CHIO Aachen: Deutschlands Voltigierer siegreich in Nationenpreis, Pas-de-Deux und mehr

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Dem siegreichen Team gratulieren (v.l.) ALRV-Präsidentin Frau Stefanie Peters, Dr. Christian Burmester, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, und Hans-Joachim Erbel, Präsident der Reiterlichen Vereinigung (FN). (© www.chioaachen.de)

Wie immer machen am ersten Wochenende des Weltfestes des Pferdesports die Voltigierer den Auftakt. Die Sportler aus Deutschland gaben dem heimischen Publikum in der Albert-Vahle-Halle bereits allen Grund zum Jubel!

Am Samstag starteten die Prüfungen für die Voltigierer mit der Suche nach den besten Gruppen, Damen und Herren.

Gruppen

Zum wiederholten Male war es das Team Fredenbeck, das den Sieg in dieser Konkurrenz für sich verbuchen konnte. Angereist waren die Voltigierer vom Landesverband Hannover im Übrigen als frischgebackene Weltmeister und Titelverteidiger. Ihren „Flieger“ wechselte die Gruppe um Trainerin und Longenführerin Gesa Bührig für Aachen aber nochmal aus, hier ging nun der erst elfjährige Henry Frischmuth an den Start. Darüber hinaus bestand das Team aus Viktor Brüsewitz, Jannik Heiland, Malte Möller, Kathrin Meyer und Mila Koböck. Mit 8,356 Punkten setzten sie sich auf ihrem Oldenburger Wallach Captain Claus gegen das Team Norka vom VV Köln-Dünnwald durch. Mit dem zwölfjährigen Holsteiner Calidor erzielte das Team Norka in Pflicht und Kür 8,156 Zähler. Dritte wurde die Mannschaft Bis 1 aus Dänemark (7,531).

Damen

An der amtierenden Vize-Weltmeisterin Janika Derks kam nach ihren Siegen von 2017 und 2019 beim CHIO Aachen auch in diesem Jahr niemand vorbei. Souverän siegte sie auf dem Rücken des 18-jährigen Dark Beluga, longiert von Barbara Rosiny, mit 8,462 Zählern. Mit 7,855 Punkten im Gesamtranking landete Pauline Riedl auf dem zweiten Rang. Dritte wurde Alina Roß mit insgesamt 7,69 Punkten.

Herren

Seinen ersten Titel im Einzel beim CHIO-Aachen sicherte sich dieses Jahr der amtierende Vize-Weltmeister Jannik Heiland. Longiert von Barbara Rosiny, kam er auf dem Rücken von Dark Beluga zu einem Gesamtergebnis von 8,487 Punkten. „Heute in der Kür lag ich bei etwa 90 Prozent und bin froh, dass es gereicht hat. Ich bin sehr glücklich und stolz, Aachen einmal gewonnen zu haben“, sagte Heiland. Dicht auf den Fersen war ihm Thomas Brüsewitz, der insgesamt auf 8,465 Punkte kam. Platz drei wurde es für Julian Wilfing (7,909).

Pas-de-Deux

Nach zwei Umläufen am Samstag und Sonntag standen die amtierenden Weltmeister Johannes Kay und Janika Derks vom RSV Neuss-Grimlinghausen doch nicht ganz vorne im Klassement. Kay hatte sich am Samstag bei einem freien Radabgang leicht verletzt und konnte daher seinen letzten Abgang im finalen Umlauf nicht turnen. Davon abgesehen kam das Duo aber nahezu fehlerfrei durch den Durchgang und erzielte insgesamt 8,83 Punkte. Vierbeiniger Partner dafür war der 14-jährige Humphrey Bogart, Longenführerin war Nina Vorberg.

Geschlagen geben mussten sich Derks und Kay den amtierenden Vize-Weltmeistern Chiara Congia und Justin van Gerven vom VV Köln-Dünnwald. Auf dem Rücken der 13-jährigen Hannoveraner Stute Highlight, longiert von Alexandra Knauf, voltigierte das Paar zu insgesamt 8,855 Punkten – und dieses Resultat konnte keiner mehr überbieten.

Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes aus Altena belegten mit einer Gesamtwertung von 8,38 Punkten den dritten Rang. Dabei setzten sie auf das Pferd Caram OE, longiert von Claudia Döller-Ossenberg-Engels.

Nationenpreis erneut an Deutschland

Seit 2017 bereits ist Deutschland als gastgebende Nation des CHIO Aachen ungeschlagen beim Nationenpreis Voltigieren. Da gab es in 2021 auch keine Ausnahme. Die Frage war lediglich, welches Team Deutschland den Sieg einheimsen würde – Team I oder Team II? Die Konkurrenz aus den Niederlanden, Russland und Großbritannien kam da nicht an die Leistungen der Teams um Bundestrainerin Ulla Ramge heran.

Schlussendlich gewann Team Deutschland I die Wertung mit souveränen 26,636 Punkten, die sich aus den einzelnen Leistungen von Jannik Heiland (8,924 Punkte), Janika Derks (8,818 Punkte) und schließlich die Mannschaft Fredenbeck (8,894 Punkte) zusammensetzte. Team Deutschland II, bestehend aus der Mannschaft Norka des VV Köln-Dünnwald, Pauline Riedl und Thomas Brüsewitz hatte mit der Gesamtpunktzahl von 25,845 Punkten das Nachsehen und landete auf Platz zwei.

Dritte wurde das Team der Niederlande, bestehend aus der Mannschaft sowie Joske van Koelen und Renske van Schaik mit dem Gesamtergebnis von 22,462  Punkten.

Gesa Bührig war begeistert, endlich wieder in Aachen vor Zuschauern Voltigiersport ausüben zu können: „Aachen ist immer sehr besonders. Wir hatten, ehrlich gesagt, gar nicht erwartet, dass die Stimmung so großartig wird. Wir hatten vorher gehört, es werden nur 30 Prozent der Zuschauer zugelassen und haben ein bisschen gezweifelt, ob die dieses Feeling hinbekommen, das wir die letzten Jahre hier hatten? Aber sie haben es hingekriegt und es war toll.“ Dem konnten die Zweitplatzierten aus Köln nur beipflichten. Teammitglied Justin van Gerven: „Wir sind froh, endlich mal wieder in Aachen zu sein und diese Stimmung mitzunehmen. Nach der ganzen Corona-Zeit war es echt erlösend, mal wieder vor Publikum zu voltigieren.“

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