Deutsche Distanzreiter dürfen wieder in den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Start gehen

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Ein übliches Bild: Helfer am Rand reichen den Reitern Wasserflaschen, die sie über den Pferden entleeren, um den Organismus zu kühlen. (© Toffi)

Am 11. Dezember hat der Vorstand des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) beschlossen, das Startverbot für deutsche Reiter bei Distanzritten in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) vorerst aufzuheben.

Dies wurde uns auf Nachfrage bestätigt. In einem Statement vom Vorstand des DOKR wurde der Beschluss, der in Absprache mit dem VDD, dem Verein Deutscher Distanzreiter gefasst wurde, wie folgt begründet:

„Nach den bis zum Tage des Beschlusses vorliegenden Informationen bessern sich die Verhältnisse vor Ort. Dieser Beschluss bezieht ausdrücklich mit ein, dass jeder Reiter, der an Ritten in den UAE teilnimmt, im Anschluss an die Veranstaltung an das DOKR berichtet. Der Vorstand behält sich einen Beschickungsstopp vor, sollte die Entwicklung es erfordern. Die Situation wird erst neu bewertet, wenn dem Vorstand neue Erkenntnisse durch verifizierte Informationen, etwa von der FEI oder aus den Berichten der Aktiven vor Ort vorliegen.“

Zum Hintergrund

Das DOKR hatte angesichts der vielen toten Pferden während der vergangenen Wintersaison in den UAE Mitte Februar 2017 beschlossen, ein Startverbot für deutsche Reiter in Dubai auszusprechen. Wenn bei uns Winter ist, läuft die Distanzsaison in den UAE auf Hochtouren. Die Saison hat im November begonnen. Die ersten Rennen der wurden bereits ausgetragen. Jüngst wurden wieder drei Todesfälle gemeldet, diesmal bei nationalen Rennen, auf die der Weltreiterverband FEI keinen Zugriff hat.

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  1. Franz Schulte

    Der VDD hat es leider nicht geschafft, sich von der Entscheidung des DOKR zu distanzieren und ist daher mitverantwortlich, daß die Mißstände im Distanzreiten nicht beseitigt werden.
    Viele Mitglieder des VDD kritisieren in sozialen Netzwerken wie Facebook die Entscheidung des VDD-Präsidiums und fordern, daß die Mißstände im Distanzreiten nicht tolerierbar sind.

  2. Jürgen Zell

    Update: Aktuell sind in dieser Wintersaison 7 Pferde in den UAE zu Tode gekommen. Mittlerweile werden dort fast wöchentlich neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Warum das DOKR meint, dass sich die Zustände dort verbessert haben, erschließt sich mir als 2** Distanzreiter nicht. Die wenigen deutschen Distanzreiter die dort aus kommerziellen Gründen noch reiten oder (Nachschub-)Pferde nach dort verkaufen, werden wohl nichts Negatives über die dortigen Umstände berichten, wenn sie mit den Taschen voller Geld nach Hause fahren. Deren Interessen werden aber anscheinend höher bewertet, als die der Masse derjenigen Distanzreiter die mit einem gesunden Pferd lange Jahre einen sauberen und pferdegerechten Sport betreiben wollen und das Startverbot begrüßt haben.


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