Deutsche Amateur-Meisterschaften 2020: Sosath-Hahn und von Zitzewitz holen Titel

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Janne Sosath-Hahn und Cadora haben die Deutschen Amateur-Meisterschaften Springen 2020 gewonnen. (© Facebook/ Hof Sosath)

Die Deutschen Amateuer-Meisterschaften 2020 sind Geschichte! Im Parcours ging die Goldmedaille an Janne Sosath-Hahn und Cadora, im Viereck dominierten Zara-Adina von Zitzewitz und Donna Dini. Das erstmals ausgetragene Deutsche Amateur-Championat gewann Lisa Kleine Lamping.

Erst vor vier Wochen war das Westfälische Pferdezentrum in Münster-Handorf als Ausrichter der „Laub Immobiliengruppe Deutsche Amateur-Meisterschaften“ (DAM) eingesprungen. Umso mehr lobten die Teilnehmer das Engagement der Veranstalter: „Ich finde es super toll, dass die DAM überhaupt hier stattfinden kann, so kurzfristig. Die Bedingungen sind top, teilweise haben wir feste Boxen, man kann super abreiten und es sind kurze Wege“, hieß es zum Beispiel von Janne Sosath-Hahn.

Die 34-jährige Betriebswirtin, die auf dem Hof Sosath in Lemwerder für das Marketing zuständig ist, hatte aber auch darüber hinaus allen Grund zur Freude. Auf der selbst gezogenen Oldenburger Stute Cadora v. Catoki holte sie Gold bei den Springreitern. Nach einem Sieg in der ersten Wertung und einem achten Platz am zweiten Tag, konnte sich Janne Sosath-Hahn heute im Finale erneut für das Stechen qualifizieren. Dort fiel dann zwar eine Stange, dennoch reichte es für den Titel.

„Erst war ich enttäuscht, weil ich unbedingt null reiten wollte. Dann wusste ich ja, es reicht. Als ich dann einen Fehler hatte, dachte ich: Das darf jetzt nicht wahr sein. Von Jugend an hatte ich in jedem Finale, wirklich in jedem Finale, in dem bis jetzt war, einen Fehler. Ich dachte, oh, bitte das jetzt nicht“, so die frischgebackene Amateur-Meisterin. Seit zwei Jahren sitzt sie im Sattel von Cadora, die zuvor schon unter ihrem Vater und ihrem Bruder erfolgreich war. „Nimm doch Cadora“, habe ihr Bruder damals gesagt, als Casiro, das damalige Turnierpferd von Sosath-Hahn in Rente ging. Zum Erfolgsrezept des Paares gehört seitdem auch regelmäßiger Dressurunterricht.

Auch die Silbermedaille ging an eine Amazone, die aus einer echten Pferdefamilie stammt. Victoria Klatte, die in der Spedition ihres Vaters Guido Klatte beschäftigt ist, brachte in Münster den erst achtjährigen Schimmelhengst Twilight an den Start. Die 26-Jährige bringt hingegen bereits Championatserfahrung im Parcours mit: Schon als Juniorin durfte sie Deutschland bei den Europameisterschaften vertreten. Bronze ging an einen Reiter aus Sachsen-Anhalt: Uwe Kuhlmann mit Vainqueur D’Avenir. Dank zwei Nullrunden im entscheidenen Springen heute, konnte sich der Fleischermeister aus Greppin auf den dritten Platz vorarbeiten.

Damen-Trio auf dem Podium

Die neue Deutsche Amateur-Meisterin der Dressurreiter hatte schon in der ersten Qualifikation ein Ausrufezeichen gesetzt. Mit einem guten dritten Platz in der Kür besiegelten Zara-Adina von Zitzewitz und ihre Hannoveraner Stute Donna Dini dann die Goldmedaille. „Der Schritt war nicht so gut, sie war ein bisschen aufgeregt. Sie ist erst einmal in ihrem Leben eine Kür gegangen“, so die 26-jährige Zahnärztin aus Ostholstein. Auch sie hat ihre Fuchsstute v. Danone selbst gezogen und von der Dressurpferdeprüfung bis zur schweren Klasse ausgebildet. „Ich bin ganz stolz auf sie, wie toll sie sich hier präsentiert, weil sie noch nie auf so einem großen Turnier war“, sagte die neue Meisterin schon nach der ersten Prüfung am Freitag.

Mit einem Sieg in der Kür konnten sich Lena Schütte und ihr Floriscount-Sohn Floyd ihren Platz auf dem Podium sichern. Die ehemalige Mannschafts-Europameisterin der Junioren ist inzwischen Physiotherapeutin und hatte den Turniersport eigentlich schon an den Nagel gehängt, als der neunjährige Floyd zu ihr kam. „Das hat alles verändert, das ist ein besonderes Pferd, wie man es nur einmal im Leben hat. Ich habe ihm viel zu verdanken. Er bringt mir jeden Tag so viel Spaß, man kann mit ihm einfach alles machen, auch nur mit Trense und ohne Sattel ins Gelände reiten“, so die 27-Jährige.

Auf dem Bronzrang landeten Carina Steinhaus und Feiner Ferdninand, mit dem sie im letzten Jahr schon Sechste bei der DAM gewesen war. Die 26-Jährige hat Agrarwissenschaften studiert und ist Beraterin in der Landwirtschaftskammer NRW. Auch sie fand vor allem lobende Worte für ihren Partner unter dem Sattel: „Mein Pferd habe ich, seit er vier ist, ich habe ihn komplett ausgebildet. Er ist der beste Ausgleich, den es zum Beruf gibt, und dass es nun mit einem solchen Erfolg endet, ist kaum zu glauben.“

Premiere beim Deutschen Amateur-Championat

Ganz neu war in diesem Jahr das Deutsche Amateur-Championat auf M-Niveau. Auch hier setzte sich mit Lisa Kleine Lamping aus Weser Ems die Siegerin der ersten Wertungsprüfung an die Spitze. Im Berufsalltag beschäftigt sie sie sich als Grundschullehrerin mit den kleinen Zweibeinern, und auch ihr Pferd Quite Dynamite ist mit nur 1,55 Metern Stockmaß – zumindest körperlich – nicht der Größte. „Er ist super vorsichtig, hat ein ganz großes Kämpferherz und will immer kuscheln. Er braucht ganz viel Liebe“, schwärmte die 27-Jährige über den Quality-Sohn, den sie seit einigen Jahren für eine Freundin mitreitet. „Es ist toll, dass uns hier so eine Möglichkeit geboten wird. Denn bei den Senioren kann man als Amateur gegen die Profis gar nicht mithalten“, so Lisa Kleine Lamping.

Ein Sieg in der dritten Wertungsprüfung verhalf Fabian Legros und seiner Oldenburger Stute Cateleya zur Silbermedaille. Der 31-jährige Ingenieur baut unter der Woche Straßen, am Wochenende findet man ihn im Parcours. „Das ist mein erster Start im Rahmen einer Deutschen Amateur-Meisterschaft. Ich finde das gut, dass nun man dieser Ebene auch ein Championat hat, denn auf diesem Niveau sind die Amateure doch hauptsächlich unterwegs“, bedankte er sich. Bronze ging an Nicole van de Kamp und die Zangersheider Stute Carmina Z, die sie seite ihrem vierten Lebensjahr reitet und selbst ausgebildet hat.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

 

Quelle: fn-press