Budapest: Silber für Deutschland bei der Vierspänner-EM, Einzelbronze an Michael Brauchle

Donaueschingen – CHI 62. Internationales S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier 2018

Georg von Stein (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Nicht nur gesprungen sind am vergangenen Wochenende die besten Reiter und Pferde Europas, auch bei den Vierspännern wurden neue Europameister ermittelt. Das deutsche Team konnte seinen Erfolg der letzten EM jedoch nicht wiederholen.

Mareike Harm, Georg von Stein und Michael Brauchle hatten nach den ersten zwei Teilprüfungen Dressur und Gelände noch knapp in Führung gelegen vor der Mannschaft aus den Niederlanden. Doch das abschließende Kegelfahren wurde Harm und von Stein zum Verhängnis. Georg von Stein kassierte als erster Starter der deutschen Mannschaft die Strafpunkte für zwei gefallene Bälle von den Kegeln und zusätzliche Zeitfehler 12,90 Punkte. Mareike Harm bekam – ebenfalls für zwei gefallene Bälle – 8,09 Strafpunkte.

Als letzter Starter für Deutschland fuhr Michael Brauchle ein und auch sein Kegelparcours blieb nicht ohne Fehler nach einem Abstimmungsproblem zwischen Brauchle und seinem Beifahrer (6,36 Punkte für Zeitüberschreitung). Unterm Strich ergab das für das deutsche Team ein Gesamtergebnis von 339,31 Punkten – Silber hinter den Niederlanden (332,69) und vor den Bronzemedaillengewinnern aus Belgien (353,33).

Das Fazit von Bundestrainer Karl-Heinz Geiger: „Mit ein bisschen Abstand können wir uns mit Sicherheit auch über Silber richtig freuen, aber jetzt gerade überwiegt die Enttäuschung.“

Einzel: Bronze an Brauchle

Bram Chardon aus den Niederlanden verteidigte seinen Europameistertitel von 2019 mit lediglich 1,70 Strafpunkten. Damit hängte er den eigenen Vater ab, Ijsbrand Chardon, der mit 5,32 Punkten Silber gewann. Nach seinem Missgeschick im Kegelparcours wurde Michael Brauchle von Rang zwei auf Rang drei in der Einzelwertung verdrängt. Mit seinem Gespann aus Nachwuchspferden verbuchte Bundestrainer Geiger die Bronzemedaille dennoch als tollen Erfolg: „Das ist ein tolles Gespann mit Zukunftsperspektive, er hat das Gelände souverän gewonnen und kann in der Dressur bestimmt noch ein paar Punkte mehr holen, denn das Potential bei den Pferden ist da“, erklärte er.

Mareike Harm belegte am Ende Platz fünf in der Einzelwertung, für Georg von Stein wurde es Rang elf. Anna Sandmann war als Einzelfahrerin an den Start gegangen und beendete die Europameisterschaften der Vierspänner nach 5,89 Strafpunkten im Kegelfahren auf Platz 14. Rene Poensgen und Dirk Gerkens kamen auf die Plätze 18 und 20.

Insgesamt waren 40 Fahrer und zwei Fahrerinnen aus zehn Nationen in Budapest am Start, neun davon stellten eine Mannschaft. Bundestrainer Geiger zog ein positives Resümee von der Veranstaltung: „Das war eine tolle Europameisterschaft, super organisiert. Die Ungarn sind fahrsport-verrückt, hier waren so viele Zuschauer an allen Tagen.“