APO: Ab 2020 kommt der Pferdeführerschein

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Alle vier bis sechs Jahre wird die Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) überarbeitet. Nun hat der Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zahlreiche Änderungen beschlossen, die ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten werden.

Die APO ist das bundesweit gültige Regelwerk für die einheitliche Ausbildung und Prüfung im Reiten, Fahren und Voltigieren sowie in der Pferdezucht und Haltung. Regelmäßig wird sie von Expertengruppen und Delegierten der FN überarbeitet. Ab 2020 wird es einige grundlegende Änderungen geben – vor allem, was die Ausbildungsangebote betrifft. So werden zwei neue Pferdeführerscheine eingeführt, bei denen reitweisen- und disziplinübergreifend Alltagsstuationen mit dem Pferd überprüft werden sollen.

„Es ist unsere Verantwortung Qualifikationen anzubieten, die zeitgemäß sind und dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen. Dazu gehört auch die größere Sensibilität gegenüber der Nutzung von Pferden. Die Pferdeführerscheine sollen für mehr Sicherheit, Unfallverhütung und Tierwohl sorgen. Sie sind für alle Menschen gedacht, die sich mit ihrem Pferd auf einer Anlage und in der Nähe bewegen, aber auch für Reiter, die im Gelände unterwegs sind. Ausreiten bringt es oft mit sich, dass man mit dem Pferd Straßen nutzen muss und damit zum Verkehrsteilnehmer wird. Das stellt besondere Anforderungen an Mensch und Pferd “, erklärt Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft.

Die neuen Pferdeführerscheine

Aus dem Basispass Pferdekunde wird ab 2020 der „Pferdeführerschein Umgang“. Hier werden Themen wie Verhalten, Pflege und der richtige Umgang mit den Vierbeinern überprüft. Auch die Haltung, Fütterung und Gesundheit von Pferden sind Inhalt der Prüfung. Der Praxisteil reicht von Führen und Bodenarbeit im eingezäunten Bereich bis hin zu Alltagssituationen, bei denen das Pferd auch im öffentlichen Raum zu führen ist.

Zusätzlich wird mit der neuen APO der „Pferdeführerschein Reiten“ eingeführt. Er soll den bisherigen Reitpass ersetzen. Hier geht es darum, die Pferde korrekt für das Reiten vorzubereiten sowie sich mit der Pferdegesundheit, dem Tierwohl und den Grundlagen der Reitlehre auseinanderzusetzen. Zudem wird das Reiten auf dem Reitplatz und/oder in der Reithalle sowie im Außenbereich geprüft. Wie schon jetzt für Basis- und Reitpass verlangt, muss für die beiden Pferdeführerscheine ein entsprechender Vorbereitungslehrgang absolviert werden.

Weitere Änderungen

Das seit 2014 gültige Abzeichensystem wird für die Fahrer, Longierer, Voltigierer und Westernreiter ergänzt, so dass die einzelnen Abzeichenstufen leichter erreicht werden können. Außerdem wird es ab 2020 das LA5V geben, ein Abzeichen, bei dem das Longieren mit Voltigieren abgefragt wird. Zudem wird mit dem VA5 ein neues Voltigierabzeichen eingeführt, bei dem eine E-Pflicht geturnt werden muss. Darüber hinaus können das LA3 und das LA1V mit der neuen APO aufgrund von Turniererfolgen an Longenführer verliehen werden.

Bei der Ausbildung von Lehrkräften soll noch stärker zwischen Basis- und Leistungssport differenziert werden. Bei den entsprechenden Lehrgängen wird auch das Bleanded Learning – eine Kombination aus Präsenzlernzeiten und computergestütztem Lernen – zum Einsatz kommen. Auch das Thema Inklusion wird zukünftig zu den Lerninhalten zählen. Zudem soll es möglich sein, den Trainer C auch ohne eigenes Reiten zu erreichen. Voraussetzung hierfür ist ein Mindestalter von 50 Jahren und der Nachweis von ausreichend Turniererfolgen.

Die Ausbildung für den Trainer A wird auf 90 Lerneinheiten verkürzt, außerdem wird es einen Trainer A Fahren Basissport geben. Ab 2020 erhält jeder Trainer nach bestandener Prüfung automatisch die DOSB Trainerlizenz. Zudem soll es für alle Disziplien folgende neue Ergänzungsqualfikationen geben: Spät- und Wiedereinsteiger, Inklusion, Geländereiten. Weitere Schwerpunkte sind geplant.

Ausführliche Informationen zu den neuen Pferdeführerscheinen finden Sie hier.

Die weiteren APO-Anpassungen können Sie hier einsehen.

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  1. Manfred

    oh ja unter dem Deckmantel der Information werden von der FN weitere „Führerscheine und Ausweise“ aufgezählt. Diese Beutelschneiderei kann einem ganz furchtbar auf den Sack gehen. Was soll denn das bezwecken? Die Insttionalisierung der Freizeitbeschäftigung mit dem Pferd wir sicherlich wieder mal etwas die Kassen füllen. Jedoch ob das noch viele mitmachen auf die Dauer???? ……..obwohl der Deutsche mensch ist obrigkeitshörig und bequem, er lässt sich alles draufdrücken.

  2. Lisa

    Früher hatte man einen RL für alle Disziplinen. Heute hat man mehr Scheinchen als man an beiden Händen Finger hat. Ich meine man kann, wenn ich mich nicht irre, bis zu 50 Prüfungen ablegen. Ich halte das für Geldschneiderei.
    Und, solange die Profis schraddeln (Reiten kann man das wohl wirklich nicht nennen) wie die irren, braucht mir mal keiner mit einem Führerschein um die Ecke kommen, um, Zitat „die Pferde korrekt für das Reiten vorzubereiten sowie sich mit der Pferdegesundheit, dem Tierwohl und den Grundlagen der Reitlehre auseinanderzusetzen“. Leute, Leute, Leute…


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