Fernsehen setzt Reiterverband unter Druck

Die FN kündigte Berufung beim Cas gegen milde Stafe für Ahlmann an.

Der deutsche Reitersport steht massiv unter Druck. In einem Brief vom 23. Oktober haben sich die ARD-Programmverantwortlichen an die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gewandt und striktes Vorgehen in Dopingfällen gefordert. Nicht ausgesprochen, aber angedeutet wurde die Möglichkeit, das Reiten ähnlich wie den Radsport aus den öffentlich-rechtlichen Sendungen zu verbannen. In seinem Brief berief sich der ARD-Sportkoordinator Axel Bakaulsky auf ein Gespräch in Warendorf vor einigen Wochen, in dem es um die Kernfrage gegangen war: Wie glaubwürdig ist der Reitsport zur Zeit und in Zukunft? Die Anfordrungen an den Sport im Programm der ARD seien nach dem Ausstieg aus Liveberichterstattung von der Tour de France gestiegen. Das Kriterium sei, ob der sportliche Wert einer Sportart noch gegeben sei. so Bakaulsky.

Aktueller Anlass für den Brief war die milde Strafe, vier Monate Sperre, für den deutschen Springreiter Christian Ahlmann, bei dessen Pferd Cöster bei den Olympischen Spielen eine scharfe Salbe nachgewiesen worden war. Die FN reagierte ungewöhnlich promptauf den Brief: In einer Eilsitzung am Donnerstag wurde beschlossen, beim internationalen Sportgerichtshof Cas gegen das FEI-Urteil vorzugehen, das erheblich von den im Humansport üblichen Sanktionen abweicht; dort wären zwei Jahre Sperre normal.

Das FEI-Tribunal erkannte nicht auf Doping, sondern auf die minderschwere Medikation A, die es nur im Pferdesport gibt. Der deutsche Verband beschloss, Ahlman für zwei Jahre aus dem Bundeskader zu streichen und nicht in Championatsteams zu berufen. Die rechtliche Grundlage dieser Entscheidung wird nicht nur von Ahlmanns Anwalt Andreas Klefisch angezweifelt. Die Sorge, dass der Pferdesport in den Medien tot sei, wenn man das Doping-Problem nicht in den Griff bekomme, äußerte auch Paul Schockemöhle, der Turnierveranstalter der German Classics an diesem Wochenende in Hannover. Neue Sponsoren zu finden, sei im Moment unmöglich.

Für Verwirrung sorgten die unterschiedlichen Urteilssprüche des FEI-Tribunals für im Prinzip ein und dasselbe Vergehen, den Einsatz einer verbotenen Medikation A.  Während der Ire Denis Lynch mit drei Monaten Sperre davon kam, wurde der Brasilianer Bernardo Alves dreieinhalb Monate, Ahlmann vier Monate und Rodrigo Pessoa, ebenfalls Brasilien, viereinhalb Monate gesperrt. die FEI begründete das in enem offiziellen Statement mit dem unerschielichen Ablauf der Verfahren, etwa wie schnell und plausibel die Reiter das Vorhandensein der verbotenen Substanz erklären konnten.

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