FEI: „Clean Sport“ bei den Olympischen und Paralympischen Reiterspielen in Tokio

Spritzen

Symbolbild (© www.slawik.com)

Zehn Tage nach dem Ende der Paralympischen und fünf Wochen nach dem Ende der Olympischen Spiele in Tokio wurde dem Weltreiterverband (FEI) bestätigt, dass alle genommenen Dopingproben negativ waren. Sowohl bei den Vierbeinern als auch bei den Zweibeinern. Und das zum dritten Mal in Folge bei Olympia und Paralympics.

„Ich bin sehr stolz, bestätigen zu können, dass zum dritten Mal in Folge alle Proben von Menschen und Pferden, die während der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio genommen wurden, negativ waren“, sagte FEI-Präsident Ingmar De Vos über das Ergebnis. Es sei jedoch naiv zu glauben, dass saubere Spiele in jeder Sportart garantiert sind. Die Proben aller Sportler, ob Mensch oder Tier, werden deswegen bis zu zehn Jahre lang aufbewahrt. Mit weiter entwickelten Verfahren, können die Proben später erneut getestet werden. Dann kann auch auf Substanzen getestet werden, welche bisher nicht zuverlässig nachweisbar sind. Im Moment bestätige das Ergebnis jedoch all die Arbeit, die in die FEI Clean Sport Aufklärungskampagne geflossen ist. Dazu gehöre auch die Beteiligung der nationalen Verbände und die Vorab- und stichprobenartigen Testungen bei Pferden.

Besagte Online-Kommunikationskampagne startete die FEI 2010 unter dem Namen „Clean Sport“. Zweck der Kampagne soll es sein, über die FEI-Anti-Doping-Bestimmungen aufzuklären und sie zu vereinfachen. Sie enthält Informationen über die verbotenen Substanzen, die Anti-Doping-Bestimmungen und kontrollierte Medikamente. Auch das Testverfahren und die damit verbundenen Ressourcen werden darin offengelegt. In acht Sprachen verfasst, richtet sie sich somit an Athleten, Pferdepfleger, Mannschafts- und persönliche Tierärzte und weiteres Hilfspersonal.

Pferdetests

Insgesamt 38 Tests wurden an 24 verschiedenen Pferden bei den Olympischen Spielen durchgeführt. Alle Einzelmedaillengewinner und Viertplatzierten waren unter den getesteten Pferden. Zusätzlich wurden auch mindestens ein Pferd aus den medaillengewinnenden und viertplatzierten Mannschaften auf verbotene Substanzen getestet. Weitere Tests wurden durch Zufall oder gezielt durchgeführt.

Bei den Paralympischen Spielen waren es ebenfalls 38 Tests nach Dopingsubstanzen. Verantwortlich für die Durchführung bei den Pferden war die FEI. Sie handelte dabei gemäß der FEI Equine Anti-Doping and Controlled Medication Regulations (EADCMRs) und den Bestimmungen für FEI-Tierärzte.

Tests am Menschen

Das Anti-Doping-Program bei den Athleten wurde vom Internationalen Olympischen Komitee an die Internationale Testagentur (ITA) übertragen. Bei der ITA handelt es sich um eine unabhängige und gemeinnützige Organisation. Ihr wurden langfristig Teile des Programms übertragen, darunter auch die Koordinierung der Tests.

Das Resümee von De Vos auf Olympia und Paralympics fällt entsprechend positiv aus:

Wir können auf unglaublichen Sport in Tokio 2020 zurückblicken, mit wirklich großen Olympiasiegern in allen drei Disziplinen und in den fünf paralympischen Klassen […].

Es bestehe kein Zweifel daran, dass der Reitsport trotz der besonderen Verhältnisse durch die Pandemie Eindruck hinterlassen hat. Wichtige Erkenntnisse und neue Lektionen zum Lernen gebe es aber auch. Um jetzt schon die Vorbereitungen auf die nächsten Olympischen Spiele zu beginnen, werde es dazu eine ausführliche Nachbesprechung geben. Das eingegangene Feedback von allen Beteiligten, aber auch der Community, soll dabei für Paris 2024 berücksichtigt werden.

Seinen Dank richtet der FEI-Präsident besonders an die japanischen Gastgeber in diesem Jahr. Mit Fleiß und Engagement hätten das Organisationskomitee und die Freiwilligen Großes auf die Beine gestellt, so De Vos.