Fünf deutsche Reiter starten bei den Paralympics

Hannelore Brenner auf Lyriker in Mannheim 2007

(© Rau)

Im Anschluss an die Olympischen Spiele treffen sich die gehandicapten Reiter vom 6. bis 17. September zu den Paralympics in Hongkong. Fünf deutsche Reiter sind mit dabei: Angelika Trabert, Hannelore Brenner, Britta Näpel, Bettina Eistel und Steffen Zeibig.

Je nach Art und Schwere teilt man die Beeinträchtigungen in die Grade I bis IV ein. Danach richten sich die Aufgaben, die die Reiter zu absolvieren haben. 

Angelika Trabert (40, Grade III) fehlen seit ihrer Geburt beide Beine. Die Anästhesistin war bereits bei drei Paralympics, vier Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften am Start, gewann zehn Silber- und eine Goldmedaille. Daneben ist sie im regulären Dressursport bis zur Klasse M erfolgreich. In Hongkong ist sie mit Londria unterwegs.

Hannelore Brenner (45, Grade III) ist inkomplett querschnittgelähmt. Sie war schon bei zwei Paralympics und einer Weltmeisterschaft dabei und holte insgesamt dreimal Silber für Deutschland. Auch sie hat bereits Erfolge in Dressurprüfungen der Klasse M zu verzeichnen. Hannelore Brenner ist Diplom-Betriebswirtin und gelernte Augenoptikerin. Sie wird ihr Pferd Women of the World mit nach China nehmen.

Britta Näpel (42, Grade II) darf sich Pferdewirtin Zucht und Haltung nennen und ist ebenfalls eine gelernte Optikerin. Sie ist durch eine schwere Insektenschutzmittel-Vergiftung gehandicapt. Ihr größter Erfolg war die Einzelgoldmedaille in der Kür bei den Weltmeisterschaften 2007 in England. Sie ist Geschäftsführerin einer therapeutischen Reitanlage und des Landesleistungszentrums für Sportreiter mit Handicap in Rheinland-Pfalz. Für die Paralympics sattelt sie Cherubin.

Bei Bettina Eistel (46, Grade III) sind aufgrund einer Contergan-Schädigung beide Arme praktisch nicht vorhanden. Sie ist Diplompsychologin und arbeitet in Hamburg bei einer Beratungsstelle für Kinder- und Familientherapie. Auch sie war bereits bei diversen Championaten am Start und gewann sieben silberne und zwei bronzene Medaillen und setzt in Hongkong ihre Hoffnungen auf Benetton’s Fabuleux.

Hahn im Korb ist Steffen Zeibig (Grade II) auf Waldemar. Im Gegensatz zu seinen Teamkolleginnen ist er noch relativ unerfahren im internationalen Sport. Seinen ersten Auftritt auf internationalem Parkett hatte er bei den Weltmeisterschaften 2007 in England, wo er Bronze in der Einzelwertung gewann. Er hat eine Unter- und eine Oberschenkelprothese, außerdem fehlt ihm eine Unterarm. In Dressur und Springen kann er auf Siege bis zur Klasse L verweisen. Der Vater zweier Kinder ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann.