Distanz-Erster bei der Royal Windsor Horse Show wegen „Peitscheneinsatzes“ disqualifiziert

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Ein Bild von den Weltreiterspielen in Tryon, kurz bevor die Distanz-WM abgebrochen wurde. (© Pauline von Hardenberg)

Teil der Royal Windsor Horse Show ist auch ein internationaler Distanzritt. Als erster überquerte Jaafar Merza Abdul Nabi Hassan auf Assad die Ziellinie des 120 Kilometer-Rittes. Sieger war der Mann aus Bahrain aber trotzdem nicht.

Der Grund für die Disqualifikation des Siegerpaares: Der Reiter hatte seine Zügel als Peitsche benutzt. Das ist gemäß FEI-Reglement verboten. Der Sieg ging in der Folge in die Vereinigten Arabischen Emirate an Ghanim Said Salim Al Owaisi und Maison Blanche Vengai.

Das britische Magazin Horse & Hound sprach mit der Vorsitzenden des britischen Distanzreiter-Verbandes, Rebecca Kinnarney. Die erklärte, die Disqualifikation setze ein „deutliches Signal“ an die Beteiligten in dem Sport, dass das Wohlergehen der Pferde an erster Stelle stehe.

„Endurance Great Britain begrüßt die Anwendung der Regeln durch die Richter bei der Royal Windsor Horse Show“, erklärte sie. Während die meisten anderen Pferdesportdisziplinen zwar Gerten zulassen und ihr Regelwerk sich somit auf den exzessiven Einsatz bezieht, ist der Gebrauch von Gerten im internationalen Distanzsport einfach nicht erlaubt.“

Das bezieht sich auch auf Gegenstände, die zwar keine Gerte sind, aber wie eine benutzt werden. In diesem Fall waren dies die Zügel. Kinnarney weiter: „In Anbetracht der Bemühungen seitens der FEI, den Distanzsport zu reformieren, sendet das Ergebnis der Überlegungen der Ground Jury ein deutliches Signal an alle, die mit dem Sport zu tun haben, dass das Wohl der Pferde im Vordergrund steht.“

Thema Distanzreiten bei der FEI

Das Desaster des Distanzwettbewerbes bei den Weltreiterspielen in Tryon war das Tüpfelchen auf dem i neben diversen Skandalen, die diese Pferdesportdisziplin immer wieder erschütterten. Es geht vor allem um massive Tierquälerei, aber auch um Betrug und Missachtung sämtlicher Regeln.

Nach Tryon hat die FEI das bis dato aktive Distanzkomitee ab- und ein Interimskomitee eingesetzt, das ausarbeiten sollte, wie der Distanzsport gerettet werden könnte. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des FEI-Sportforums vorgestellt.

Unter anderem geht es darum, Doping zu bekämpfen und ein Bewusstsein von Horsemanship bei den Distanzreitern zu etablieren, die immer wieder negativ auffallen. Einen ausführlicheren Bericht finden Sie in St.GEORG 6/2019, der am 22. Mai im KIOSK erhältlich oder bequem online nach Hause zu bestellen ist.

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