann und anschließend über die P.S.I. Auktion verkauft wurde. „Wir waren wirklich beeindruckt von der Trabarbeit“, schwärmten die Richter angesichts des großartigen Takts mit ganz viel Engagement der Hinterhand, ausgeprägter Bergauftendenz und wunderbarer Anlehnung, fügten dann allerdings auch noch hinzu: „Bis der Galopp kam.“ Denn obwohl der hochbeinige Braune durchaus über eine funktionelle Galoppade verfügt, wollten die Wechsel nicht recht klappen. Am Ende kamen die beiden auf 81,80 Prozent und wurden Elfte.

NOCH EIN BRUDER VON

Rock Forever II war mit Ann-Kathrin Wilting angetreten, um in die Fußstapfen seiner berühmten Brüder Rock Forever und Revolverheld zu treten, die wie er aus westfälischer Zucht stammen und v. Rockwell-Landstreicher abstammen (Z. u. B.: Heinz Könemann). Aber der Wallach wirkte heute etwas unzufrieden in der Anlehnung und arbeitete vor allem im Trab nicht mit den Hinterbeinen unter den Schwerpunkt, sondern eher nach hinten heraus. So konnte er heute die 80 Prozent-Marke nicht knacken.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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