Galopprennsport: Mehrere Pferde positiv auf Koffein getestet

In Swoop siegt unter R. Thomas im IDEE 151. Deutschen Derby, Gr.1

In Swoop wurde seinem Namen – zu Deutsch: Im Sturzflug – voll gerecht und gewann das Deutsche Galoppderby mit einer dreiviertel Länge Vorsprung. (© Marc Ruehl)

Mitte Juli fand das Deutsche Derby in Hamburg statt, das wichtigste und höchstdotierte deutsche Rennen im Galoppsport. Nun ist der drittplatzierte Hengst Grocer Jack nachträglich disqualifiziert worden. Der Grund: Er ist – wie weitere Pferde auch – positiv auf Koffein getestet worden.

Insgesamt hat der Dachverband Deutscher Galopp fünf Pferden wegen positiver Tests auf Koffein ihre Siege, Platzierungen und Preisgelder aberkannt. Darunter auch Grocer Jack, der beim 151. Hamburger Derby auf den dritten Rang galoppierte. Die 78.000 Euro Preisgeld gehen damit an Kasper vom Gestüt Röttgen, der eigentlich Vierter wurde.

In einer Pressemitteilung von Deutscher Galopp e.V. heißt es: „Nach der Entnahme von Proben am 3. Juli in Mannheim sowie am 11. und 12. Juli in Hamburg sind folgende Pferde positiv auf Koffein getestet worden: Medaillon, Roxalagu, Soyeux, Almata und Grocer Jack.“ Schuld sei höchstwahrscheinlich eine verunreinigte Tranche eines Futtermittels, das alle der positiv getesteten Pferde gefressen hatten. Der Hersteller des Futters habe bestätigt, dass sich darin ein Koffein-Anteil befand. Daher dürfen die betroffenen Pferde auch schon innerhalb der üblichen Sechs-Wochen-Sperrfrist wieder an Rennen teilnehmen. Die Disqualifikation für die Rennen bleibt allerdings bestehen.

Dr. Michael Vesper, Präsident von Deutscher Galopp, erklärt: „Die Entscheidung war im Sinne des Fairplay geboten. Selbstverständlich bleibt es bei unserer Null-Toleranz-Politik gegenüber Doping: Die Pferde, die nach ihren Rennen im Juli positiv auf Koffein getestet wurden, sind disqualifiziert worden und aus den Ergebnislisten gestrichen. Allerdings steht mittlerweile fest, dass die Kontamination auf eine Verunreinigung des Futtermittels zurückgeht, die der Hersteller nachträglich eingeräumt hat. Weder Besitzer noch Trainer konnten davon wissen, ihnen kann daher weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit unterstellt werden. In dieser Situation ist es nur fair, den Pferden die Chance auf einen Start einzuräumen, falls ein weiterer Dopingtest negativ ausfällt.“

Apfeltrester = Doping?

Bereits am 24. Juli warnte der Dachverband zudem vor Futtermitteln, in denen Apfeltrester, also die Pressrückstände bei der Herstellung von Apfelsaft, enthalten sind. „In den vergangenen Tagen gab es bei mehreren Pferden positive Tests auf verbotene Substanzen. Gefunden wurde die verbotene Substanz Koffein“, so Deutscher Galopp. Weiterhin hieß es: „Dies wird nach aktuellem Recherchestand möglicherweise von Apfeltrester ausgelöst, der in manchen Futtermitteln enthalten ist und zu Koffein verstoffwechselt werden kann.“

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