Deutsche Meisterschaften Voltigieren: Titel an den VV Köln-Dünnwald, Alina Roß, Jannik Heiland und das Duo Congia/Van Gerven

243369870_4375556982537330_6982589001474070389_n

Sieger und Platzierte der Deutschen Meisterschaften der Voltigierer 2021 in Verden. (© Verden Turnier)

Spannendes Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften der Voltigierer in Verden!

Vor zwei Wochen beim CHIO Aachen hatten die Voltigierer vom VV Köln-Dünnwald sich noch mit Rang zwei zufrieden geben müssen, bei den Deutschen Meisterschaften in Verden holten sie Gold. Mit einem Gesamtergebnis von 8,571 Punkten setzten sich die Kölner auf Calidor an der Longe von Patric Looser klar gegen den VV Ingelsberg I (7,829) und die Mannschaft Gilching I durch (7,622). Der VV Ingelsberg war mit Leo an der Longe von Alexander Hartl im Einsatz. Ihre bayerischen Landsleute voltigierten auf Amontillado an der Longe von Julia Handel.

Kölns Longenführer Patric Looser erklärte gegenüber der FN: „Wir sind natürlich überglücklich, aber einfach auch stolz auf die Leistung vom Team und das Zusammenspiel mit dem Pferd. Sie konnten sich von Turnier zu Turnier die gesamte Saison über steigern und mit der ersten Kür die Top-Leistung zeigen. Im Finale war es nochmal etwas schwieriger. Aber grundsätzlich ist es ein mega geiles Team. Wir werden den Sieg ordentlich feiern – den Gruppensieg und natürlich auch die zweite Goldmedaille im Doppel.“ Die ging nämlich auch nach Köln. Dazu später.

Wer sich wundert, wieso die Weltmeister und Aachen-Sieger aus Fredenbeck nicht auf der Ergebnisliste auftauchen – für die Deutschen Meisterschaften hatten die Niedersachsen wieder auf ihren bewährten Claus gesetzt. Doch der Schimmel konnte sich mit der Atmosphäre in der Niedersachsenhalle so gar nicht anfreunden. Er sei schon in der Pflichtprüfung recht nervös gewesen, berichtet die FN. Die hat das Team aber noch beendet und lag auf Rang zwei.

Doch in der ersten Kür entschied Longenführerin Gesa Bührig schon nach der Trabrunde, dass es an diesem Tag keine gute Idee sei, die Gruppe auf dem Rücken des 15-jährigen Mecklenburgers turnen zu lassen. „Claus ist nicht in den Wettbewerb gekommen, er hat sich furchtbar gestresst mit der Halle und dem ganzen Drumherum. Zum Wohle unseres Schimmels und auch, um Verletzungen bei den Sportlern zu verhindern, habe ich im Zirkel entschieden, keine Kür zu starten. Es tut mir unendlich Leid, dass wir unsere Kür nicht noch einmal zeigen konnten.“

Für diese vernünftige Entscheidung pro Pferd gab es stehende Ovationen des Publikums in Verden.

Pas de Deux

Schon in Aachen hatten die Vizeweltmeister im Pas de Deux, Chiara Congia und Justin van Gerven auf Highlight an der Longe von Alexandra Knauf, sich gegen die Weltmeister Janika Derks und Johannes Kay durchsetzen können. Das gelang ihnen auch in Verden – wenn auch knapp. Mit 9,229 Punkten zogen Congia und Van Gerven an Derks und Kay vorbei. Die hatten 9,205 Punkte erhalten auf ihrem Humphrey Bogart mit Nina Vorberg an der Longe.

Bronze ging an das Duo vom Landesverband Berlin-Brandenburg, Diana Harwardt und Peter Künn mit Longinus und Hendrik Falk in der Zirkelmitte (8,412).

Herren

2021 war das Jahr des Jannik Heiland – Silber bei den Weltmeisterschaften, Sieg in Aachen und nun auch bei der Deutschen Meisterschaft. Auf Dark Beluga an der Longe von Barbara Rosiny konnte sich Heiland einen Wimpernschlag vor seinem Mitbewohner Viktor Brüsewitz setzen. Die beiden trennten 0,001 Punkte. Eine durchschnittliche Bewertung von 8,845 wurde es bei Heiland, 8,844 waren es bei Brüsewitz, der auf Capitain Claus an der Longe von Gesa Bührig im Einsatz war.

Die Bronzemedaille sicherte sich Jannis Drewell auf Qualimero an der Longe von Jannis‘ Mutter Simone Drewell mit 8,719 Punkten insgesamt. Für den 30-jährigen Drewell war diese Bronzemedaille zugleich sein Abschied aus dem Voltigiersport.

Damen

Bei den Damen ging der Titel erstmals nach Mecklenburg-Vorpommern. Alina Roß turnte auf Baron an der Longe ihres Vaters Volker an Favoritin Jannika Derks vorbei mit 8,637 Punkten zum Gold. Eine große Überraschung, auch für sie selbst. „Ich habe nicht einmal mit einer Medaille gerechnet und habe ehrlich gesagt noch nicht einmal den guten Trainingsanzug für die Meisterehrung dabei.“

Jannika Derks war in beiden Küren vorne gewesen, musste sich in Technik und Pflicht aber hinter ihrer Konkurrentin einreihen – Silber mit 8,572 Punkten. Sie turnte auf Rockemotion an der Longe von Nina Vorberg.

Die Bronzemedaille holte Kathrin Meyer auf San Classico S an der Longe von Sonha Meyer nach Schleswig-Holstein. 7,981 Punkte waren es hier.