CAIO Valkenswaard: Kein Vorbeikommen an Exell und den Niederländern, gute deutsche Ergebnisse

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Boxd Exell hat ein exzellentes Fahrturnier auf die Beine gestellt und selbst die Einzelwertung gewonnen. (© Dirk Hebrock)

Gute Nachrichten vom CAIO in Valkenswaard (Niederlande): Das deutsche Team mit Michael Brauchle, Mareike Harm und Georg von Stein belegte in der Nationenwertung den zweiten Platz. Mareike Harm fuhr in der Einzelwertung auf einen hervorragenden vierten Rang, konnte sogar das abschließende Kegelfahren vor Weltmeister Boyd Exell für sich entscheiden.

Ganz vorne in der Nationenpreiswertung des CAIO Valkenswaard standen mal wieder die Niederländer. Koos de Ronde, Ijsbrand Chardon und Mark Weusthof setzten sich mit 328,56 Punkten souverän an die Spitze und demonstrierten die momentane Überlegenheit der niederländischen Fahrer.

Auch in der Einzelwertung der Kombinierten Wertung gab es mit dem Sieger Boyd Exell keine Überraschung (147,61 Punkte). Der Australier dominiert seit Jahren die internationale Fahrsportszene.

Als Hausherr auf der großzügigen Anlage in Valkenswaard hatte der mehrfache Weltmeister ein Fahrturnier organisiert, über das der deutsche Bundestrainer Karl-Heinz Geiger des Lobes voll war: „Hier sind optimale Bedingungen, wir haben so viel Platz für unsere Vorbereitungen.“

Der Marathon war technisch anspruchsvoll und forderte von den Pferden in den acht langen Hindernissen eine gute Kondition. Dazu wurde ein hohes Maß an Durchlässigkeit verlangt.

Der Kurs im Kegelparcours war etwas kniffelig und die Zeit sehr eng gemessen. Zwar gab es einige Fahrten ohne Abwurf, die Zeit war allerdings so eng gefasst, dass Mareike Harm schlussendlich mit 2,06 Strafpunkten für Zeitüberschreitung an der Spitze stand, nur ein Hundertstel vor Boyd Exell.

„Mareike ist derzeit die Nummer eins unter den deutschen Fahrern“, lobt der Bundestrainer die 33-Jährige aus Schleswig-Holstein. „Auf dem Dressurviereck bringt sie beständig gute Leistungen, die in dieser Saison durch ein neues Pferd noch verbessert sind. Im Marathon wird sie immer besser, sie traut sich jetzt was. Der siebte Platz hier ist ein tolles Resultat. Und im Kegelparcours war sie schon immer stark, das hat sie heute einmal mehr mit ihrem Sieg bewiesen.“

Schon in Windsor fuhr Mareike Harm auf Platz vier, in Valkenswaard kam sie mit ihrem Gesamtergebnis recht nahe an die vor ihr platzierten Niederländer Ijsbrand Chardon (163,34 Punkte, Rang zwei) und Koos de Ronde (165,30 Punkte, Platz drei) heran.

Pechvögel von Valkenswaard

Eine sehr schlechte Nachricht aus Valkenswaard gibt es leider auch: Michael Brauchle stürzte im Gelände, geriet unter die Kutsche und brach sich einen Fuß. Eine Diagnose, ob auch das Knie in Mitleidenschaft gezogen ist, stand am Abend noch aus.

Auch bei Georg von Stein lief nicht alles nach Plan. Er hatte Probleme auf dem Dressurviereck, als eines seiner Pferde durch Unregelmäßigkeiten im Gangwerk das Ergebnis erheblich beeinträchtigte (Platz acht). Im Gelände musste er deshalb ein junges Ersatzpferd einsetzen, das hier aber seinen Job noch gut machte und ihn auf dem fünften Platz den Marathon beenden ließ. Das war jedoch im Kegelparcours ganz und gar nicht mehr der Fall, Abwürfe und Zeitfehler ließen von Stein ins letzte Drittel dieser Teilprüfung zurückfallen. So gesehen war das Gesamtergebnis des deutschen Teams noch ein glückliches.

Des einen Glück ist des anderen Leid, das ist leider auch im Sport häufig so. Das Leid traf in diesem Fall die Belgier, die in Valkenswaard nur mit zwei Fahrern antraten. Dries Degrieck und Glenn Geerts lagen nach Dressur und Gelände noch auf Rang zwei, als Glenn Geerts im Kegelparcours einen falschen Weg einschlug und ausgeschlossen wurde. Das belgische Team war somit geplatzt, davon profitierten die deutschen Fahrer.

 


Übrigens: In St.GEORG 6/2019 lesen Sie eine große Reportage über Boyd Exell, den Meister an den Leinen mit Horsemanship, sowie sein Trainingszentrum für Fahrer in Valkenswaard, das den CAIO ausgerichtet hat.