Doping-Vorwürfe: Johan-Sebastian Gulliksen freigesprochen

München – Munich Indoors 2016

Johan-Sebastian Gulliksen, hier auf Charleville. (© Lafrentz)

Arakorn, das Pferd es norwegischen Springreiters Johan-Sebastian Guliksen, war letztes Jahr beim CSIO St. Gallen positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden. Der Weltreiterverband hat Gulliksen freigesprochen.

Im Organismus von Johan-Sebastian Gulliksens Arakorn wurde die Substanz Demecolcin nachgewiesen, ein giftiges Alkaloid, das unter anderem in Herbstzeitlosen vorkommt und in der Humanmedizin in der Chemotherapie eingesetzt wird.

Im Pferdesport wird die Substanz Demecolcin bei der FEI als „banned“ und „specified“ klassifiziert. „Banned Substances“ Sind solche, die für die Anwendung bei Pferden verboten sind.

Specified Substances“ sind Mittel, bei denen es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie quasi „aus Versehen“ in den Organismus des Pferdes gelangen, zum Beispiel über verunreinigtes Futter.

Im Falle von Johan-Sebastian Gulliksen kam das FEI-Tribunal zu dem Schluss, dass auch hier kontaminiertes Futter die Ursache für den positiven Test gewesen ist. Man fand in der Dopingprobe auch Spuren von Colchicin, ebenfalls ein Alkaloid der Herbstzeitlosen, die schon für eine Reihe positiver Tests bei Turnieren gesorgt hat.

Gras in den Boxen von St. Gallen

Das Schiedsgericht des Weltreiterverbandes sagt, dass es in Fällen, in denen beide Substanzen in der Probe gefunden werden, eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ gibt, dass der positive Befund aufgrund einer Kontamination zustande gekommen ist.

Die Herbstzeitlose wächst in den Alpenregionen und kann z. B. über Gras oder Heu von dort von den Pferden gefressen werden.

Der norwegische Teamtierarzt Dr. Gard Skaar führte in seinem Statement aus, dass die Stallzelte in St. Gallen auf einer Wiese aufgebaut waren und es dort viel Gras sowohl in den Boxen als auch rund um die Ställe herum gab. Die Pferde hätten lieber erst das Gras in ihren Boxen gefressen, ehe sie sich an das Heu gemacht haben, das ihnen von der Turnierorganisation zur Verfügung gestellt wurde.

Zwar habe man keine Futterprobe gehabt, die das hätte beweisen können. Aber der Reiter als „Person Responsible“ habe auch glaubhaft klarmachen können, dass er alle anderen potenziellen Kontaminationsmöglichkeiten ausgeschlossen hatte.

Der Reiter wurde zwar von dem Turnier disqualifziert, wird aber nicht weiter bestraft.

Quelle: FEI/Horse & Hound