EM Göteborg: Einmal Silber, zweimal Bronze für die Para-Dressurreiter

Longines FEI European Championships™ Gothenburg

Stinna Tange Kaastrup und Horsebo Smarties haben in Göteborg ordentlich abgeräumt und krönten ihr Wochenende mit Gold in der Kür. (© FEI/Liz Gregg)

Tolles Finale für die deutschen Para-Reiter bei der EM in Göteborg in der Kür mit drei Medaillen!

Silber errang der in Grade III startende Stefan Zeibig mit Feel Good. Alina Rosenberg mit Nea`s Daboun und Elke Philipps auf Regaliz holten jeweils Bronze in den Grades II bzw. I.

Europas Zweitbester

Steffen Zeibig und seine 13-jährige Hannoveraner Stute v. Fürst Heinrich-Arogno unterlagen mit 76,173 Prozent knapp der Britin Suzanna Hext (76,406 Prozent). Hext hatte mit dem in Bayern gezogenen 17-jährigen Abira v. Don Perignon-Dolomit in Göteborg schon Einzelgold gewonnen.

Steffen Zeibig beschrieb seine Vorstellung so: „Ich war mit Feel Good sehr zufrieden. Sie war sehr aufmerksam, ein bißchen guckig, dabei aber ganz gehorsam. Ich hatte ein tolles Gefühl während der ganzen Prüfung, freue mich über die Silbermedaille.“

Drei der fünf Richter sahen Zeibig sogar auf Platz eins, bei der Endabrechnung hatte „Suzanna die Nase eben leicht vorn. Das macht aber nichts, im Sport ist es eben mal so, mal so. Am Jahresende gleicht sich alles wieder aus“, beurteilt Zeibig das Ergebnis. Und freut sich darauf jetzt nach Hause zu seiner am Donnerstag letzter Woche geborenen Tochter zu kommen.

Enttäuschung bei Claudia Schmidt

Am Montag ist sie Vize-Europameisterin im Grade II geworden, in der Kür war Claudia Schmidt weniger zufrieden mit ihrem Royal Diamond-Sohn Romeo Royal. „Romeo war häufig vor der Musik, deshalb musste ich eine Schrittphase zusätzlich einlegen“, erklärt die nach einem Reitunfall halbseitig querschnittsgelähmte Reiterin. Der 6.Platz mit 71,793 Prozent war für die Darmstädterin enttäuschend. Bronze ging an den jüngsten Para-Dressurreiter der EM, den 17jährigen Dänen Tobias Thorning Joergensen mit Bruunholms Caribian, 76,127 Prozent.

Überraschungserfolg

Große Freude über Bronze bei Alina Rosenberg, die mit dem Oldenburger Nea’s Daboun von Dressage Royal/ Placido in Grade II antrat und mit 71,413 Prozent Bronze holte. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, strahlte sie, nachdem das Ergebnis feststand. Ihr Oldenburger Wallach ist erst acht Jahre alt, also relativ jung für diesen Sport, seit Januar 2016 bei ihr. Alina hat seit ihrer Geburt Koordinationsprobleme, kann ihre Beine nur eingeschränkt einsetzen. Schon mit zwei Jahren hat ihre Mutter sie aufs Pferd gesetzt, seitdem reitet sie regelmäßig. Zunächst aus therapeutischen Gründen, mittlerweile aber ist das Reiten als Sport für sie immer wichtiger geworden. „Ich bin sehr dankbar für alles, was ich durch die Reiterei und mit den Pferden erlebe. Vor allem die vielen weiten Reisen sind tolle Erlebnisse“, beschreibt sie den Stellenwert der Reiterei für sich. Dazu gehört auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und den dortigen Gewinn der Silbermedaille.

Gold ging im Grade II an die Dänin Stinna Tange Kaastrup mit Horsebo Smarties, 77,060 Prozent. Silber gewann Nicole den Dulk mit Wallace (76,720 Prozent) aus den Niederlanden.

Eine weitere Medaille für Elke Philipp

Elke Philipp und Regaliz sind schon reich an Erfahrung bei Championaten, in Göteborg konnten sie ihrer Medaillensammlung eine weitere Bronzemedaille im Grade I hinzufügen. Bis zum letzten Reiter lagen die beiden mit 76,433 Prozent noch auf dem Silberrang, dann aber setzte sich der Lette Rihards Snikens auf King Oft he Dance mit 77,467 Prozent davor. Gold gewann überlegen die Britin Julie Payne auf Athene Lindebjerg, 80,393 Prozent. Deren Sieg wurde kritisch gesehen, startet Payne doch ab September in einem höheren Grade. „Das geht eigentlich gar nicht“, kommentiert Britta Bando, die deutsche Equipechefin.

Ausbeute kann sich sehen lassen

Erstmals seit zehn Jahren fährt bleibt das deutsche Team ohne Mannschaftsmedaille von einem Championat nach Hause. Dennoch bleiben Bando die Tage in guter Erinnerung. „Fünf Medaillen können sich sehen lassen. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung mit toller Organisation. Die Leistungsdichte wird auch bei uns immer größer“. Das bestätigt Elke Philipp: „Wir haben hier alle um jedes Pünktchen gekämpft und lagen ganz dicht beieinander“. „Die Qualität der Pferde wird immer besser, das macht den Sport spannender, aber auch nicht leichter“, ergänzt Britta Bando. „Wir werden uns künftig noch mehr ins Zeug legen müssen um unsere Position zu sichern“.

Christine Meyer zu Hartum

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