Longines neuer Langzeit-Sponsor FEI Nationenpreis-Serie

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FEI Präsident Ingmar de Vos (li.) und Juan-Carlos Capelli, Vize-Präsident und Head of international Marketing Longines, bei der Vertragsunterzeichnung zur Nationenpreis-Serie in Göteborg. (© Pauline von Hardenberg)

Der Schweizer Uhrenhersteller Longines weitet sein Engagement im Springsport aus. Im Rahmen der Europameisterschaften wurde öffentlich der Vertrag über eine „langzeitliche Partnerschaft“ unterschrieben.

Die weißen Schwingen unterhalb des Schriftzugs „Longines“ werden nun auch die Nationenpreis-Serie des Weltreiterverbandes FEI finanziell beflügeln. Auf einer Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, dass Longines neuer Titelsponsor der FEI-Nationenpreisserie wird. In den vergangenen Jahren war die Serie, deren Finale im September in Barcelona stattfindet, von arabischen Geldgebern finanziert worden.

Ohne Zeitnahme kein Resultat, ohne Resultat nicht die Unterscheidung zwischen den guten und den großartigen Sportlern

Juan-Carlos Capelli, Longines Vize-Präsident und Head of International Marketing

Damit ist die Schweizer Marke, die nicht nur Titelsponsor der Europameisterschaften in diesem Jahr ist, sondern auch die „Longines Global Champions Tour“ und deren Anhängsel Global Champions League unterstützt, nun die Serie, die nach Aussagen der Olmypiasieger Rodrigo Pessoa und Ludger Beerbaum die „wichtigste Serie im Springsport“ darstelle. Am Reglement, vier Reiter, zwei Runden, jeweils ein Streichergebnis, soll nichts verändert werden. Das sei auch mit Hinblick auf die olympische Zukunft des Reitsports wichtig, so Ludger Beerbaum.

Das große Engagement im Springsport erklärt Longines Vize-Präsident Juan Carlos Capelli mit der Traditon seines Unternehmens, das bereits 1902 erstmals als Sponsor einer Springprüfung aufgetreten sei. 185 Jahre gibt es das Unternehmen aus dem französischsprachigen Teil der Schweiz in diesem Jahr. Offiziell wird die Serie ab kommenden Jahr unter dem Titel „Longines FEI Nations CupTM Jumping“ firmieren.

FEI Präsident Ingmar de Vos sprach von „der weitreichendsten Vereinbarung in der Geschichte der FEI und möglicherweise sogar in der Geschichte des Pferdesports“. Über die Vertragsdauer und auch die finanzielle Ausstattung der Nationenpreise wollten aber weder der FEI-Präsident noch der Longines-Vize Details bekannt geben. Sie seien mittlerweile Freunde und hofften, das auch noch dann zu sein, wenn sie in Rente gingen, scherzten die beiden. Der Belgier de Vos ist gerade einmal 54 Jahre alt, bis zur Rente ist also noch ein bisschen Zeit.

Gestern hatte der internationale Springreiterclub (ISJRC) in Göteborg getagt. In den Diskussionen kamen auch Ideen auf den Tisch, wie man die Attraktivität von Nationenpreisen wieder stärken könnte. Für viele Springreiter ist der Ritt, bzw. die zwei Runden, die es im Nationenpreis zu bestreiten gibt, mittlerweile wenig attraktiv, der finanziellen Ausstattung wegen. Mit weniger Aufwand kann man schließlich an beinahe jedem Wochenende auf einer GCT-Etappe mit einem Pferd mit nur einer Runde plus gegebenfalls einem Stechen deutlich mehr Geld gewinnen. Der Zehntplatzierte erhält dort noch 10.000 Euro, für einen sechsten Platz beispielsweise im Nationenpreis beim CHIO Aachen 2017, also einem hoch dotierten Turnier, sind es pro Reiter gerade einmal 6000 Euro, bei der Dublin Horse in diesem Jahr waren es 2017 nicht einmal mehr 3000 Euro pro Reiter des sechstplatzierten Teams. Immer noch viel Geld, aber im Verhältnis zum Gewinngeld Teilnehmer an der GCT muss die Hoffnung darauf, die eigene Nationalhymne am Ende des Tages im Kreise seiner Teamkameraden zu hören, einiges an „Mindereinnahmen“ kompensieren. Dieser Tendenz Einhalt zu gebieten soll nun eines der Ziele des Sponsoren-Vertrags sein.

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