Futterverunreinigung: FEI identifiziert Apfeltrester bei Marstall-Futter als Quelle

Müsli

Drei Chargen dreier Zusatzfuttermittel der Marke Fouganza wurden zurückgerufen. Sie waren bei dem großen Sportwaren-Händler Decathlon erhältlich. (© Fotolia)

Kurz vor Weihnachten kommt Licht ins Dunkle. Lange war zwar bekannt, dass wohl verunreinigtes Futter zu positiven Medikamentionskontrollen geführt hat. Nun jedoch ist klar, welcher Hersteller dafür verantwortlich ist.

Die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) hat nach eigenen Angaben Mitteilung von einem Hersteller bekommen, der eine Quelle der Futter-Kontamination gefunden habe. Dabei handele es sich um einige Chargen von Müsli und Mineralfutter der in Deutschland ansässigen Bernd Kreiling GmbH und damit um den Hersteller von Pferdefutter der Marke Marstall. Die Bernd Kreiling GmbH soll jedoch umgehend Maßnahmen ergriffen haben, um eine weitere Kontamination mit Coffein oder anderen von Coffein abgeleiteten Stoffen (Theophyllin) zu vermeiden. Es ist eine gute Nachricht für alle Pferdehalter, die mit positiven Medikationskontrollen in letzter Zeit zu kämpfen hatten. So muss beispielsweise der Holsteiner Verbandshengst Charaktervoll die Hengstleistungsprüfung nachholen. Bei dem Hengst waren Coffein und Theophyllin nachgewiesen worden.

Der FEI zufolge sollen Futtermittel, die nach dem 14. Juli 2020 produziert wurden, das heißt ab den Chargennummern 219301, 219302, 219303 und 219304, nicht betroffen sein. Die Chargennummern von Futtermitteln, die Apfeltrester enthalten, sollen Pferdehalter ab sofort eingehend überprüfen, heißt es von Seiten der FEI. Im Zweifel solle man den Hersteller kontaktieren.

Auch rät der Weltreiterverband dazu, Proben von Futtermitteln sowie Nahrungsergänzungsmitteln aufzubewahren, die an Pferde verfüttert werden. Im Falle eines beispielsweise „atypischen Funds“ könne man diese Proben noch untersuchen lassen.

Das Reglement der FEI macht es ab dem 01. Januar 2021 möglich, Pferde im Rahmen sogenannter „elective testings“ auf Coffein zu testen. Coffein ist als „spezifizierte Substanz“ beim Weltreiterverband aufgeführt. Deshalb wird jeder Befund des Stoffs ab dem neuen Jahr als „atypischer Fund“ behandelt.

Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Quelle: FN