FEI gibt zu: Es sind Fehler passiert bei Olympia-Qualifikationsturnieren der Springreiter

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Mathilda Karlsson aus Sri Lanka und ihr bestes Pferd, der Holsteiner Chopin VA. (© www.toffi-images.de)

Das ist bitter! Nach diversen Protesten gegen das olympische Qualifikationssystem, nach dem es den Anschein hatte, Springreiter könnten sich einen Tokio-Startplatz quasi erkaufen, hat der Weltreiterverband FEI die Sache noch einmal untersucht. Die Punkte müssen neu verteilt werden. Das hat Auswirkungen auf die Startplätze.

Von Seiten der FEI heißt es: „Die Untersuchung der drei Turniere in Villeneuve-Loubet im Dezember 2019 hat ergeben, dass gegen die FEI-Regeln (Artikel 110.2.3 der FEI General Regulations) bei jedem Turnier zwei Prüfungen nach Nennungsschluss hinzugefügt wurden, die für die Olympische Rangliste und die Weltrangliste zählten. Die aktualisierten Zeiteinteilungen der drei Turniere wurden der FEI durch den französischen Verband übermittelt und irrtümlicherweise von der FEI abgenommen.“

Die Konsequenz aus der Erkenntnis dieses Fehler ist, dass entsprechend Artikel 112.3 der FEI General Regulations die nachträglich hinzugefügten Prüfungen gestrichen wurden. Mit dem Ergebnis, dass die Reiter ihre Punkte, die sie dort erritten haben, verlieren. Die Ranglisten wurden entsprechend aktualisiert.

Das hat massive Folgen: So gehen die Einzelstartplätze der FEI Gruppe G nun an Chinesisch Taipeh und an Hongkong. Erste Ersatznation ist Thailand, zweite Sri Lanka. Das betrifft folglich Mathilda Karlsson, die in Schleswig-Holstein auf dem Gestüt Grönwohldhof beheimatet ist und die Pferde von Manfred von Allwörden reitet.

Sie hatte mit dessen Hengst Chopin in Villeneuve-Loubet die nötigen Punkte erritten, um ihrem Geburtsland Sri Lanka einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Tokio zu sichern – eine kleine Sensation. Nun müssten sowohl die Reiter aus Hongkong als auch die aus Thailand verzichten oder ausfallen, dass sie noch in den Genuss kommen könnte, unter olympischer Flagge zu starten.

Die FEI hat auch die Januar-Turniere in Villeneuve-Loubet unter die Lupe genommen und festgestellt, dass bei drei der sechs Turniere zwei Prüfungen mit Weltranglistenrelevanz nach Nennungsschluss hinzugefügt wurden. Auch hier wurden die Prüfungen gestrichen und die Teilnehmer verlieren ihre gewonnenen Punkte.

Untersuchung der Turniere in Damaskus

Kritik gab es auch an den Qualifikationsturnieren in Damaskus, wo der Syrer Ahmad Saber Hamcho und der Jordanier Ibrahim Bisharat ihrer jeweiligen Heimat einen Startplatz in Tokio erritten.

Auch hier musste die FEI Unregelmäßigkeiten einräumen – die allerdings für die Qualifikation der Reiter ohne Folgen bleiben. Hier geht es um das Preisgeld. Das fiel bei drei Turnieren höher aus, als eigentlich erlaubt bei Zwei-Sterne-Turnieren. Die FEI hat nun jeweils eine Prüfung der drei fraglichen Turniere gestrichen, um das Gesamtpreisgeld auf den erlaubten Rahmen zu reduzieren. Das habe aber keinen Einfluss auf das Ranking in der Olympia-Rangliste der Gruppe F. Mit anderen Worten: Syrien und Jordanien behalten ihren Einzelstartplatz für Tokio.

Die FEI meldet zudem, dass sie nun auch den Teamstartpatz der Gruppe F anderweitig vergeben hat, nachdem im Rahmen der Dopingkontrollen beim Qualifikationsturnier in Rabat (MAR) bei den beiden Katar-Springreitern Scheich Ali Al Thani und Bassem Mohammed ein Cannabis-Abbauprodukt gefunden worden war.

Die FEI hat nun eine „Partial Decision“ im Verfahren gegen die beiden Reiter gefällt. Demzufolge verliert Katar seinen Olympiastartplatz an Marokko.

In der aktualisierten Liste der teilnehmenden Nationen werden nun drei Nationen geführt, die sich erstmals für Olympische Spiele qualifizieren konnten: Luxemburg (Einzelstartplatz Dressur), Pakistan (Einzelstartplatz Vielseitigkeit) und Israel (Mannschaft Springen).

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