Nationale Ranglisten 2018: Schneider, Ehning und Dibowski an der Spitze

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Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. beim Weltcup-Turnier 2017 in Salzburg. (© Daniel Kaiser)

Dorothee Schneider, Marcus Ehning und Andreas Dibowski führen die nationalen Ranglisten für die zurückliegende Turniersaison 2018 an. Damit gibt es in allen drei Disziplinen einen neuen Spitzenreiter im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) veröffentlicht einmal jährlich eine nationale Rangliste für Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Hierfür gelten jeweils die Ergebnise der zurückliegenden Turniersaison, in diesem Fall also vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018. Ausschlaggebend sind die Rangglistenpunkte, welche die Reiter innerhalb des vergangenen Jahres gesammelt haben.

Dressur

Mehr als zehn Jahre lang hatte es in der Dressur kein Vorbeikommen an Isabell Werth gegeben. Nun setzte sich erstmals Dorothee Schneider mit insgesamt 145.174 Ranglistenpunkten gegen die amtierende Weltmeisterin durch – zumindest auf nationaler Ebene. Auf der internationalen Weltrangliste der FEI, die monatlich aktualisiert wird, sind auch weiterhin Isabell Werth und Weihegold in Pole-Position. Dorothee Schneider zählte mit Sammy Davis Jr. in diesem Jahr nicht nur zur Gold-Mannschaft in Tryon, sondern war auch mit ihren Nachwuchspferden hoch erfolgreich. Mit First Romance und Lionella vom Rosencarree konnte sie beispielsweise gleich zwei Pferde für das nächste Woche stattfindende Finale des Nürnberger Burg-Pokals 2018 qualifizieren.

Mit 135.430 Punkten belegt Isabell Werth somit auf der nationalen Rangliste 2018 Platz zwei. Die Liste ihrer Erfolge ist mittlerweile wohl so lang, dass man damit ein ganzes Buch füllen könnte. Genau das hat Autorin Evi Simeoni in ihrer Isabell Werth-Biographie „Vier Beine tragen meine Seele“ im übrigen auch getan. Im St.GEORG 11/2018 haben wir exklusiv einige Auszüge aus dem Buch veröffentlicht.

Einen großen Sprung nach vorn hat Jessica von Bredow-Werndl (die sich übrigens erst gestern in Genf auf Dalera BB gegen Isabell Werth und Emilio durchsetzen konnte) gemacht. Sie rückte mit 108.631 Punkten von Platz zehn auf Platz drei vor. Damit verdrängt sie die Vorjahres-Dritte Fabienne Müller-Lütkemeier auf Rang vier.

Die Top Ten in der Übersicht:

1. Dorothee Schneider (Framersheim), 145.174 Ranglistenpunkte
2. Isabell Werth (Rheinberg), 135.430
3. Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen), 108.631
4. Fabienne Müller-Lütkemeier (Paderborn), 65.140
5. Uwe Schwanz (Grub), 49382
6. Benjamin Werndl (Aubenhausen), 48.539
7. Bettina Schulte-Übermühlen (Apen), 45.775
8. Kathleen Keller (Hamburg), 41.197
9. Heiner Schiergen (Krefeld), 40.193
10. Sönke Rothenberger (Bad Homburg), 39.912

Springen

Felix Hassmann, der Führende aus dem Vorjahr, musste seine Position in diesem Jahr an Marcus Ehning abgeben. Ganze 257.545 Ranglistenpunkte konnte der WM-Mannschaftsbronzemedaillengewinner in den letzten zwölf Monaten erreiten. Seinen zweiten Platz verteidigte Daniel Deußer, der sich zwar gegen den deutschen Championatskader entschieden hat und daher auch nicht bei der WM am Start war, dafür aber momentan unter anderem im Weltcup von Sieg zu Sieg reitet. Dritter ist Felix Haßmann, vor Christian Ahlmann und Philipp Weishaupt.

Ganz knapp an der Top 10 vorbeigeschrammt ist Weltmeisterin Simone Blum. Sie verbesserte sich von Platz 26 auf Platz elf. Dafür hat es Michael Jung unter die besten zehn geschafft, der damit einmal mehr seine Vielseitigkeit im wahrsten Sinne des Wortes unter Beweis stellt.

Die Top Ten in der Übersicht:

1. Marcus Ehning (Borken), 257.545
2. Daniel Deusser (Rijmenam/BEL), 199.451
3. Felix Haßmann (Lienen), 187.348
4. Christian Ahlmann (Marl), 147.757
5. Philipp Weishaupt (Hörstel), 125.063
6. Janne-Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg),103.397
7. Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen), 945.85
8. Charlotte Bettendorf (Junglinster/LUX), 90.265
9. Michael Jung (Horb), 85.735
10. Christian Kukuk (Hörstel), 78.835

Vielseitigkeit

Andreas Dibowski führt die nationale Rangliste 2018 bei den Vielseitigkeitsreitern an. Der 52-Jährige hat momentan eine ganze Truppe von Drei- und Vier-Sterne-Pferden im Stall stehen und sammelte entsprechend viele Punkte. So wie die zweitplatzierte Julia Krajewski zählte er außerdem zu dem Team, dass die deutschen Farben in Tryon vertreten durfte. Ebenfalls auf das Podium hat es die WM-Dritte Ingrid Klimke geschafft. Wie Kollege Michael Jung gehört sie zu denjenigen Reitern, die sich nicht auf eine Disziplin festgelegt haben. Allerdings ist die Reitmeisterin zusätzlich vor allem im Dressurviereck erfolgreich unterwegs. Auf der entsprechenden Rangliste belegt sie daher Platz elf. Vierter in der Vielseitigkeit ist Michael Jung, der nach einer Verletzungspause dieses Wochenende sein Turnier-Comeback feiert.

Die Top Ten in der Übersicht:

1. Andreas Dibowski (Döhle), 27.938
2. Julia Krajewski (Warendorf), 20.057
3. Ingrid Klimke (Münster), 19.812
4. Michael Jung (Horb), 17.665
5. Andreas Ostholt (Warendorf), 13.585
6. Jörg Kurbel (Rüsselsheim), 8.662
7. Kai Rüder (Blieschendorf), 7.910
8. Christoph Wahler (Warendorf), 7.426
9. Felix Etzel (Warendorf), 7.075
10. Peter Thomsen (Lindewitt), 6.910

Die kompletten Ranglisten der FN  für Dressur, Springen und Vielseitigkeit finden Sie hier.

  1. Horst Müller

    Anmerkung für den Bereich der Vielseitigkeit.

    Die FN erläutert auch noch einmal die nationalen Ranglisten

    https://www.pferd-aktuell.de/fn/newsticker/sport/nationale-reiter-ranglisten-2018

    Interessant ist dort der Hinweis auf die Übersicht zur Errechnung der Ranglistenpunkte.

    Das Streichergebnis in der WM-Mannschaft auf Platz 5 bekommt danach noch 3.000 Ranglistenpunkte angerechnet.

    Um 3.000 Ranglistenpunkte zu erreichen, müsste man z.B. 13 mal eine Einsterneprüfung gewinnen.

    Dieses Mannschaftsbewertungssystem legt die FEI bzw. der WBFSH nicht zugrunde.
    Dort werden nur anrechenbare, selbst erbrachte Leistungen, angerechnet.

    Kann es sein, dass die „nichtanrechenbaren Leistungen“ eines Mannschaftsreiters besser gestellt werden als z.B. 13 Siege im CIC*?

    Die Deutsche Reiterliche Vereinigung verteilt offensichtlich gern Geschenke, ob gerecht oder ungerecht, darüber mag jeder selbst befinden.

    Würde der WBFSH auch so verfahren, gäbe es „Zuchtweltmeister“, die gar keine wären, da keine Leistungen erbracht worden sind!

    Dieses System funktioniert offensichtlich nur bei „Deutschen Reitern“, wie es die Vergangenheit schon bei „Doppelmannschaftsolympiasiegern“ zeigt, die nie zu anrechenbaren Ergebnissen beigetragen hatten.

    Gut, es ist jetzt Einhalt geboten worden, gibt es keine Streichergebnisse mehr und die Olympiamannschaft besteht zukünftig nur noch aus drei Reitern.


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