CHIO Aachen: Deutsche Vierspänner auf Platz vier, Mareike Harm mit bester Einzelleistung

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Georg von Stein während der Vorbereitung für das abschließende Kegelfahren beim CHIO Aachen 2019. (© www.st-georg.de)

Zum zwölften Mal in Folge hat das niederländische Team den Nationenpreis der Vierspänner beim CHIO Aachen gewonnen. Das deutsche Team kam nicht über Rang vier hinaus, man hatte sich mehr erhofft. Am ehesten konnte Mareike Harm überzeugen, die auf Platz sechs im Einzel fuhr.

Die Niederländer mit Ijsbrand Chardon, seinem Sohn Bram und Koos de Ronde siegten nicht nur souverän in der Gesamtwertung (330,12 Punkte) für den Nationenpreis beim CHIO Aachen, sondern lagen auch in allen drei Teilprüfungen vorn. Und das sogar trotzdem der 26-jährige Bram Chardon im Marathon nach dem Sturz eines seiner Pferde aufgegeben hatte. Das französische Team erreichte mit deutlichem Abstand hinter den Niederländern den zweiten Platz (377,40), Dritte wurden die Belgier (381,21).

Die deutschen Fahrer landeten in der Nationenwertung lediglich auf Platz vier (383,23) und machten aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. „ Ein Platz unter den ersten Drei wäre gut gewesen – nein, eigentlich sogar Pflicht“, sagte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger nach dem Hindernisfahren. Nachdem Michael Brauchle, Mareike Harm und Georg von Stein sich mit guten Leistungen in der Geländefahrt auf den dritten Platz geschoben hatten, fielen sie nach dem Hindernisfahren auf den vierten Rang zurück.

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Im Kegelparcours gab es neben einigen Abwürfen auch reichlich Zeitfehler. „Die knapp bemessene Zeit ist der Knackpunkt, aber es gab auch viele enge Kombinationen im Parcours“, erklärte Geiger. Kein Starter beendete die Prüfung ohne Strafpunkte, das beste Ergebnis erzielte Koos de Ronde mit 0,73 Punkte für Zeitüberschreitung.

Richtig flott ließ es auch Mareike Harm angehen, ihr Ergebnis mit 8,62 Punkten enttäuschte die als sichere Kegelfahrerin bekannte 33-jährige aus Negernbötel dennoch. „Meine Pferde ließen sich super fahren, der Ball am letzten Hindernis war richtig schade.“ An Michael Brauchles Vorstellung vermisste der Bundestrainer die erforderliche Ruhe, der Deutsche Meister brachte es am Ende auf 11,41 Punkte. Georg von Stein lieferte mit 14,94 Punkten das Streichergebnis. Die Fehler lastet er einem seiner Vorderpferde an. „Das Problem zieht sich jetzt schon durch die ganz Saison“, erklärt er. „Despardo dreht sich im Hindernis so weg, dass er mit dem Fuß an die Kegel kommt.“

Australische Nummer eins

Den Kampf um den Sieg in der Einzelwertung im Preis der Familie Talbot, der Kombinierten Prüfung, entschied der derzeit unbestritten beste Fahrer der Welt Boyd Exell für sich (158,57). Als seinen größten Konkurrenten nennt er Ijsbrand Chardon. In diesem Jahr musste der Niederländer jedoch mit dem dritten Platz vorlieb nehmen (166,02). Noch vor ihm rangierte sein Landsmann Koos de Ronde (164,10).

Sowohl den Marathon wie auch das Kegelfahren konnte de Ronde für sich entscheiden. Weltmeister Exell fuhr im Gelände auf den dritten, im Kegelparcours auf den zweiten Platz. Ausschlaggebend für den Gesamtsieg des Mulit-Champions aus Australien war die hervorragende Dressur am Donnerstag, mit der Exell sich einen komfortablen Vorsprung verschafft hatte.

Frauenpower im deutschen Team

Die beste Platzierung aus deutscher Sicht erreichte Mareike Harm mit dem sechsten Platz (188,11). Anna Sandmann, in Aachen wie ihr Vater Christoph als Einzelfahrer am Start, landete wie im Vorjahr auf dem neunten Rang (192,48). Damit beeindruckte sie nicht nur die Zuschauer, sondern sicherte sich auch hohe Anerkennung durch den Bundestrainer. Michael Brauchle belegte Platz zwölf vor seinem Teamkameraden Georg von Stein als Dreizehntem.

Das CAIO in Aachen sollte Aufschluss geben über den derzeitigen Stand der deutschen Vierspännerfahrer. Dabei ging es vor allem auch um die vom 15. bis 18. August in Donaueschingen stattfindenden Europameisterschaften. Das Ergebnis ist einigermaßen ernüchternd, die Stimmung im Fahrerlager bedrückt. „Wir müssen noch über einiges nachdenken, vielleicht auch über die Mannschaftszusammensetzung“, lautete die erste Analyse vom Bundestrainer.

Dabei dürfte auch mit einfließen, dass Christoph Sandmann bei aller Wettkampferfahrung mit seinem B-Team vor der Kutsche nicht die erhofften Ergebnisse erzielt. Tochter Anna lieferte dagegen mit dem früher vom Vater gefahrenen A-Team aus dem Stall Sandmann in allen drei Teilprüfungen zuverlässig gute Ergebnisse. Schon bei der Deutschen Meisterschaft in Riesenbeck, wo die 23-jährige Bürokauffrau auf dem Bronzerang landete, wurde sie vom Bundestrainer für ihre stetige Weiterentwicklung gelobt.

Alle Ergebnisse aus Aachen finden Sie hier.

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