FEI suspendiert FN der Vereinigten Arabischen Emirate

Angesichts der Betrugsvorwürfe wegen Distanz-Qualifikationen, die niemals stattgefunden haben sollen, deren Ergebnisse aber gleichwohl dem Weltreiterverband FEI durch die Nationale Vereinigung der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) mitgeteilt wurden, hat die FEI jetzt drastische Maßnahmen ergriffen.

Die FEI hat die UAE für eine unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Neben den bereits erwähnten Betrugsvorwürfen geht es auch um schwerwiegende Fälle von Verstößen gegen das Tierschutzgebot und das Missachten und Brechen von Regeln. Die Entscheidung des FEI-Vorstands unter Vorsitz von Präsident Ingmar de Vos wurde einhellig getroffen.

Während der Suspendierung darf die FN der UAE bei keinerlei Meeting eines FEI-Ausschusses dabei sein, darf keine internationalen Turniere veranstalten und die Mitglieder der FN dürfen auch an keinen internationalen Turnieren teilnehmen. Allerdings hatte der Vorstand eingeräumt, dass die Reiter aus anderen Disziplinen als dem Distanzreiten unter der Flagge der FEI an internationalen Veranstaltungen außerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate teilnehmen dürfen.

Die FEI-Vorstandsetage erklärte weiter, die Wiederaufnahme der FEI-Mitgliedschaft hinge davon ab, dass die UAE-FN ein Abkommen unterschreibt, in dem sie sich verpflichtet, jedwede Maßnahme zu ergreifen, die von der FEI gefordert wird, um das Wohlergehen der Pferde zu schützen, und dass die Regeln und Vorschriften eingehalten werden.

Zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zählen Abu Dhabi, Dubai, Adschman, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain. Die Vorwürfe der FEI beziehen sich auf mehrere Vorfälle, unter anderem ein Rennen, bei dem ein Pferd sich beide Vorderbeine brach und zwei andere ebenfalls ums Leben gekommen sein sollen.

Der jüngste Skandal könnte einer der größten des Pferdesports überhaupt werden, wenn sich der Verdacht bestätigt. Es deutet alles darauf hin, dass die UAE-FN dem Weltreiterverband Ergebnisse von Qualifkationsturnieren hat zukommen lassen, die in Wahrheit nie ausgetragen wurden. Dies fand die britische Journalistin Pippa Cuckson heraus, die ihrerseits einen Tipp bekommen hatte. Bei der Recherche stellte sich heraus, dass die Ergebnisse mehrerer Rennen auf die Zwischenzeit genau dieselben sind wie bei anderen Turnieren.

Die Angelegenheit wird nun von dem Unternehmen Quest unter der Leitung des ehemaligen Scotland Yard-Chefs Lord Stevens untersucht.

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