Fahren: Multi-Champion Boyd Exell gewinnt das Weltcup-Finale

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Der Boyd Exell (AUS) war auch im Weltcup-Finale der Vierspänner 2020 nicht zu schlagen. (© FEI /Richard Juilliart)

Nach einer sehr erfolgreichen Saison war der Australier Boyd Exell bereits als Favorit in das Weltcup-Finale der Vierspänner gestartet. Und tatsächlich sicherte sich der Meister der Leinen gestern nach einem spannenden Stechen seinen neunten Weltcup-Titel.

Das Finale in Bordeaux fand ohne deutsche Beteiligung statt. Mareike Harm war zwar in Maastricht und Stuttgart gut in ihre erste Hallen-Weltcup-Saison gestartet, konnte dann aber nicht mehr ganz an ihre Leistungen anknüpfen und verzichtete auf eine weitere Teilnahme an den Weltcup-Prüfungen. Somit waren in Bordeaux neben Boyd Exell und dem niederländischen Trio Koos de Ronde, Bram und Ijsbrand Chardon der Belgier Glenn Geerts, der Franzose Benjamin Aillaud sowie der Ungar József Dobrovitz am Start.

Im ersten Umlauf am Samstag hatte sich Boyd Exell noch seinem niederländischen Konkurrenten Koos de Ronde, dem Weltcup-Sieger von 2013, geschlagen geben müssen. Gestern im Stechen eroberte der Australier seine Poleposition aber wieder zurück. Am Ende wurde es für Koos de Ronde damit, wie auch schon beim Weltcup-Finale 2019, der zweite Platz. Das dritte Treppchen ging an seinen Landsmann Ijsbrand Chardon. Der 59-Jährige legte eine regelrechte Aufholjagd hin und arbeitete sich von Platz sechs nach dem ersten Umlauf bis auf das Podium vor. Sein Sohn Bram Chardon konnte den Titel aus dem letzten Jahr nicht verteidigen und musste mit Rang vier Vorlieb nehmen. Nach Zeitfehlern in beiden Umläufen verpasste der 26-Jährige gestern das Stechen der besten drei.

Wer schafft es ins Drive Off?

Für den zweiten Umlauf wurden die Ergebnisse aus Runde eins in Strafpunkte umgerechnet. Wer im „Drive Off“ dabei sein wollte, durfte also gestern Nachmittag möglichst keine weiteren Fehler sammeln. Am Samstag waren nur zwei Gespanne fehlerfrei furch den Kurs gekommen: zum einen József Dobrovitz, der damit gestern als Dritter im Ranking in die Entscheidung ging, zum anderen Koos de Ronde. Zwischen diese beiden hatte sich noch Boyd Exell geschoben.

Gestern wurde das Ranking dann allerdings noch einmal ordentlich durcheinander gewirbelt. Der neunfache Ungarische Meister Dobrovitz fiel auf Rang fünf zurück. Bram Chardon, jüngster Weltcup-Sieger aller Zeiten, konnte sich nach einem Abwurf am Sonntag nicht verbessern und blieb Vierter. Mehr Glück hatte hingegen Ijsbrand Chardon, der sich dank einer superschnellen Runde trotz Strafpunkten für das Stechen der besten drei qualifizieren konnte. Benjamin Aillaud, der mit einer Wildcard in Bordeaux starten durfte, fuhr auf Rang sechs vor Glenn Geerts aus Belgien.

Ein spannendes Stechen

Im Drive Off musste dann Ijsbrand Chardon vorlegen – und das gelang ihm auch! Nach 119,1 Sekunden stoppte die Uhr, zudem blieb der Niederländer fehlerfrei. Koos de Roonde, der von Sohn Pieter und Frau Marie unterstützt wurde, war zwar etwas langsamer und sammelte zudem vier Strafpunkte, konnte sich aber insgesamt vor Chardon setzen.

Nun war es also an Boyd Exell, sich den Titel zurück zu erobern. Und der Australier ging volles Risiko, ließ sein Vierergespann mit Bajnok, Barny, Rocket und Demi in nur 119,81 Sekunden und fehlerfrei über die Strecke sausen. Das war der Sieg! Stute Demi wurde übrigens noch am gleichen Tag mit sagenhaften 22 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Winning Round | FEI Driving World Cup Final – Bordeaux 2020

WELCOME BACK TO THE THRONE! 👑🇦🇺As adrenaline rushed, Boyd Exell kept his famous cool attitude to be crowned the FEI Driving World Cup Final Champion an astonishing NINTH time! Absolutely flawless, Boyd and the team navigated the track with flair and skill that blows our MIND! Congratulations to Team Exell! 🎉

Gepostet von FEI Driving am Sonntag, 9. Februar 2020

„Ich glaube, ich hatte dieses Mal etwas mehr Druck, denn ich habe das schnellste Team der Welt, aber im letzten Jahr hatten wir einen großen Fehler. Wir wussten, dass wir mindestens vier bis fünf, vielleicht sogar sechs Sekunden schneller sind als Koos. Ich musse ohne Fehler und schnell fahren“, verriet Exell. Den Sieg widmete er seiner Tochter, die sich nach einem Unfall momentan im Krankenhaus erholen muss. „Ich wollte es für sie schaffen – besonders für sie und für meine Frau“, so der Australier.

Alle Ergebnisse aus Bordeaux finden Sie hier.

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