Die WM Herning 2022 – Vorschau auf die Weltmeisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren

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Geländeübersicht der WM Herning 2022 (© FEI)

Vom 6. bis 14. August blickt die Pferdesportwelt nach Herning, denn dort findet die WM 2022 statt, die Weltmeisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren. Damit Sie rechtzeitig planen können, sind hier die wichtigsten Informationen vorab.

Schon nach den erfolgreichen Europameisterschaften 2013 träumte Herning davon, Weltreiterspiele auszurichten. Doch bei der Planung wurde klar, dass das zu teuer werden würde, wenn auch noch eine Geländestrecke und ein Reiningstadion errichtet werden müssten. Letzteres ist inzwischen ohnehin hinfällig und das Konzept Weltreiterspiele wurde nach dem Katastrophenchampionat von Tryon auch aufgelöst. So bewarb Herning sich um die Ausrichtung der WM 2022, der Weltmeisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren.

Und nun ist es so weit. Herning ist vom 6. bis 14. August nicht nur Gastgeber der WM 2022, also der Weltmeisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren, parallel finden auch einige Rahmenprüfungen statt. Der erste Turniertag ist zwar offiziell bereits der 4. August, richtig los geht es aber erst ab dem 6. Hier die Zeiteinteilung.

Zeitplan WM Herning 2022

5. August

Dressur

  • 8 – 10 Uhr CDI-J, Einzelwertung Junioren, BB Horse Arena (Eintritt frei)

Springen

  • 12 – 16 Uhr, CSI2* Kleine Tour, BB Horse Arena (Eintritt frei)
  • 16.30 -20.30 Uhr, CSI2* Große Tour, Qualifikation Großer Preis, BB Horse Arena (Eintritt frei)

6. August

Dressur

  • 9 – 20 Uhr, Mannschaftswertung Grand Prix Teil I, Stutteri Ask Stadion
  • 8 – 10 Uhr, CDI YR Einzelwertung Junge Reiter, BB Horse Arena

Voltigieren

  • 8.30 – 12 Uhr, Pflicht Gruppen, Jyske Bank Boxen
  • 13 – 16 Uhr, Pflicht Damen, Jyske Bank Boxen
  • 17 – 19.30 Uhr, Pflicht Herren, Jyske Bank Boxen

Springen

  • 12 – 16 Uhr, CSI2* Kleine Tour, BB Horse Arena
  • 16.30 – 20.30 Uhr, CSI2* Große Tour, 2. Qualifikation für den Großen Preis, BB Horse Arena

7. August

Dressur

  • 9 – 20.30 Uhr, Mannschaftswertung Grand Prix Teil II, Stutteri Ask Stadion
  • 8 – 10 Uhr, CDI-J Kür Junioren, BB Horse Arena
  • 11 – 13 Uhr, CDI-U25 Einzelwertung U25, BB Horse Arena

Voltigieren

  • 13 Uhr, Technik Damen, Jyske Bank Boxen
  • 16 Uhr, Technik Herren, Jyske Bank Boxen
  • 18 Uhr, Kür Paare, Jyske Bank Boxen

Springen

  • 15.30 – 19.30 Uhr, CSI2* Finale Kleine Tour, BB Horse Arena

8. August

Dressur

  • 14 – 21 Uhr, Grand Prix Special Einzelwertung, Stutteri Ask Stadion
  • 8 – 10 Uhr, CDI-YR Kür Junge Reiter, Stutteri Ask Stadion
  • 10.30 – 12.30 Uhr, CDI-U25 Kür U15 Reiter, Stutteri Ask Stadion

Voltigieren

  • 12 Uhr, Kür Damen, Jyske Bank Boxen
  • 15 Uhr, Kür Herren, Jyske Bank Boxen
  • 17 Uhr, Kür Gruppen, Jyske Bank Boxen

Springen

  • 9 – 12 Uhr, CSI2* Großer Preis Große Tour, BB Horse Arena

9. August (Ruhetag)

  • 10 – 17 Uhr, Fohlenauktion, Jyske Bank Boxen
  • 19 – 22 Uhr, Fohlenauktion des Dänischen Warmbluts, Jyske Bank Boxen

10. August

Dressur

  • 20 – 23.20 Uhr, Einzelwertung Kür, Stutteri Ask Stadion

Springen

  • 8 – 17 Uhr, Zeitspringen (1,55 Meter), Stutteri Ask Stadion
  • 19 – 21 Uhr, Amateurspringprüfung, BB Horse Arena

Voltigieren

  • 12 Uhr, Pas de Deux Kür
  • 16 Uhr, Nationenpreis

Para-Dressur

  • 8.30 – 11.15 Uhr, Einzelwertung Grade IV, BB Horse Arena
  • 12.45 – 14.15 Uhr, Einzelwertung Grade V, BB Horse Arena
  • 14.45 – 16.45, Einzelwertung Grade II, BB Horse Arena

11. August

Springen

  • 10 – 19 Uhr, Nationenpreis Teil I, Stutteri Ask Stadion
  • 17 – 20.30 Uhr CSI3* Mittlere Tour, BB Horse Arena

Para-Dressur

  • 8.30 – 10 Uhr, Einzelwertung Grade III, BB Horse Arena
  • 12 – 15-30 Uhr, Einzelwertung Grade I, BB Horse Arena

12. August

Springen

  • 21 – 23.30 Uhr, Finale Nationenpreis Mannschaftswertung, Stutteri Ask Stadion
  • 8 – 11.30 Uhr, CSI3* mittlere Tour, Stutteri Ask Stadion
  • 15 – 18 Uhr, CSI3* große Tour, Stutteri Ask Stadion
  • 18.30 – 20.30 Uhr, Amateurspringen, BB Horse Arena

Para-Dressur 

  • 8.30 – 11.15 Uhr, Mannschaftswertung Grade IV, BB Horse Arena
  • 12.45 – 14.15 Uhr, Mannschaftswertung Grade V, BB Horse Arena
  • 14.45 – 16.45 Uhr, Mannschaftswertung Grade II, BB Horse Arena

13. August

Springen

  • 9 – 11 Uhr, Amateurspringen, Stutteri Ask Stadion
  • 12 – 15.30 Uhr, CSI3* Große Tour, Stutteri Ask Stadion
  • 17 – 19.30 Uhr, CSI3* Finale Mittlere Tour, BB Horse Arena

Para-Dressur

  • 9 – 10.40 Uhr, Mannschaftswertung Grade III, BB Horse Arena
  • 12.30 – 16 Uhr, Mannschaftswertung Grade I, BB Horse Arena

Sonstiges

  • 20 – 23 Uhr, Showabend, Stutteri Ask Stadion

14. August

Springen

  • 14 – 17 Uhr, Einzelwertung Weltmeisterschaft, Stutteri Ask Stadion
  • 9 – 11.30 Uhr, CSI3* Großer Preis Große Tour, Stutteri Ask Stadion

Para-Dressur

  • 9 – 11.30 Uhr, Einzelwertung Kür Grade IV und V, BB Horse Arena
  • 13 – 17 Uhr, Einzelwertung Kür Grade II, II und III, BB Horse Arena

Eintrittskarten zu den Veranstaltungen können Sie hier erwerben.

Wenn Sie nicht live vor Ort sein können, lohnt es sich – natürlich! – täglich bei www.st-georg.de reinzuschauen, denn wir berichten von allen Ereignissen vor und hinter den Kulissen aus Herning in Wort und Bild. Apropos Bild – Clip my Horse ist auch vor Ort. Die geplanten Übertragungen kann man jetzt schon einsehen.

Der Turnierplatz der WM Herning 2022

Bei der WM 2022 in Herning werden in Summe 1100 Pferde aus mehr als 70 Nationen erwartet. Die Stallungen für sie sind getrennt nach Championatsteilnehmern und jenen, die in den Rahmenprüfungen bzw. im Showprogramm antreten. Die Championatspferde sind in festen Stallungen untergebracht.

Das Stutteri Ask Stadion ist eigentlich ein Fußballstadion und wurde für die WM Herning 2022 umbenannt. Es misst 120 x 72 Meter, die Parcourschef Louis Konicks (NED) voll zur Verfügung stehen.

Drumherum gibt es mehrere Abreite- und Arbeitsplätze in der Nähe der jeweiligen Reitplätze (neben dem Stutteri Ask Stadion die BB Horse Arena sowie die Jyske Horse Box, wo das Voltigieren stattfindet). Ein Platz ist überdacht. Zudem wird es innerhalb des Stallbereichs vier Trainingsplätze à 20×60 Meter geben, einen Longierplatz und einen Bereich, in dem man die Pferde führen und grasen lassen kann.

Für die Zuschauer gibt es auch abseits des Reitsports einiges an Unterhaltungsangebot, wie zum Beispiel ein Bereich für Kinder, mehrere Restaurants usw.

Für Reiter, Pfleger, Pferdebesitzer usw. gibt es zudem ein Café in der Nähe der Stallungen.

Einen Überblick über das Gelände gibt es in einem entsprechenden YouTube-Film: https://youtu.be/OTxlVX9OW8g.

Die Offiziellen in Herning

Um ein solches Mega Event auf die Beine zu stellen, braucht es natürlich jede Menge Organisation vor und während des Turniers. Die liegt hauptsächlich in dänischer Hand. Aber Tierärzte, Dopingkontrolleure, Richter, Parcourschefs, Technische Delegierte, eben alle, die sonst nach dazugehören, kommen aus aller Welt zusammen. Ein Überblick über die wichtigsten Offiziellen und ihre Aufgaben.

Das Präsidium setzt sich zusammen aus Lars Lundov, dem Geschäftsführer von „Sport Event Denmark“, der dänischen Sportveranstaltungsorganisation, die der Regierung angeschlossen ist.

Er arbeitet zusammen mit Ulf Helgstrand als Vorsitzendem der Dänischen Reiterlichen Vereinigung, Dorte West, der Bürgermeisterin von Herning und Jørgen Krogh, der bei der Stadt Herning für die Bereiche Entwicklung, Business und Kultur zuständig ist.

Dem Organisationskomitee stehen Jens Trabjerg als CEO Sport und Casper Cassøe als CEO Operations vor. Letzterer ist übrigens der Mann der Dressurreiterin Carina Cassøe Krüth, die beste Chancen hat, im dänischen Team zu reiten.

In den einzelnen Disziplinen sind Helle Kristoffersen fürs Springen, Lisette Berner für die Dressur, Pia Pedersen für die Para-Dressur und Monica Forrest für die Voltigierer verantwortlich.

Die Tierärzte, 22 an der Zahl in unterschiedlicher Funktion, unterstehen der Leitung von Jonas Rasmussen. Aus Deutschland sind Dr. Anne Thevis und Dr. Kerstin Lippmann im Team der Dopingkontrolleure im Einsatz.

Damit bei der Vorbereitung usw. alles im Sinne der Pferde vonstatten geht, sind für alle Disziplinen eigene Stewardmannschaften eingeteilt. Chefin von allen ist die Schwedin Maria Hernek.

In der Dressur ist Daniel Chapman (GBR) Chefsteward. Zu seiner Mannschaft gehören unter anderem Caroline Farwick, Susanne Lange und Michael Wassmann aus Deutschland.

Im Springen hat Charles Maudlin (IRL) den Hut auf, was Steward-Angelegenheiten betrifft. Seine Mannschaft umfasst 18 Leute, darunter die Deutschen Herman Erver und Sandra Ernst.

Für die Para-Dressur ist Jaana Alvesparr (SWE) verantwortlich. An ihrer Seite aus Deutschland: Bärbel Appich und Sascha Eckjans sowie acht weitere internationale Kollegen.

Chefsteward der Voltigierer ist Kersten Klophaus aus Deutschland. Sein Team umfasst sieben weitere Mitarbeiter, zu denen aus Deutschland noch Katharina Jothe gehört.

Außerdem gibt es weitere sechs Stewards, die in der Nacht für die Wahrung von Ruhe und Ordnung sorgen.

Damit beim Ablauf im Hauptstadion alles seine Ordnung hat, ist Pedro Cebulka als Ringmaster im Einsatz. Für die musikalische Untermalung des Sports sorgt Tobias Wiebels aus Deutschland.

Im Detail – die Dressur WM 2022 Herning

Nie war die Chance für die dänischen Dressurreiter Mannschaftsgold zu holen, größer als bei der WM 2022 Herning! Mit dem Olympia-Trio Cathrine Dufour, Carina Cassøe Krüth (übrigens die Ehefrau von Veranstalter Casper Cassøe) und Nanna Skodborg Merrald sowie ihrer EM-Ergänzung Daniel Bachmann Andersen haben sie vier Weltklassereiter. Und einen, der auch unbedingt bei der WM im eigenen Land dabei sein will und bereits einen Weltmeister unter dem Sattel hat: Andreas Helgstrand. Sein Jovian war letztes Jahr noch Weltmeister der siebenjährigen Dressurpferde, und hat mit seinen acht Jahren in seinem Leben noch keinen falschen Tritt gemacht.

Die Verlängerung von Deutschlands Abo auf Gold scheint eher unwahrscheinlich ohne die Olympiasiegerinnen Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera und die Zweitplatzierten, Isabell Werth mit Bella Rose. Andererseits hat sich Showtime in Balve bei seinem ersten Auftritt nach Tokio so gut gezeigt wie nie zuvor.

Und dann sind da ja auch noch die Silbermedaillengewinner von Tokio, die USA – wenn auch ohne ihr bestes Olympiapaar, Sabine Schut-Kery mit Sanceo. Die Schweden sind ebenfalls aussichtsreiche Medaillenkandidaten. Und die Briten? Die müssen auf ihren Frontmann Carl Hester verzichten, und Olympiasiegerin Charlotte Dujardin hat mit Imhotep ein neues Pferd unter dem Sattel, das zwar schon gute Punkte auf internationalem Parkett bekommen hat, aber eben noch sehr grün ist. Kurz: Das wird dieses Jahr spannend wie selten!

Chefrichterin wird in Herning eine Dänin sein: Susanne Baarup. Ebenfalls am Vierecksrand sitzen Elke Ebert (GER), Christof Umbach (LUX), Raphael Saleh (FRA), Anne Gribbons (USA), Peter Storr (GBR) und Mariette Sanders-van Gansewinkel (NED). Als Ersatz sind Magnus Rinkmark (SWE) vor Ort und Thomas Lang (AUT) auf Abruf bereit.

Das Judges Supervisory Panel, das acht gibt, dass alles seinen geordneten Gang geht, sind David Hunt (GBR), Mary Seefried (AUS) und Henk van Bergen (NED). Technische Delegierte ist Janet Lee Foy (USA).

Mannschaftswertung

Wer am Ende auf dem Treppchen steht, erleben wir nach dem zweiten Teil der Mannschaftswertung am Sonntagnachmittag, 7. August. Die Startreihenfolge von Mannschaften und Einzelreitern wird ausgelost. Innerhalb der Mannschaften können die Equipechefs die Reihenfolge bestimmen. Es zählen die drei besten Ergebnisse der Mannschaft. Sollte es Punktgleichstand geben, zählen die Ergebnisse der drittbesten Paare aus den einzelnen Mannschaften. Die Mannschaft, deren drittbestes Paar besser ist als das der konkurrierenden Equipe, gewinnt.

In der Mannschaftswertung der Dressurreiter werden in Summe 74.500 Euro für die Mannschaften und zusätzlich 37.000 Euro für die Platzierten in der Einzelwertung ausgeschüttet.

Einzelwertung

Am Montag, 8. August, werden die Einzelmedaillen im Grand Prix Special vergeben. Es qualifizieren sich die besten 30 Paare aus dem Grand Prix. Wenn alle vier Paare eines Teams unter diesen Top 30 sind, dürfen sie auch alle antreten.

Die Teilnehmer werden in sechs Gruppen à fünf Paare aufgeteilt. Die Rangierung im Grand Prix bestimmt die Startfolge – und zwar in umgekehrter Reihenfolge, heißt also, den Anfang machen die Plätze 20 bis 26 und dann geht es weiter.

Zu gewinnen gibt es in Summe 90.700 Euro. Davon gehen 30.800 Euro an den Sieger, 18.100 an den Silbermedaillengewinner und 13.600 an das Paar auf dem Bronzerang.

Kür

Danach ist ein Tag Ruhetag vor dem letzten Highlight, der Grand Prix Kür unter Flutlicht am Mittwochabend. Hier wird die dritte Dressurmedaille vergeben, und es nehmen nur noch die 15 besten Paare aus dem Grand Prix Special teil – und nur noch maximal drei Paare pro Nation.

Auch hier werden Gruppen gebildet: drei Stück à fünf Paare, die in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung aus dem Special antreten.

Zu gewinnen gibt es 123.000 Euro. Davon gehen 40.500 an die neuen Weltmeister, 25.000 an das Paar auf dem Silberrang und 16.000 die Bronzemedaillengewinner. Auch noch der Reiter auf Rang 15 bekommt 2000 Euro.

WM Herning 2022 der Springreiter

Tja, wer gewinnt die Weltmeisterschaften der Springreiter? Das ist weit weniger vorhersehbar, als in der Dressur. Die Olympiasieger aus Schweden und die Europameister aus der Schweiz fallen einem natürlich ein als Goldkandidaten für die WM Herning 2022 – zumal ihre besten Reiter-Pferd-Kombinationen fit und einsatzbereit sind, wie sie bereits wieder bei diversen Gelegenheiten demonstriert haben. Und dann sind da ja auch noch die USA, Silbermedaillengewinner von Tokio, Sieger im Nationenpreis beim CHIO Aachen. Und die Niederländer, die Briten und vielleicht ja auch die Deutschen, die ja gerade in Sopot bewiesen haben, was sie können.

Technischer Delegierte für die Springreiter-WM ist Antony D’Ambrosio (USA). Der Ground Jury steht Carsten André Soerlie als Präsident vor. Jens Hellmers (DEN), Anna Lindqvist (SWE), David Distler (USA) und Patrice Alvado (FRA) sind als Richter im Einsatz. Bruno Laubscher (SUI) ist für die die Prüfung der Sensibilität der Gliedmaßen zuständig.

Der Parcoursaufbau liegt in den bewährten Händen von Louis Konickx (NED) mit seinem Team.

Bei der WM in Herning wird nach dem klassischen Championatsprinzip geritten: Zeitspringen, das für Einzel- und Mannschaftswertung zählt, dann der Nationenpreis, dann die Einzelwertung.

Zeitspringen

Das Zeitspringen wird über einen Parcours mit Hindernissen von maximal 1,55 Metern Höhe geritten. Die Startreihenfolge wird ausgelost. Abwürfe werden in Strafsekunden (ein Abwurf = vier Strafsekunden) umgerechnet, das Paar mit der schnellsten Zeit gewinnt. Um die Ergebnisse aller Reiter in Punkte umzuwandeln, wird ihre benötigte Zeit im Parcours mit 0,5 multipliziert. Der Sieger der Prüfung führt das Ranking mit null Strafpunkten an. Die Strafpunkte für die weiteren Platzierten ergeben sich aus der Differenz zwischen ihrer mit 0,5 multiplizierten Zeit und der des Führenden.

Zu gewinnen gibt es im Zeitspringen 92.600 Euro, davon 30.550 für den Sieger, 18.500 für den Zweitplatzierten usw.

Nationenpreis

Die Mannschaftsentscheidung fällt im Nationenpreis mit zwei Umläufen an zwei Tagen sowie eventuellem Stechen unter Flutlicht. Los geht’s am Donnerstag mit Runde eins. Es dürfen alle Paare starten, die auch am Zeitspringen teilgenommen haben. Die Startfolge wird erneut ausgelost.

In den zweiten Umlauf am Tag darauf gehen die zehn besten Equipen bzw. auch mehr, wenn es Fehlergleichheit auf Rang zehn gibt, sowie die besten 60 Paare des Zeitspringens und des ersten Umlaufs im Nationenpreis. Zieht eine qualifizierte Mannschaft zurück, gibt es keinen Nachrücker für den zweiten Umlauf. Die Einzelreiter fangen an, dann kommen die Teamreiter. Geritten wird jeweils in umgekehrter Reihenfolge zur Rangierung.

Sollten nicht alle Teamreiter zu den qualifizierten 60 Paaren gehören, dürfen die nicht qualifizierten dennoch im zweiten Umlauf starten. Ihr Ergebnis zählt dann aber nur noch für die Mannschaft, nicht für die Einzelwertung.

Umgekehrt ist es so, dass diejenigen Reiter, die sich selbst qualifiziert haben, deren Team aber nicht weitergekommen ist, ebenfalls in den zweiten Umlauf gehen dürfen, damit ihr Ergebnis für die Einzelwertung zählt.

Geritten wird ein Table A Parcours, bei dem es eine erlaubte Zeit gibt, aber die Zeit ansonsten keine Rolle spielt. Bei Fehlergleichheit nach den ersten beiden Runden bei den führenden Mannschaften entscheidet ein Stechen, wer am Ende Gold holt.

Parcoursaufbau

Der Parcours in beiden Umläufen darf maximal 700, muss aber mindestens 500 Meter lang sein. In Runde eins ist ein Wassergraben von vier Metern Breite obligatorisch, in Runde zwei optional. Zwölf bis 14 Hindernisse dürfen aufgebaut werden, darunter entweder eine zwei- und eine dreifache Kombination, oder aber drei zweifache Kombinationen. Die Hindernisse dürfen maximal 1,65 Meter hoch und zwei Meter breit sein bzw. 2,20 Meter bei einer Triplebarre. Zwei Steilsprünge von mindestens 1,60 Meter Höhe sind Pflicht. Das Tempo liegt bei 400 Metern pro Minute. Je nach Größe des Platzes kann der Parcourschef entscheiden, es auf 375 Meter/Minute zu verringern.

Sollte es ein Stechen der führenden Mannschaften geben, müssen alle Teamreiter daran teilnehmen. Dann stehen noch sechs Hindernisse in der Bahn, die erhöht und verbreitert werden dürfen. Die Fehler der besten drei Paare werden addiert. Wenn dann immer noch beide Mannschaften gleichauf liegen, entscheiden die addierten Zeiten. Die Ergebnisse der Runde im Stechen hat keinerlei Relevanz für die Einzelwertung.

Auf allen anderen Plätzen werden bei Fehlergleichheit der Mannschaften die Zeiten der besten drei Teamreiter aus dem zweiten Umlauf addiert. Das schnellere Team ist besser platziert.

Auch beim Nationenpreis wird Preisgeld ausgeschüttet. Neben den Medaillen für die drei Erstplatzierten gibt es in Summe 277.800 Euro zu gewinnen, 92.000 Euro für das siegende Team, 55.000 Euro für die Mannschaft auf Rang zwei, 41.500 Euro für Bronze usw.

Auch die Einzelwertung zählt. 92.600 Euro werden insgesamt ausgeschüttet, von denen 30.500 Euro an den besten Einzelreiter gehen, 18.500 Euro an den Zweiten, 14.000 Euro an den Dritte usw.

Einzelentscheidung der Weltmeisterschaft

In der Einzelentscheidung nehmen die 25 bestplatzierten Paare der ersten beiden Prüfungen teil. Gibt es mehrere Paare auf Platz 25, sind sie alle startberechtigt. In der Einzelwertung gibt es Nachrücker. Fallen von den ursprünglich Qualifizierten also Reiter und/oder Pferde aus oder ziehen zurück, darf das nächstbeste Paar starten.

Geritten werden zwei verschiedene Umläufe, wobei der zweite nur noch für die zwölf besten Paare aller bisherigen Prüfungen vorgesehen ist. Gibt es zwei Paare, die gleichauf auf Rang zwölf liegen, entscheidet das bessere Ergebnis aus dem ersten Umlauf der Finalprüfung. Bei Fehlergleichheit in dieser Prüfung auf dem ersten Platz gibt es kein Stechen. Wohl aber, wenn im Anschluss an die beiden Finalrunden zwei Paare auf Rang eins der WM-Wertung liegen. Dann wird um Gold gestochen.

Im ersten Umlauf stehen elf bis 13 Hindernisse, inklusive einer zwei- und einer dreifachen Kombination oder drei Zweifachen. Auch hier gilt: Höhe maximal 1,65 Meter, Weite maximal 2 Meter bzw. 2,2 Meter bei einer Triplebarre. Ein Wassergraben darf, muss aber nicht dabei sein. Länge des Parcours: zwischen 450 und 600 Meter.

Im zweiten Umlauf wird ein anderer Parcours von 400 bis 500 Metern Länge gesprungen, der zwölf Hindernisse und höchstens zwei Kombinationen enthalten darf. Ein Wassergraben ist verboten, es darf aber ein Liverpool aufgebaut werden.

Gestochen wird nur um den Weltmeister-Titel, sollte es nach den fünf Runden mehrere Paare mit gleicher Fehlerzahl auf dem ersten Platz geben. Bei Fehlergleichheit auf den Plätzen dahinter entscheiden die addierten Zeiten der ersten beiden Finalumläufe über die Rangierung. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Paare im Stechen mit gleicher Fehlerzahl und gleicher Zeit ins Ziel kommen, teilen sie sich den Titel.

Im Finale werden in Summe 463.000 Euro ausgeschüttet. Der Sieger erhält 83.000, der Zweitplatzierte 65.000, der Drittplatzierte 47.500 usw. Und natürlich die Medaillen.

Voltigieren WM Herning 2022

Technische Delegierte für die Voltigier-WM ist Gaby Benz aus Italien. Als Präsidentin der Ground Jury wurde die Schwedin Monika Eriksson ausgewählt. Die Richtergruppe setzt sich zusammen aus Craig Coburn (USA), Lise Berg (DEN), Ute Schönian (GER), Martine Fournaise (FRA), Cynthia Danvers (NED), Elzbieta Dolinska (POL), Anita Flamand-Prochaska (AUT) und Zuzana Baciak Masarykova (SVK) als Reservistin.

Nationenpreiswertung

Neben den Einzelkonkurrenzen und den Gruppen gibt es eine Nationenpreiswertung für die Voltigierer bei der WM Herning 2022. Eine Mannschaft setzt sich hier aus einer Gruppe und zwei Voltigierern zusammen. Gibt es einen Gleichstand bei den Punkten im Nationenpreis, zählt das bessere Gruppenergebnis.

Zu gewinnen gibt es 5.500 Euro insgesamt, 1600 Euro für die siegende Equipe, 1.100 für die zweitplatzierte, 950 für die dritte usw.

Einzelentscheidung Damen und Herren

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren beginnt der Wettkampf in Teil eins mit Pflicht und Kür. Die Startreihenfolge in der Pflicht wird ausgelost. Im Technikteil treten die Athleten dann in umgekehrter Reihenfolge an.

Im Finale, der Kür, treten die Paare dann in umgekehrter Reihenfolge der Rangierung aus Teil 1 an.

Die Punktvergabe funktioniert so: Für die Bewertung von Runde 1 werden Pflicht und Technik addiert und durch zwei geteilt. Für die Endnote fließen die Bewertung aus Pflicht/Technik und Kür zu jeweils 50 Prozent in die Wertung ein. Bei Notengleichheit entscheidet allerdings die bessere Wertnote aus der Kür.

Zu gewinnen gibt es bei Herren und Damen insgesamt 4000 Euro, die unter Siegern und Platzierten aufgeteilt werden. Rang eins: 900 Euro, Platz zwei 700, Platz 600 usw.

Gruppen

Pflicht und Kür sind die beiden Prüfungen, in denen bei den Gruppen über die Medaillenvergabe entschieden wird. An der Kür darf nur teilnehmen, wer die Pflicht absolviert hat.

Die Startreihenfolge für die Pflicht wird ausgelost. In der Kür treten die Gruppen in umgekehrter Reihenfolge ihrer Ergebnisse an.

Die Ergebnisse aus der Pflicht fließen mit 40 Prozent in die Gesamtwertung ein, die der Kür entsprechend mit 60 Prozent. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Kür-Ergebnis.

Zu gewinnen gibt es für die Gruppen in Summe 5000 Euro, 1300 für die neuen Weltmeister, 1100 für das Team auf dem Silberrang, 800 für die Bronzemedaillengewinner usw.

Pas de Deux

Die Paare treten zweimal mit ihren Küren an. Die erste Runde ist die Qualifikation. Nur die 15 Besten kommen weiter. Gewertet werden aber beide Auftritte, der erste mit 40, der zweite mit 60 Prozent. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Ergebnis aus Runde zwei.

Die Startfolge in der ersten Kür wird ausgelost. In Runde zwei treten die Teilnehmer in umgekehrter Reihenfolge an.

Zu gewinnen gibt es 4500 Euro, 1100 für das Gold-Duo, 900 Euro für Silber, 750 für Bronze usw.

Para-Dressur WM Herning 2022

Der Deutsche Jan Holger Holtschmitt ist Technischer Delegierter für die Para-Dressur Wettbewerbe. Der Chefrichter kommt ebenfalls aus Deutschland: Marco Orsini. Ihm zur Seite stehen Kathrine Lucheschi (ITA), John Robinson (GBR), Anne Prain (FRA), Suzanne Cunningham (AUS), Kjell Myhre (NOR), Kristi Wysocki (USA) und Jeanette Wolfs (NED) als Ersatzfrau vor Ort. Für die Einordnung der Grades sind Elisabeth Trille Staubo (NOR) und Cecilia Rosser (HKG) zuständig.

Erste Einzelwertung

In der Para-Dressur werden bei der WM Herning 2022 erst Einzel-, dann Mannschafts- und dann die Einzelmedaillen in der Kür vergeben. Eine Mannschaft setzt sich aus drei bis vier Reiter-Pferd-Paaren zusammen. Reiter mit unterschiedlichen Grades sind erwünscht. Pro Team dürfen maximal zwei Teilnehmer im selben Grade an den Start gehen.

Die erste Prüfung ist zugleich die erste Qualifikation für die Kür um die Einzelmedaillen. Es werden die Mannschaftsaufgaben der jeweiligen Grades von 2017 geritten. In jedem Grade werden drei Medaillen vergeben sowie jeweils 4000 Euro, von denen die Sieger 1320 erhalten, die Zweitplatzierten 750 usw.

Mannschaftswertung

Die Mannschaftsmedaillen werden nach der zweiten Prüfung verteilt, den FEI-Einzelaufgaben für die jeweiligen Grades. Für die Vergabe der Mannschaftsmedaillen zählt ausschließlich das Ergebnis dieser Prüfungen, auch wenn es die Einzelaufgaben sind.

Auch die Startreihenfolge wird neu ausgelost und hat nichts mit der vorangegangenen Prüfung zu tun.

Hier gibt es 3800 Euro zu gewinnen, 1150 für die Siegermannschaft, 850 für das Silberteam, 700 für die Bronzemannschaft usw.

Kür

In der Kür dürfen pro Nation drei bis vier Paare an den Start gehen. Allerdings nehmen pro Grade nur noch die acht besten Starter pro Grade aus den Prüfungen eins und zwei teil. Die Teilnehmer müssen in beiden Prüfungen einen Durchschnitt von mindestens 60 Prozent erreicht haben.

Die Startreihenfolge für die Kür wird ausgelost, wobei vier Gruppen gebildet werden. Die erste Gruppe ist die mit den Teilnehmern mit dem niedrigsten Notendurchschnitt aus den ersten beiden Prüfungen, die letzte Startgruppe die mit dem höchsten.

Zu gewinnen gibt es 2700 Euro pro Grade, jeweils 900 für die neuen Weltmeister, 500 für die Silbergewinner, 400 für Bronze usw.

Alle Infos zur WM 2022 in Herning, den Weltmeisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren, finden Sie auch unter www.herning2022.com.