Ein Dreigestirn für Deutschlands Dressurreiter

Monica Theodorescu wird leitende Dressur-Bundestrainerin. Jürgen Koschel und Jonny Hilberath bleiben den Reitern als Assistenztrainer erhalten. Im Fahrerlager wird Karl-Heinz Geiger den Cheftrainerposten übernehmen.

Monica Theodorescu, die ja lange Jahre selbst zur ersten Garde der Aktiven zählte, ist die erste Frau in diesem Amt. Ab 1. Oktober ist sie im Einsatz. Von Seiten der Aktiven kam nur Zustimmung im Gespräch mit ST.GEORG: „Monica wäre super!“, meinte Anabel Balkenhol und erntete beifälliges Nicken ihrer Kolleginnen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) zitiert die neue Bundestrainerin: „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, bin mir aber auch der Verantwortung bewusst.“ Ihre eigene Turnierreiterei wird sie aufgeben „Beides ist nicht miteinander vereinbar“, erklärte die studierte Dolmetscherein, die fünf Sprachen spricht. Allerdings werden auf ihrem Gestüt Lindenhof auch weiterhin junge Pferde ausgebildet. Für den Beritt und die Betreuung der Kunden soll ab Oktober eine angestellte Pferdewirtschaftsmeisterin sorgen.

Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des DOKR, betonte: „Mit Monica Theodorescu bekommen wir eine große Sportlerpersönlichkeit als Bundestrainerin, die auf eine lange internationale Karriere zurückblicken kann und die mit den Strukturen und Herausforderungen des Dressursports bestens vertraut ist. Wir sind zudem sehr froh, dass wir mit den beiden Disziplintrainern Jonny Hilberath und Jürgen Koschel herausragende Ausbilder als Disziplintrainer gewinnen konnten.“

Hilberath hatte den Bundestrainer-Job nach dem tragischen Tod Holger Schmezers im Frühjahr dieses Jahres interimsweise übernommen. Sehr zum Bedauern der Mannschaft, die er nach London zu den Olympischen Spielen begleitet hatte, schafft er es jedoch nicht, die Arbeit für seinen eigenen Ausbildungsstall und die Aufgaben des Bundestrainers miteinander zu vereinbaren. Deshalb wollte er ursprünglich nach Ablauf seines Vertrages Ende des Jahres sein Amt niederlegen. Im ST.GEORG-Interview erklärten die Olympiareiterinnen, sie hätten alles getan, um Hilberath zu überreden. Nun bleibt er ihnen wenigstens zum Teil erhalten.

Jürgen Koschel, ohnehin Heimtrainer von Kristina Sprehe und zuständig für die U25-Kaderreiter, war in London als Hilberaths Assistenzcoach dabei und wird auch weiterhin zum Betreuerstab der Dressurmannschaft gehören.

Bleibt Becker?

Aller Voraussicht nach schon. Das jedenfalls berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Mit einem zehnten Platz im Mannschaftsspringen blieben die deutschen Springreiter bei den Olympischen Spielen zwar weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch will man Becker als Trainer halten, wie FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach betonte. Unter der Ägide des Mannschaftsolympiasiegers waren die Springreiter zuvor Welt- und Europameister mit der Mannschaft geworden. Becker selbst hat noch keine Zusage erteilt, sondern sich Bedenkzeit ausgebeten. Er würde weiterhin mit Heinrich Hermann Engemann zusammenarbeiten.

Und bei den Buschis?

Da wird aller Voraussicht nach das Erfolgsduo Hans Melzer und Chris Bartle weiterhin im Amt bleiben. Es fehlt nur noch die offizielle Bestätigung. Mit den beiden hatten die deutschen Vielseitigkeitsreiter nun zwei Mannschaftsolympiasiege in Folge geholt. Und Ingrid Klimke, die beide Male dabei war, betonte gegenüber ST.GEORG, dass die Zusammenarbeit fantastisch sei und dass sie den Anweisungen der beiden blind vertraue.

Von Seiten der FN heißt es, weitere Bundestrainerverträge würden derzeit ausgearbeitet.

Karl-Heinz Geiger löst Ewald Meier ab

Der 48-jährige Geiger war bislang vor allen Dingen als Jugendtrainer im Einsatz. Nun übernimmt der einst selbst mit dem Vierspänner erfolgreiche Geiger den Posten von Ewald Meier, der aus Altersgründen ausscheidet.

Auch im Zweispännerlager gibt es Neuerungen. Eckardt Meyer hört ebenfalls zum Jahresende auf. Die ZWeispänner werden ab 2012 von Wolfgang Lohrer (50) aus Meißenheim betreut. Der baden-württembergische Landestrainer gewann unter anderem Team-Silber mit der Zweispännermannschaft bei den Weltmeisterschaften 1999.

Disziplintrainer der Pony-Zwei- und -Vierspänner wird Peter Tischer. Für die Jugend ist künftig Dieter Lauterbach, Hauptsattelmeister am Hessischen Landgestüt Dillenburg, zuständig.

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