Nach 22 toten Pferden in zehn Wochen zieht Rennbahnleitung in Santa Anita Konsequenzen

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Featurebild Galopprennen

Seitdem auf der Rennbahn Santa Anita in Arcadia, Kalifornien, die Rennsaison am 26. Dezember 2018 eröffnet wurde, kamen 22 Pferde ums Leben. Am 5. März hat die Rennleitung den Rennbetrieb gestoppt. Nun gibt es einen offenen Brief mit den Ergebnissen der Untersuchungen.

In einem offenen Brief „über die Zukunft des Vollblutrennsports in Kalifornien“ wendet sich die Stronach Group als Veranstalterin der Rennen im Santa Anita Park a die Öffentlichkeit. Der Brief beginnt mit den Worten:

„Was in den vergangenen Wochen in Santa Anita passiert ist, ist mehr als herzzerreißend. Es ist inakzeptabel gegenüber der Öffentlichkeit und – für uns als Menschen, die Pferde von Herzen lieben – für jeden bei der Stronach Gruppe und in Santa Anita.“

USA hinken internationalen Standards hinterher

Wenn der Sport für die kommenden Generationen erhalten werden solle, müsse man die Standards heraufsetzen. Die Verfasserin des offenen Briefes, Belinda Stronach, fährt fort: „Heute gebe ich gebe ich bekannt, dass die Stronach Gruppe den noch nie dagewesenen Schritt macht, eine Null-Toleranz-Grenze für Medikation am Renntag im Santa Anita Park und den Golden Gate Fields einzuführen. Diese Rennbahnen werden die ersten in Nordamerika sein, die den strengen Standards der ,International Federation of Horseracing Authorities‘ (IFHA) folgen.“

Die Stronach Gruppe sei schon immer ein Verfechter dieser Maßnahme gewesen und werde nun nicht länger darauf warten, dass die gesamte Industrie sich zusammentut, um diese Veränderungen geschlossen einzuführen. Man werde auch nicht auf die Genehmigung warten. „Wir beziehen Stellung!“

Dafür werde man nun sämtliche Medikationsregeln überarbeiten. Dazu gehöre zum Beispiel das Verbot von Lasix. Das ist ein höchst umstrittenes Medikament, das routinemäßig eingesetzt wird, um Lungenblutungen zu verhindern.

Der Gebrauch der schmerzstillenden und entzündungshemmenden NSAIDs soll ebenso strenger reglementiert werden wie Gelenkspritzen, Stoßwellentherapie und anabole Steroide.

Weitere Maßnahmen sind: völlige Transparenz aller tierärztlichen Behandlungen, deutlich mehr Tests außerhalb der Renntage, Verlängerung der Anwesenheitspflicht für Rennpferde am Renntag vor dem Rennen und im Training dürfen Pferde nur mit erlaubten Medikamenten auf Basis der Diagnose eines qualifizierten Tierarztes behandelt werden.

Darüber hinaus werde es Zeit, sich um die wachsende Besorgnis in Bezug auf den Einsatz von Peitschen zu kümmern. Sie sollten nur als korrigierende Sicherheitsmaßnahme eingesetzt werden.

Überprüfung der Böden

Schon zuvor habe man Experten von Außerhalb angeheuert, die sich die Böden der Rennbahnen anschauen und sie überprüfen. Die oben genannten Maßnahmen werde man zusätzlich treffen. Das Ziel sei es, die sichersten Böden der Welt zu schaffen.

Man sei weiterhin im täglichen Austausch mit den zuständigen Personen der Rennindustrie. „Aber machen Sie keinen Fehler: Diese Veränderungen werden umgesetzt. Die Zeiten, in denen diskutiert wurde, ,Warum‘ diese Verbesserungen notwendig sind, sind vorbei. Das einzige, was noch diskutiert werden muss, ist das ,Wie‘.“

Den gesamten offenen Brief finden Sie hier.

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