Götborg: Para-EM mit neuen Grades und neuen Aufgaben

Steffen Zeibig auf Feel Good, Siebter bei den Weltreiterspielen 2014 in der Normandie.

Steffen Zeibig auf Feel Good bei den Weltreiterspielen 2014 in der Normandie. (© Pauline von Hardenberg)

Saisonhöhepunkt für die Reiter mit Behinderung werden die Europameisterschaften im schwedischen Göteborg. In diesem Jahr wird es einige Neuerungen geben.

Seit Januar gelten neue Grades im Para-Dressursport. Die Grades ordnen die Athleten je nach Grad ihrer Behinderung in verschiedene Klassen ein, so dass ein fairer Wettkampf möglich ist. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben richtet sich dann nach dem jeweiligen Grade. Bisher gab es vier bzw. eigentlich fünf Grades, da Grade I für die Menschen mit schwerwiegendsten Beeinträchtigungen noch ein mal in Ia und Ib unterteilt war. Seit Januar ist aus Ia und Ib nun I und II geworden. Wer bislang in Grade II geritten ist, reitet nun in Grade III. Aus Grade III wurde Grade IV und aus Grade IV jetzt Grade V.

Neue Aufgaben

Auch die Aufgaben sind verändert worden. Mitte Februar sind die Mitglieder des Bundeskaders zu einem Lehrgang in Warendorf zusammengetroffen – teilweise mit neuen Pferden – und haben die neuen Aufgaben durchgeritten. Equipechefin Britta Bando war ebenfalls dabei und schildert ihre Eindrücke: „Die Aufgaben sind sehr viel technischer geworden und sind insgesamt schwerer zu reiten. In Grade V wird zum Beispiel die Folge ‚Galopp – auf der Mittellinie halten – Rückwärtsrichten- daraus versammelter Trab – vor den Richtern halten‘ verlangt, wie beim Nürnberger Burg-Pokal“, so Britta Bando. „Insgesamt wird mehr Wert auf Durchlässigkeit gelegt, viele Übergänge, viele Volten und Wendungen, bei denen besonders auf Stellung und Biegung geachtet wird.“ Dementsprechend müssten die Reiter nun auch ihre Küren umstellen.

Der Weg zur EM

Wer zur EM nach Göteborg will, muss sich bei drei Sichtungen beweisen. Die erste findet im Rahmen des Mannheimer Maimarktturnieres vom 5. bis 9. Mai statt. Dann folgt die Deutsche Meisterschaft auf Gestüt Bonhomme vom 15. bis 18. Juni und schließlich der internationale CPEDI3* in Überherrn, Saarland, vom 7. bis 9. Juli. Danach wird eine Shortlist der EM-Kandidaten bekannt gegeben. Die treffen sich dann samt des Ersatzpaares am 17. August zu einem Vorbereitungslehrgang in Luhmühlen.

Einige Para-Dressurreiter starten bereits am kommenden Wochenende in die Turniersaison. Zusammen mit den besten Dressur- und Springreitern der Welt starten sie in Doha, Qatar. Mit dabei sind drei der Mannschaftssilbermedaillengewinner der Paralympics in Rio: Alina Rosenberg mit Nea’s Daboun (Grade II), Elke Philipp auf ihrer Nachwuchshoffnung Fürst Sinclair (Grade I) und Steffen Zeibig mit Feel Good (Grade III), mit der er in Rio zusätzlich zur Silbermedaille mit dem Team auch noch Bronze in der Kür geholt hatte.

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