Erfolge bei Asian Games mit deutschen Pferden von Fürst on Tour bis Seigneur Medicott

Anna-Christina Abbelen und Fürst on Tour

Anna-Christina Abbelens Fürst on Tour holt nun Goldmedaillen für Hongkong. (© von Korff)

Dieser Tage finden in Jakarta, Indonesien, die Asian Games statt. Dort gab es ein Wiedersehen mit vierbeinigen Bekannten, die auch schon für Deutschland im Championatseinsatz waren.

Die Asian Games in der Dressur werden im Rahmen eines Prix St. Georges (Mannschaftswertung) und einer Intermédiaire I Kür ausgetragen. Einzelgold sicherte sich mit 77,045 Prozent die Hongkongchinesin Jacqueline Wing Ying Siu im Sattel von Fürst on Tour. Der 13-jährige Rheinländer Wallach hatte unter Anna-Christina Abbelen sieben Nachwuchs-EM-Medaillen für Deutschland geholt, davon sechs in Gold. 2017 verkaufte die nun in der U25-Tour erfolgreiche Amazone den Wallach nach Hongkong, wo er von Anfang an von Siu geritten wurde und nun das Präfix „JC“ für „Jockey Club“ im Namen trägt.

Silber holte Qabil Ambak Mahamad Fathil aus Malaysia auf Rosenstolz (76,620), einem Hannoveraner, der zuvor in der kleinen Tour mit der Norwegerin Siril Helljesen im Einsatz gewesen war.

Bronze ging an den Koreaner Hyeok Kim auf Degas K mit 75,705 Prozent. Ein weiteres bekanntes Pferd in der Starterliste war der Westfale Fabriano, der die Österreicherin Renate Voglsang noch 2012 zu den Olympischen Spielen in London und 2014 zu den Weltreiterspielen in der Normandie begleitet hatte. Inzwischen wird er von dem Japaner Masanao Takahashi geritten, der den Hengst auch bei den Olympischen Spielen in Rio gezeigt hatte. In Jaakarta wurden die beiden Neunte. Takahashi ist nun mit Beata Stremlers Rubicon für die Weltreiterspiele in Tryon nominiert.

In der Mannschaftswertung siegte Japan vor Nordkorea und Thailand.

Vielseitigkeit: Gold für Yoshiaki Oiwa

In der Vielseitigkeit (auf Ein-Sterne-Niveau) gab es einen deutlichen Sieg für Yoshiaki Oiwa im Sattel von Bart L, jenem Pferd, das unter Mathieu Lemoine mitgeholfen hatte, den Franzosen Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen in Rio zu sichern. Dann wurde er als potenzielles Olympiapferd für Tokio 2020 nach Japan verkauft. Unter Oiwa war er bislang erst einmal auf Zwei-, sonst immer auf Ein-Sterne-Niveau gestartet. Das allerdings sehr erfolgreich: drei Siege hintereinander in 2018 und nun der erste Titel mit 22,70 Minuspunkten.

Auch das Pferd auf Rang zwei hat bereits Championatserfahrung: der Westfale Seigneur Medicott unter dem Inder Fouaad Mirza. Seigneur Medicott war von Bettina Hoy ausgebildet worden, wurde unter ihr 2017 Deutscher Meister und war anschließend für die Europameisterschaften in Strzegom aufgestellt worden, wo die beiden zwar eine Rekordrunde im Viereck drehten, aber im Gelände nach einem Sturz ausschieden. Der Verkauf von Seigneur Medicott hatte lange im Raum geschwebt, das Pferd gehörte nicht Hoy selbst. Schließlich wurde man sich mit den Indern handelseinig. Fouaad Mirza trainiert weiterhin mit „Mickys“ Ausbilderin Bettina Hoy.

Bronze ging nach China, an Alex Hua Tian auf Convival. Der 29-Jährige hat wie auch Yoshiaki Oiwa bereits bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften seine Runden gedreht. Sein Pferd ist allerdings noch recht jung, erst neun Jahre alt und auch erst seit diesem Jahr mit Hua Tian im Einsatz. Zuletzt waren die beiden Zwölfte in der ersten Drei-Sterne-Prüfung des Pferdes gewesen.

Unter den bekannten Pferden im Starterfeld war auch Dirk Schrades Boleybawn Prince. Der inzwischen 14-jährige Ire wird nun von der Thailänderin Arinadtha Chavatanont geritten, die zwar in Bangkok lebt, aber auch in Deutschland und Frankreich trainiert. Sie reitet auch Dressur und Springen international, war in Jakarta auch auf dem Viereck am Start war und wurde Siebte. Das allerdings auf einem anderen Pferd, dem KWPN-Wallach Clapton C v. Jazz. Mit Boleybawn Prince belegte sie in der Einzelwertung Elfte.

Mannschaftsgold ging nach Japan vor Indien und Thailand.

Springen: Saudi-Arabien räumt ab

Mit 10,9 Strafpunkten sicherte sich die Mannschaft aus Saudi-Arabien den Titel. Silber ging nach Japan mit 12,72 Strafpunkten vor Qatar, die es auf 20,50 Strafpunkte brachten.

Auch in der Einzelwertung hatte das Königreich die Nase vorn. Hier ging Gold mit gerade mal einem Strafpunkt an Ramzy al Duhami im Sattel des zehnjährigen Zangersheiders Z v. Waranta. Silber holte mit 0,2 Punkten Abstand Scheich Ali Al Thani mit Sirocco nach Katar. 1,06 Strafpunkte standen auf dem Konto von Ali Al Khorafi mit Cheril für Kuwait – Bronze.

Ehemals deutsche Pferde gingen auch im Parcous, so zum Beispiel der von Eva Bitter in den Sport gebrachte Hannoveraner Squid, der unter Bassem Mohammed die Farben Katars vertrat (Neunter in der Gesamtwertung). Oder auch Cartagena, mit der Miriam Schneider in der Wintersaison abgesahnt hat, und die nun von Ahmad Saber Hamcho aus Syrien geritten wird (Zwölfter in Jakarta).

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