FEI verurteilt drei Distanzreiter wegen Tierquälerei

Distanzrennen

(© www.toffi-images.de)

Der Weltreiterverband hat drei Distanzreiter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen Tierquälerei verurteilt. Sie alle haben ihre Pferde trotz offensichtlicher Erschöpfung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln angetrieben. Mit fatalen Folgen.

Die Vorfälle ereigneten sich in der Wintersaison in Al Wathba, Abu Dhabi. Es geht im ein CEI3* über 160 Kilometer und zwei CEI1* über 100 Kilometer.

Allen drei Reitern, Abdul Rahman Saeed Saleh Al Ghailani mit dem Pferd Sarab (160 km), Khalid Jumaa Salem Al Khatri und Castlebar Nato (100 km) und Mohammed Saeed Al Blooshi mit Songbird (100 km) wird vorgeworfen, die Pferde trotz für jeden Außenstehenden offensichtlicher Erschöpfung rigoros angetrieben zu haben. Videos zeigen, dass die Pferde geschlagen, von Helfern von unten angetrieben und wiederholt mit den Absätzen in die Flanken getreten wurden.

Castlebar Nato brach sich bei dem betreffenden Rennen das Röhrbein. Songbird FF wurde wegen absoluter Erschöpfung vorzeitig aus dem Rennen genommen.

Ein Video des furchtbaren Vorfalls gibt es noch auf YouTube. Achtung, das sind schreckliche Bilder!

Die Urteile

Der Weltreiterverband FEI hat nun seine Urteile gefällt. Alle drei Reiter wurden der Tierquälerei für schuldig befunden. Abdul Rahman Saeed Saleh Al Ghailani wurde vom Tag der Urteilsfällung an für zwölf Monate gesperrt und zu einer Geldstrafe von 4000 Schweizer Franken verurteilt (ca. 3590 Euro). Ferner muss er die Prozesskosten von 1000 Schweizer Franken tragen (ca. 900 Euro).

Khalid Jumaa Salem Al Khatri, dessen Castlebar Nato sich bei dem Rennen das Bein brach, wurde für 30 Monate gesperrt. Er muss 9000 Schweizer Franken zahlen (gut 8000 Euro) sowie ebenfalls die Prozesskosten in derselben Höhe wie Al Ghailani.

Bei Mohammed Saeed Al Blooshi verhängte das FEI-Tribunal eine Sperre von 18 Monaten und eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Schweizer Franken (knapp 5400 Euro) zuzüglich 1000 Franken Prozesskosten.

Stellungnahme von Clean Endurance

Angezeigt worden waren die Reiter bei der FEI von der Organisation „Clean Endurance“, die sich für fairen Distanzsport einsetzt. Dies sind die ersten drei Entscheidungen. Clean Endurance hatte aber noch weitere Reiter angezeigt.

Die Organisation begrüßt die „vorbildlichen“ FEI-Entscheidungen, wie es in der Presseerklärung heißt. Auch erkenne man die Bemühungen der FEI und des derzeit eingesetzten temporären Endurance Committees an, den Sport durch entsprechende Regeländerungen zu reformieren.

Es sei aber klar, dass es immer nur schlimmer werden würde, wenn weiterhin allein die Geschwindigkeit über Sieg oder Niederlage entscheidet im Distanzsport. Clean Endurance ist der Ansicht, dass die beim FEI-Sportforum 2019 vorgelegten Regeländerungen zwar löblich und längst überfällig seine, aber dass sie NICHT ausreichen würden, um den Sport umzustrukturieren und die Geschwindigkeiten zu beschränken.

Der Vorschlag von Clean Endurance

Die Organisation ist der Ansicht, ein effektiver und unkomplizierter Weg, um das Ziel zu erreichen, sei es, die Wettkämpfe nach dem Vorbild der seit Jahren erprobten Systeme in der Schweiz und in Frankreich zu gestalten. Hier werden Pferde nämlich sowohl nach der Geschwindigkeit als auch nach ihren Erholungswerten rangiert.

Dieses „einfache und bewährte System sei der einzige Weg zu verhindern, dass die Rennen immer schneller und damit immer zerstörerischer würden. Auf diese Art und Weise würde die strategische reiterlichen Fähigkeiten wieder belohnt sowie Pferdeverstand und der Respekt vor dem Tier und dessen Wohlergehen.

Offizielle in der Pflicht

Clean Endurance merkte außerdem an, man bedaure es, dass man eine Reihe von Missbrauchsprotesten bei der FEI einreichen musste, um zu verhindern, dass die Reiter ungestraft davon kommen. „Hätten die Offiziellen an diesem Tag ihre Arbeit gemacht, wäre das nicht notwendig gewesen.“

Darum wurde die FEI (zum wiederholten Male) darum gebeten, die Aufzeichnungen der eingesetzten Stewards offiziell zu machen. Die Organisation ist überzeugt, dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass die Organisatoren, Offiziellen und weitere Beteiligte die grundlegenden Informationen haben, wann, wo und wie die Verantwortlichen vor Ort tätig geworden sind.

„Diese Informationen sind der Schlüssel, damit die Veranstalter die besten Offiziellen für ihre Turniere auswählen, minimale Rotationsforderungen einhalten und ein Interessenskonflikt vermieden wird.“

Clean Endurance sei der Meinung, dass die FEI als ersten Schritt des komplizierten Reformprozesses die Arbeit der Stewards transparent machen muss.

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  1. machner ursula

    so eine schweinerei. da werden die pferde buchstäblich zu tode gehetzt, das allerletzte aus ihnen herausgetrieben. ein pferd ist doch kein motorrad, sondern ein lebendiges wesen, und wenn es nicht mehr kann, dann soll man aufhören. keiner hat sich wohl um das arme tier gekümmert, und der kerl, der „gewonnen“ hat, hat sich offentlichtlich sehr gefreut so wie alle anderen auch. nur das hat gezählt. diese elenden mistkerle! bin total empört! sollen sie doch alleine rennen, ohne die pferde. sollen ihnen doch ein paar helfer hinterherrennen und sie schlagen, wenn sie nicht mehr weiter können. dann sehen sie mal, wie das ist. diese rennen müssen verboten werden!


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