Britische Distanz-Ikone: Start bei den WEG trotz Dopingfund

Obwohl bei ihrem Pferd im vergangenen Sommer ein muskelaufbauendes Dopingpräparat gefunden wurde, darf die Britin Christine Yeoman bei den Weltreiterspielen starten. Ein Zusatzfutter gegen Magengeschwüre half der Reiterin bei der Verteidigung.

Ractopamin heißt der Stoff, der bei dem Pferd Forest beim CEI3* Euston Park am 9.August 2009 nachgewiesen wurde. Es handelt sich um einen Wachstumsförderer, der in der Rinder- und Schweinemast in den USA und Kanada verwendet wird. Er wird im FEI-Reglement als Verbotene Substanz/Doping geführt. Christine Yeoman hatte wie viele des Doping verdächtigten Reiter reagiert und die Probe in Frage gestellt. Die A-Probe (Urin) könne nicht stimmen, da sie eine erlaubte Medikation mit Altrenogest vorgenommen hatte, die Probe aber keine Spuren dieses Hormonpräparats aufwies, so Yeoman gegenüber dem Tribunal des Weltreiterverbandes (FEI).

Kampflos wollte sich Christine Yeoman offenkundig nicht geschlagen geben. Die Frau hat einen Ruf zu verlieren. Sie ist die Frau des Vorsitzenden des Distanzreiterverbandes in Großbritannien und hat seit 2005 jedes Championate bestritten mit Ausnahme der Europameisterschaft 2009, da sie zu diesem Zeitpunkt wegen des schwebenden Dopingverfahrens gesperrt war. Sie beantragte nicht nur die Öffnung der B-Probe im September 2009, sondern auch die der A-Blutprobe. Die FEI folgte allerdings der Argumentation der Beschuldigten nicht, wonach der Nicht-Nachweis von Altrenogest die gesamte Probe in Frage stelle. Vielmehr verwies das zuständige FEI-Tribunal darauf, dass Ractopamin nachgewiesen und dies Gegenstand der Untersuchung sei. Nach einigem Hin und Her hatte die FEI einer den Standard überschreitenden Untersuchung der B-Probe zugestimmt. Auch hier fand sich Ractopamin.

Im November vergangenen Jahres wollte Yeoman dann herausgefunden haben, wie der Wirkstoff in den Kreislauf ihres Pferdes geraten sei. Forest habe vor und nach dem Wettkampf Neigh Lox erhalten, ein erlaubtes Mittel um Magengeschwüren vorzubeugen. In Proben, die Yeoman vorlegte, ließ sich die strittige Substanz nachweisen. Yeoman erzielte einen Aufschub des Verfahrens. Doch auch weitere in Folge vorgelegte Dokumente, die zeigten, dass Kontaminationen von Neigh Lox auftreten können, nützten nichts. Das FEI-Tribunal machte deutlich, dass der Competitors Guide (Handbuch für Wettkämpfer) ausdrücklich auf die Risiken von Zusatzfuttermitteln hinweist und die Verantwortung bei der Verwendung von Futterzusätzen bei der Verantwortlichen Person, in diesem Fall der Reiterin, liegt. Da die Reiterin Neigh Lox allerdings seit 2005 eingesetzt hatte und in dieser Zeit das Pferd mehrfach negativ auf Doping getestet wurde, spricht die FEI in ihrem Urteil die Reiterin von fehlerhaftem oder fahrlässigem Verhalten frei. Yeoman werden lediglich Platzierung und Punkte des CEI3* Euston Park aberkannt. Außerdem muss sie die Kosten von 750 Schweizer Franken für die aufwändigere Untersuchung der B-Probe tragen. Weitere Geldstrafen oder Beteiligungen an den Verfahrenskosten wurden nicht verhängt.

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