Bundesweites Freizeitpferde-Championat: Cäcilia K, Lenz THC und Giselle sind Deutschlands beste Freizeitpferde

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Cäcilia K aus der Zucht von Susanne Klatte überzeugt auf ganzer Linie. Nicht nur bei den Hannoveranern. (© Hannoveraner Verband)

Bereits zum 13. Mal wurde das Bundesweite Championat des Freizeitpferdes ausgetragen, dieses Jahr erstmals über zwei Tage. Schauplatz war Anlage des Reitvereins Hannover, wo knapp 80 Pferde und Ponys auf ihre vielseitige Veranlagung getestet wurden.

Das Bundesweite Championat der Freizeitpferde prüft die Ausbildung der Pferde als Allrounder ab. Zu den verschiedenen Prüfungsteilen gehören sowohl eine Dressuraufgabe als auch ein Gruppengeländeritt, bei dem die Pferde ihre Rittigkeit und ihren Gehorsam schon beim Positionswechsel im Galopp demonstrieren sollen. Sie absolvieren auch kleine Hindernisse im Gelände sowie verschiedene Gehorsamkeitsübungen. Auch ein Fremdreitertest gehört zum Programm

Erstmalig wurden die beiden Championate auf zwei Tage verteilt. An Tag eins wurde der Bundesweite Champion der ersten Abteilung ermittelt. Die setzte sich zusammen aus vier- bis siebenjährigen Pferden und Ponys aller Rassen aus deutscher Zucht. Die zweite Abteilung war noch einmal in zwei Gruppen gegliedert, eine mit vier- bis zwölfjährigen Pferde und Ponys aller Rassen und eine mit 13- bis 20-jährigen Pferden und Ponys aller Rassen.

Siegerin der ersten Abteilung wurde die sechsjährige Hannoveraner Stute Cäcilia K v. Castellado-Don Roncalli, gezogen von Susanne Klatte und vorgestellt von Carolin Klatte. Die Stute überzeugte die Richter sowohl im Fremdreitertest als auch im Verhalten in der Gruppe und in der Gehorsamkeitsaufgabe. Cäcilia K wurde gleichzeitig zur Hannoveraner Freizeitpferde-Championesse gekürt.

Platz zwei ging an die ebenfalls sechsjährige Stute Claire de Lune v. Fürstenball (Z.: Rainer Schubert) unter Dominique Meyer, gefolgt von Fjordpferdstute Gotja (Z.: Ulrike Mittler) mit Silvia Mittler im Sattel.

Offene Wertung

Die Gruppe der vier- bis zwölfjährigen Pferde in der offenen Wertung wurde angeführt von Lenz THC v. Landrover-Waldeck, einem sechsjährigen Vertreter des Anglo European Studbooks, der von der Agrar GmbH in Crawinkel gezogen wurde. Hinter diesem Züchternamen verbirgt sich das Team um Heinz Bley, das in Thüringen das Naturschutzprojekt „Thüringeti“ ins Leben gerufen hat. Die Pferde werden hier als Landschaftspfleger genutzt und wachsen quasi wild auf, ehe die Jungtiere verkauft werden. Dass sie tolle Sport- und Freizeitpartner sein können, hat Lenz mit seiner Reiterin Mareike Beer in Hannover demonstriert.

Platz zwei ging an die elfjährige Hannoveraner Stute Relais v. Rascalino aus der Zucht von Katrin Thomasmeyer und vorgestellt von deren erst neunjähriger Tochter Anna Thomasmeyer. Ebenfalls elfjährig ist die Haflinger-Stute auf Rang drei, Melody M v. Anatol, gezogen von Horst Meisert und vorgestellt von Alina Mariella Bänsch.

Anna Thomasmeyer hatte mit ihren neun Jahren einiges zu tun am vergangenen Wochenende. Sie stellte nämlich auch die Siegerin bei den älteren Pferden der offenen Abteilung vor, die 16-jährige Hannoveranerin Giselle v. Gran Galopin-Feldherr (Z.: Barbara Finken). Die beiden erzielten sogar das beste Ergebnis aller drei Wertungen.

Platz zwei ging an den Fjordpferde-Hengst Lysander v. Leander. Bärbel Hennig ist hier Züchterin und Svenja Hennig stellte ihn vor. Rang drei sicherte sich der Rappschecke Liam, dessen Abstammung unbekannt ist. Sarah Stübing stellte ihn vor.

Fazit

Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), kommentierte das Wochenende: „Das Konzept ist aufgegangen, denn die knapp 80 Nennungen, die in drei gleich starken Abteilungen über zwei Tage verteilt werden konnten, war unser Wunschnennungsergebnis. Ich finde es außerdem super, dass am nun 13. Championat so viele Pferde und Ponys verschiedenster Rassen teilgenommen haben. Ich würde mir nur wünschen, dass mehr Veranstalter den Grundgedanken des Championats aufgreifen und einen Wettbewerb zur Überprüfung der vielseitigen Veranlagung von Freizeitpferden und -ponys ausschreiben würden.“

Zumal es für diese Pferde und Ponys einen Markt gibt, wie die Richterin Ulrike Dose-Dibbern aus Schleswig-Holstein anmerkte: „Wir merken beispielsweise bei uns in Schleswig-Holstein, dass Pferde, die sich hier auf dem Freizeitpferde-Championat bewährt haben, sich auch sehr gut vermarkten lassen. Die erfolgreiche Teilnahme am Freizeitpferde-Championat gilt mittlerweile als echter Qualitätsnachweis für Pferde mit hoher Rittigkeit, sorgfältiger Ausbildung, einem guten Interieur und vielseitiger Verwendbarkeit.“