Preis der Besten 2021: Das sind die Sieger!

Rose Oatley

Rose Oatley und Daddy Moon, hier bei der DJM 2020 in Riesenbeck. (© Mirka Nilkens)

Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Voltigieren – in vier Disziplinen trat der Nachwuchs am letzten Wochenende in Warendorf gegeneinander an. Wer konnte beim Preis der Besten in diesem Jahr ganz vorne mitmischen?

Neben den Deutschen Jugendmeisterschaften ist der Preis der Besten der wichtigste Termin im nationalen Turnierkalender für die Altersklassen Children (U14), Ponys (U16), Junioren (U18) und Junge Reiter (U21). Wer in Warendorf reiten oder voltigieren darf, gehört zu den talentiertesten Nachwuchssportlern im Land. Auch die Bundestrainer schauen hier ganz genau hin, welche Paare sich im Hinblick auf die kommenden Championate besonders gut in Szene setzen können. 2020 musste die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Umso größer waren die Vorfreude und Motivation in diesem Jahr!

Dressur

Im Dressurviereck gab es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Namen: Clara Paschertz, Rose Oatley, Lucie-Anouk Baumgürtel und Luca Sophia Collin durften am Ende mit einer goldenen Schleife nach Hause fahren. Alle vier jungen Damen können bereits Championatserfahrung vorweisen.

Bei den Children – also den U14-Reitern auf Großpferden – setzte sich Clara Paschertz auf dem achtjährigen Oldenburger Danubio gegen die Konkurrenz durch. Schon 2020 zählten die beiden zur Children-Mannschaft, die bei der EM in Ungarn die Goldmedaille holte und gewannen in der Einzelwertung zudem Silber. Für die 14-Jährige ist es die letzte Saison bei den Children. Platz zwei ging an die ein Jahr jüngere Martha Raupach und den erst siebenjährigen KWPN-Wallach Jack Sparrow. Lara Lattermann und Soleil de la coeur H sicherten sich Bronze.

Gleich in zwei Altersklassen am Start war Rose Oatley, die Tochter der australischen Olympiareiterin Kristy Oatley. Bei den Ponys hatte die 14-Jährige ihren bewährten Daddy Moon gesattelt, mit dem sie bei der EM 2020 Mannschaftsgold und Einzelbronze gewann und auch amtierende Deutsche Meisterin ist. In Warendorf setzte sie sich gegen ihre EM-Teamkollegin Antonia Roth mit Daily Pleasure sowie Julie Sofie Schmitz-Heinen mit Carleo Go durch, die wiederum zum ersten Mal beim Preis der Besten dabei war.

Zu den besten Nachwuchs-Dressurreiterinnen in Deutschland zählt zweifelsohne Lucie-Anouk Baumgürtel. Die mehrfache Pony-Europameisterin ist inzwischen 17 Jahre alt und tritt nun bei den Junioren an. Auf dem Spielberg-Sohn Hugo konnte sie sich beide Wertungsprüfungen und damit auch den Gesamtsieg sichern. Auch mit ihrem zweiten Pferd Farlana hätte Lucie-Anouk es in die Medaillenränge geschafft, allerdings wird nur eine Reiter-Pferd-Kombination gewertet. Rang zwei ging damit an die championatserfahrene Jana Lang auf Baron vor Rose Oatley, die auf dem Vize-Bundeschampion Rock Revolution ihren gelungenen Einstand bei den Junioren feierte.

Bei den Jungen Reitern siegte ebenfalls ein Paar, das bereits EM-Medaillen vorweisen kann: Luca Sophia Collin und Descolari. Die 19-Jährige stand auch bei den Deutschen Meisterschaften schon ganz oben auf dem Treppchen. „Wir wissen, dass wir sehr priviligiert sind, weil wir gerade Turniere reiten dürfen und es war sowohl für mich als auch für mein Pferd toll, mal wieder rauszukommen“, so die Siegerin, die aktuell eine Ausbildung zur Pferdewirtin absolviert. Zweite wurde Elisabeth von Wulffen mit Fiesta Bonita vor Helena Schmitz-Morkramer und DSP Lifestyle.

Springen

Schon am Samstag fielen die ersten Entscheidungen im Parcours. Naomi Himmelreich siegte bei den Children, Hanna Schreder gewann Gold bei den Junioren (St.GEORG online hat berichtet).

Nach Platz acht in der ersten Wertung und dem Sieg im Finale triumphierten Lisa Marie Janßen und Nashville B bei den Ponys. Punktemäßig gleichauf, allerdings im Finale „nur“ Fünfte, waren Franca Clementine Kröly und Karim van Orchid, die damit am Ende den Silberrang belegten. Mit dem Ponyhengst hat die 13-Jährige einen routinierten Partner unter dem Sattel. Unter seiner vorherigen Reiterin Johanna Beckmann war Karim van Orchid bereits Deutscher Meister und nahm mehrfach an den Pony-Europameisterschaften teil. Die Bronzemedaille ging an Lara Tönnissen und Clarissa NRW.

Mit einer rasanten Runde im Finale sicherten sich Maren Hoffmann und Goldquelle den Titel bei den Jungen Reitern. „Goldquelle ist mein absolutes Lieblingspferd bei uns im Stall. Ich reite sie seit sie sechs ist, sie ist eine unheimliche Kämpferin und vor allem sehr grundschnell“, schwärmte die 19-Jährige anschließend. Henrike Ostermann und Air Force One gewannen nach einem zweiten und einem vierten Platz die Silbermedaille. Den beiden Damen den Vor(t)ritt lassen musste Max Haunhorst, der mit Chaccara auf Platz drei sprang.

Vielseitigkeit

Für drei Altersklassen – Children gibt es in der Vielseitigkeit nicht – ging es beim Preis der Besten in den Busch. Über eine ganz besondere Auszeichnung durfte sich außerdem Calvin Böckmann freuen. Der 20-Jährige, der als einziger Reiter bisher in einem Jahr an Europameisterschaften Springen und Vielseitigkeit teilgenommen hat und dem Talentpool der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport angehört, bekam in Warendorf sein Goldenes Reitabzeichen verliehen. Selbst teilnehmen konnte er in diesem Jahr nicht, weil sich seine „Ali“, alias Altair de la Cense, kurz zuvor eine Verletzung zugezogen hatte.

Schon zum zweiten Mal siegte Maya Marie Fernandez bei den Ponys2019 allerdings noch mit Kick, dieses Mal saß sie auf Maruto. Mit einer Nullrunde im abschließenden Springen setzten sich die beiden an die Spitze. Ella Krüger und Golden Grove Simon konnten nach einem achten Platz in der Dressur dank der drittschnellsten Geländerunde sogar zwischenzeitlich in Führung gehen. Ein Abwurf im Parcours bescherte den beiden schließlich Silber. Platz drei ging an Antonia Fulst mit Fernet.

Nur zwölf Paare waren bei den Junioren am Start. Ihr Dressurergebnis konnten der 17-jährige Nane Nikolaus Dehn und Zilia D ins Ziel bringen – damit war den beiden der Sieg nicht zu nehmen. Exakt die gleiche Punktzahl erreichte Sophia Rössel mit Exclusive. Weil sie aber im Gelände etwas langsamer unterwegs war, musste sie schlussendlich mit Silber vorliebnehmen. Wie schon bei de DJM, ging die Bronzemedaille an Kaya Thomsen, die das Olympiapferd ihres Vaters Peter, Barny, gesattelt hatte. Mit ihrem zweiten Pferd Caspar wurde sie darüber hinaus Fünfte.

Ebenfalls gleich zwei Eisen im Feuer hatte die Doppel-Europameisterin und amtierende Deutsche Meisterin Anna Lena Schaaf. Auf Fairytale landete sie in Warendorf bei den Jungen Reitern ganz oben auf dem Treppchen, mit deren Tochter Debby wurde sie zudem Zweite. „Fairytale als die abgeklärtere und rittigere der beiden kam die Strecke hier in Warendorf mit den vielen Wendungen etwas mehr entgegen“, erklärte die 19-Jährige. Die Silbermedaille ging an Paula Reinstorf und Ilara W, die sich von Platz 13 nach der Dressur kontinuierlich nach vorne arbeiten konnten. Ben Philip Knaak mit Let’s Go gewann Bronze.

Voltigieren

Gleich sechs Titel wurden bei den Voltigierern vergeben, die ihre Wettbewerbe in der Springhalle des DOKR austrugen.

Bei den Gruppen siegte der VV Ingelsberg aus Bayern, der mit Longenführerin Michelle Arcori und dem 14-jährigen Wallach Elias antrat. In der Gesamtwertung setzten sie sich gegen die Hamburger vom Team HWR Junior mit Hendrik Brühl an der Longe von Diavolo Of Farms End durch. Das Juniorteam des VV Köln-Dünnwald landete mit Longenführerin Alexandra Knauf und Highlight auf Rang drei.

Beste bei den Damen war Paula Waskowiak vom Landesverband Westfalen. Die 16-Jährige voltigierte auf Paint Ball an der Longe von Tabea Struck und sammelte nach insgesamt vier Umläufen (jeweils zweimal Pflicht und Kür) die meisten Punkte. Laura Seemüller (Longe: Alexander Zebrak/Pferd: For Ever) holte Silber vor Gianna Ronca (Ines Nawroth/ Eldorado van’t Gestelhof).

Auch bei den Herren siegte mit Philip Goroncy ein Athlet vom Landesverband Westfalen. Der 18-Jährige wurde von Antje Döhnert an der Longe von Hendrikx unterstützt. Platz zwei ging an den 16-jährigen Bela Lehnen der passen zu seinem Pferd Formel 1 d.C. (Longe: Alexandra Knauf) eine Niki-Lauda-Kür zeigte. Simon Stolz aus Mainz wurde mit Happy Dancer und Longenführerin Alexandra Dietrich Dritter.

Im Pas-de-Deux gewannen Liesbeth Erna Fraatz und Finn Gallrein aus Berlin-Brandenburg, die mit ihrem Pferd DSP Sir Laulau und Longenführer Hendrik Falk Bestleistungen lieferten. Lily Warren und Arne Heers, nach dem ersten Durchgang noch in Führung, landeten mit Pferd Capitano und Longenführer Sven Henze auf Platz zwei. Dritte wurden Sina Seiderer und Simon Stolz vom Landesverband Rheinland-Pfalz (Alexandra Dietrich/ Celebration).

Zum ersten Mal fand im Rahmen des Preis der Besten eine Pilotprüfung-U21 statt, gefördert durch die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Die drei Erstplatzierten erhalten jeweils ein Stipendium in Höhe von 1.000 Euro. Der Sieg ging nach drei Durchgängen an Kathrin Meyer aus Schleswig-Holstein, deren Pferd San Classico an der Longe ihrer Mutter Sonja Meyer lief. Die 20-Jährige turnt auch für das Team Fredenbeck. Sema Hornberg vom Landesverband Bayern (Alexander Zebrak/ Aragorn) holte Silber vor Alice Layher (Andrea Blatz/ Bigstar).

Auch im „Preis der Zukunft“ wird von der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport ein Stipendium an die besten drei Teilnehmer vergeben. Souverän siegte Mirja Luise Krohne vom Team Fredenbeck mit ihrem Pferd Ceto, longiert von Gesa Bührig. Für die Zwölfjährige war es der erste Einzelstart überhaupt. Zweite wurde Leni Vogel (Tanja Schultz/Dragon) vor Lilli Klein (Annerose Dobler/ Imbir).

Alle Ergebnisse vom Preis der Besten finden Sie hier.