Zwischenführung für Total US und Edward Gal in Opglabbeek

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Screenshot ClipMyHorse Opglabbeek 2021 (© ClipMyHorse.tv)

Beim zweiten großen Dressurevent an diesem Wochenende, im belgischen Opglabbeek, kommen Hollands Big Names groß raus. Nach der Hälfte des 42-köpfigen Starterfelds führt Edward Gal vor Hans Peter Minderhoud und Adelinde Cornelissen.

Auf der Eventanlage Sentower Park im belgischen Opglabbeek sind internationale Reiter an diesem Wochenende am Start, die nicht nach Hagen zu Horses and Dreams gefahren sind. Vor allem die potenziellen Olympiakandidaten aus den Niederlanden. Und die gucken auf alles, was mit Vornamen Glock heißt. Die Pferde aus dem Besitz des österreichischen Waffenproduzenten, die Edward Gal und sein Lebenspartner Hans Peter Minderhoud reiten, sind vor allem im Fokus. Allen voran die Totilas-Söhne Total US und Toto jr. Beide stellt Edward Gal vor.

Mit dem von Paul Schockemöhle gezogenen Total US war Gal heute Vormittag um Viertel nach zehn im Viereck gefragt. Der Auftritt des Hannoveraner Hengstes in der Halle im Februar des Jahres hatte in sozialen Medien für viele Diskussionen gesorgt.

Heute kam das Paar auf 78,674 Prozent und setzte sich damit vorerst klar an die Spitze des Feldes. Insgesamt gehen nicht weniger als 42 Reiter-Pferd-Kombinationen in Opglabbeek an den Start.

Total US für Olympia?

Total US sah im Lifestream von ClipMyHorse „weniger aufgemischt“ als noch in der Halle aus, trug sich auch besser und ging weniger häufig eng. Dass er aber mit dem Schweif wie ein schwarzer Panther schlug, vor allem – aber nicht nur – in den Piaffen, wurde von der Jury kaum geahndet. In der zweiten Piaffe zog der Rappe das Hinterbein mehrfach extrem hoch, eine Rückwärtstendenz war deutlich erkennbar. In den Galopppirouetten war ein wirklicher Galoppsprung in den Hinterbeinen nur sehr selten zu sehen. Die Hinterbeine stemmten sich stattdessen parallel, beidbeinig in den Boden, statt auf möglichst kleinstem Kreisbogen um das innere Hinterbein zu springen. Die zweite Pirouette gelang dabei etwas besser als die erste. Der Chefrichter, der Niederländer Eduard De Wolff Van Westerrode, zückte dafür eine Neun. Zur Erinnerung: Er war es auch, der Totilas bei dessen letztem Start bei der EM in Aachen hoch bewertete. Seine Beurteilungen zeigen, dass er ein großer Fan holländischer Reitkonzepte ist.

Opglabbeek: Minderhoud und Dream Boy über 75 Prozent

Hans Peter Minderhoud und Dream Boy haben offenkundig daran gearbeitet, dass der Rapphengst sich mehr trägt. Das Pferd ging recht konstant in der Anlehnung und kippte selten deutlich hinter die Senkrechte. Insgesamt wirkte Dream Boy locker, wenngleich er viele reiterliche Hilfen mit Schweifschlagen quittierte. Aber nicht so peitschend wie sein Stallgenosse. In den Piaffen und auch einigen Passagen war die Hinterbeinaktion nicht immer gleichmäßig. Vor der ersten  Galopppirouette sprang der Vivaldi-Sohn mehrfach hinten kurz und beidbeinig. 75,065 Prozent bedeuten im laufenden Klassement vorerst Platz zwei für den 13-Jährigen Ferro-Enkel.

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Parzivals Neffe vorerst an dritter Position mit Adelinde Cornelissen

Platz drei nimmt nach der Hälfte des Starterfeldes in Opglabbeek Adelinde Cornelissen mit Governor ein. Auch er ein Sohn des Totilas. Seine Mutter ist eine Vollschwester zu Parzival, dem Fuchs, mit dem Cornelissen einst die Nummer eins der Welt war. Der mächtige Governor ging eine Prüfung ohne große Patzer. Die Piaffen versucht der Schwarzbraune auf kleinstem Raum zu zeigen, dabei steht das stützende Vorderbein deutlich nicht mehr im rechten Winkel zum Boden wie es eigentlich sein soll. Aber der Hengst senkt sich gut in der Kruppe. Auch hier gab es vereinzeltes Schweifschlagen. Cornelissen legte die Piaffen leicht im Vorwärts an. Das konnte aber nicht verhindern, dass sich dennoch einige unrhythmische Tritte zeigten. Die fliegenden Galoppwechsel waren gerade und bergauf.

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Die Bewertung des Paares war alles andere als gleichmäßig: Der Franzose Bernhard Maurel ahndete die schwachen Momente, kam summa summarum auf 71,739 Prozent. Der Belgier Jacques van Daehle, bekannt als Chefsteward am Aachener Abreiteplatz und damit qua Amt dort der Wächter über gutes (Ab-)Reiten, griff hingegen in die Vollen: Er sah augenscheinlich einen Weltklasse-Grand Prix: 78,261 Prozent sind, auch wenn man den Eindruck hat, dass es in 2020 und 2021 generell neben dem obligatorischen Promi-Zuschlag auch noch einen „Covid-19-Bonus“ (von passend mindestens 1,9 Prozent) zu geben scheint, eine Hausnummer für sich.