Leipzig: Bram Chardon fährt Boyd Exell davon

Pferdesport-Fahren

Bram Chardon ließ in Leipzig den bis dato ungeschlagenen Boyd Exell hinter sich. (© www.toffi-images.de)

Spannend bis zum letzten Hindernis blieb die FEI Weltcup-Wertungsprüfung der Vierspänner in Leipzig. Am Ende behielt der Niederländer Bram Chardon die Nase vorn.

Nur Bram Chardon gelang im Stechen eine strafpunktfreie Runde. 140,49 Sekunden bedeuteten den Sieg. Der als letzter Starter eingefahrene Boyd Exell musste sich nach einem Abwurf am letzten Hindernis mit Platz zwei zufrieden geben. Bis dahin hatte der Favorit aus Australien die Nase vorn. Vier Strafsekunden eingerechnet, standen am Ende 142,18 Sekunden auf der Anzeigetafel. Er musste seinem schärfsten Rivalen aus den Niederlanden den Vortritt lassen.

Leipzig war die letzte der neun Stationen, bei denen die Vierspänner um Punkte für das Finale kämpften. Fünfmal hieß der Sieger Boyd Exell. Mit 30 Punkten führt er die Rankingliste an, beim Finale am 07. bis 09. Februar in Bordeaux geht es jedoch für alle Fahrer bei null los. Im vorigen Jahr gewann Bram Chardon in Bordeaux, Boyd Exell erreichte nur Platz sechs.

Super Stimmung in der Leipziger Messe

Die Prüfung für die Vierspänner in Leipzig fühlt sich schon ein bisschen an wie ein Finale. Die Begeisterung der Zuschauer kann kaum größer sein. Jedes Gespann wird frenetisch angefeuert. Während der abschließenden Siegerehrung sind die Zuschauer schier aus dem Häuschen, wenn die Fahrer ihnen noch einmal mit rasanten Fahrten eine kleine Kostprobe ihres fahrerischen Könnens liefern.

Spannend der Zweikampf zwischen dem Weltmeister Boyd Exell und dem Europameister Bram Chardon, nicht minder risikofreudig aber auch die Vorstellungen der anderen Fahrer. Als erster Starter im Stechen hatte sich mit Koos de Ronde ebenfalls ein Niederländer aus dem Umlauf qualifiziert. Nach einem Abwurf standen schlussendlich 155,07 Sekunden für ihn im Protokoll, Platz drei.

Ijsbrand Chardon, seit 30 Jahren einer der Besten auf dem Kutschbock der Vierspänner, muss sich inzwischen immer öfter hinter seinem Sohn Bram einreihen. „Ich bin viel aufgeregter, wenn ich Bram zugucke, als wenn ich selbst fahre“, gibt er zu. In Leipzig vergaß er vielleicht deshalb eine Durchfahrt in einem der Geländehindernisse, kassierte Strafpunkte für das korrigierte Verfahren und belegte so den letzten Platz in dem achtköpfigen Starterfeld. Die Fahrkarte für das Finale in Bordeaux hatte er schon vorher sicher, mit 24 Punkten rangiert er auf Platz drei zusammen mit seinem Teamkollegen Koos de Ronde.

Spannendes Finale in Bordeaux – aber ohne Deutsche

Der Wettkampf ums Finale wird sicher mega spannend! Derzeit sieht es an der Spitze nach einem Zweikampf zwischen dem vierfachen Weltmeister Boyd Exell und dem amtierenden Europameister Bram Chardon aus. Wer die beiden Fahrer schon erlebt hat, weiß, dass es kaum besseren Fahrsport geben kann. Und nicht zu vergessen: Ijsbrand Chardon ist auch noch dabei. Zwar mit 59 Jahren der Senior, seit dreißig Jahren im Spitzensport ist er eine fahrende Legende, hochdekoriert mit sieben Goldmedaillen, drei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille. „Er ist hochmotiviert“, warnt Bram die Kollegen vor seinem Vater.

Eine erfreuliche Leistungssteigerung zur Einlaufprüfung am Freitag konnte der einzige deutsche Teilnehmer, Georg von Stein aus Modautal verzeichnen. Mit 179,07 Sekunden platzierte er sich auf dem fünften Platz. In Bordeaux wird er nicht dabei sein, er fuhr in Leipzig mit einer Wild-Card. Ebenfalls nicht dabei sein wird Mareike Harm, die sich als erste Frau an den Leinen überhaupt für die Weltcup-Tour qualifiziert hatte. Nach einem hoffnungsvollen Auftakt in Maastricht im November konnte sie an diese Leistung nicht anknüpfen und verzichtete auf eine weitere Teilnahme an den Weltcup-Prüfungen.

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