FAHREN – Abfahren im Dunkeln, schlechte Noten für Sandmann

Der erste Dressurtag der Fahrer endete aus deutscher Sicht nicht ganz so wie erwartet. An der Leistung der Fahrer lag es nicht. Und der niederländische Spitzenfahrer Ijsbrand Chardon wird sicherlich auch kein Fan französischer Organisation mehr.

Nach der ersten Besichtigung der Marathonstrecke waren sich Fahrer, Trainer und Betreuer einig: Diese Weltmeisterschaft der Vierspänner wird überwiegend auf dem Dressurviereck entschieden werden. Umso enttäuschter war Christoph Sandmann über die Benotung seiner Vorstellung im Hippodrome, der Rennbahn in Caen. Nur 47,13 Punkte vergaben die Richter, das war weit weniger als er erwartet und seiner Ansicht nach auch verdient hatte. So sah es auch Bundestrainer Karl-Heinz Geiger: „Das war eine der besten Dressuren, die Christoph je gezeigt hat. Lediglich die kleine Unregelmäßigkeit nach dem Rückwärtsrichten ist ihm anzukreiden, die wurde sehr hart bestraft.“

Sandmann hatte sich akribisch vorbereitet auf diese Weltmeisterschaft und hatte keine Ahnung, was die Richter gesehen haben, wie er das Urteil kommentierte. Die Befürchtung, als ausgezeichneter Marathonfahrer, der er ist, in dieser Teilprüfung in Caen nun kaum etwas verbessern zu können, lässt ihm wenig Hoffnung auf eine gute Platzierung im Gesamtklassement, zumal die besten Dressurfahrer der Welt allesamt nach ihm starten. Seinen frühen Startplatz als zehnter Starter im Feld der 46 Starter aus 17 Nationen in der Dressur empfindet er ebenfalls als kritisch.

Mit dem frühen Startplatz haderte auch Ijsbrand Chardon aus den Niederlanden, der als erster Starter um halb zehn den Wettkampf eröffnete. Es war um 7.15 Uhr noch dunkel, als er mit den Vorbereitungen für die Prüfung begann. Bei der Fahrt zum Abfahrplatz musste ihn ein Auto vor und eines hinter dem Gespann begleiten. Seine gewohnte Vorbereitung – eigentlich wollte er um sechs Uhr seine vier Pferde paarweise im Zweispänner aufwärmen, wie sie es gewöhnt sind – nicht durchziehen zu können empfand der dreimalige Einzel-Weltmeister als gravierenden Nachteil. Mit 42,12 Punkten liegt er zwar deutlich vor Christoph Sandmann, hatte jedoch ebenso eine deutlich bessere Benotung erwartet. Meine Pferde waren sehr gut, ich hatte mit weniger als vierzig Punkten gerechnet. Zwischen die beiden schob sich mit 46,25 Punkten der zweite Niederländer, Koos de Ronde. Trotz zweimaligen Angaloppierens eines Vorderpferdes sahen die Richter ihn vor Sandmann. Die niederländische Mannschaft ist so bereits nach zwei Teamfahrern in einer guten Ausgangsposition für den abermaligen Gewinn der Goldmedaille. Die haushohen Favoriten sind sie ohnehin.

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