Preis der Besten: Die Stars von morgen

Symbolfoto Preis der Besten

(© www.toffi-images.de)

In Warendorf traten Deutschlands Nachwuchshoffnungen beim Preis der Besten an. Es gab Wiederholungstäter und neue Gesichter auf dem Podium.

Dressur
Im Dressurviereck konnte Semmieke Rothenberger im Sattel von Dissertation ihren Vorjahressieg bei den Jungen Reitern wiederholen. Das Paar kam in beiden Wertungsprüfungen über 77 Prozent. „Ich bin super glücklich, wie Daisy sich hier gezeigt hat und bin sehr zufrieden mit unseren beiden Runden“, sagte Semmieke Rothenberger. Am Ende standen 154,237 Prozentpunkte auf ihrem Konto. Damit verwies sie Lia Welschof mit Linus K (148,263 Prozent) und Alexa Westendarp auf der achtjährigen, selbstgezüchteten Stute Four Seasons (146,52) auf die Plätze.
Im Lager der Dressurponys wurde ein neuer Shootingstar gefeiert: Antonia Busch-Kuffner und Daily Pleasure. Die beiden siegten souverän in beiden Wertungsprüfungen und entscheiden den Wettbewerb mit 149,528 Prozent insgesamt für sich. Zweite wurde Rose Oatley mit Daddy Moon (146,839). Auf Platz drei landete Johanna Kullmann mit Champ of Class (145,11). „Rose ist erst elf Jahre alt, sie hat vor acht Wochen ihre erste FEI-Aufgabe geritten und sich toll entwickelt. Das Gleiche gilt für Antonia. Sie hat von 2018 auf 2019 wahre Quantensprünge gemacht. Natürlich reiten die Mädchen gute Ponies, aber es ist bemerkenswert, wie stark die Kinder sich reiterlich entwickeln“, zeigte sich Pony-Bundestrainerin Cornelia Endres begeistert. Sie sei generell sehr angetan von den Leistungen beim Preis der Besten: „Es ist erfreulich, dass viele junge, starke Paare nachkommen. Wir haben einen guten Nachwuchs in der Pony-Dressur und sind auch in Quantität gut aufgestellt. Für die Future Champions in Hagen und für die Europameisterschaft haben wir mehr gute Paare als Startplätze und die Paare liegen dicht beieinander, da müssen wir sehr gut abwägen.“
Bei den U14-Reitern wurde Alegra Schmitz-Morkramer mit Lavissaro zur Siegerin gekürt. 150,305 Prozent insgesamt lautete das Endergebnis der beiden. Lisa Steisslinger und Havanna Negra (145) sowie Clara Paschertz und Belvedere (141) folgten auf den Plätzen.
Valentina Pistner und Flamboyant sicherten sich Platz eins bei den U18-Reitern mit 145,134 Punkten. „Uns hat im vergangenen Jahr an manchen Stellen noch ein bisschen die Ruhe gefehlt, das haben wir jetzt verbessert“, erklärte die 16-Jährige ihr Training in den Wintermonaten. Sie hat auch ein Glücksritual vor dem Start: „Wir geben Flamboyant vor der Prüfung immer einen Kuss, das hat sich bewährt und ist ein Ritual geworden.“ Ein Prozentpunkt trennt sie von Lucie-Anouk Baumgürtel auf Sweetheart (144,375), die letztes Jahr noch bei der Pony-EM am Start war. Anna Middelberg gewann auf Blickfang HC die Bronzemedaille.

Springen
In der Altersklasse der Children mussten sich die Reiter bis 14 Jahre in einer Springprüfung der Klasse M* beweisen. Am besten gelang das Mikka Roth auf Atthina, der Freya Sophie Langhans mit Curt und Tjade Carstensen mit Fiesta van de Mullegracht auf die Plätze verwies. „Atthina ist top in Schuss und springt im Moment sehr gut. Ich habe einfach ein super Gefühl gehabt“, so der Sieger.
Matthis Westendarp auf Stalido hieß der Sieger in der U18-Altersklasse. Beeke Carstensen und Carentina sowie Sönke Fallenberg und Vescovino gewannen Silber und Bronze.
Bei den Ponyspringreiter konnte Mentos Junior wie schon im Vorjahr zum Sieg galoppieren, 2018 saß noch Lisa Schulze Topphoff in seinem Sattel. Dieses Jahr trug er Johannes Beeken zu Ruhm und Ehre. „Mentos ist einfach das beste Pony. Er ist ehrgeizig, loyal und einfach toll“, schwärmte der U16-Reiter. Die beiden hatten in der ersten Wertungsprüfung Rang vier belegt, in der zweiten Wertung, einer Ponyspringprüfung der Klasse M*, wurden sie Zweite. Der Silberrang ging an Vorjahressiegerin Bo Chiara Gröning mit Chessy vor Luzie Jüttner auf Orchid‘s Arissia.
Bei den Jungen Reitern war es spannend bis zum Schluss. Nur vier Paare absolvierten den Parcours fehlerfrei: Cedric Wolf, der die erste Wertung für sich entschieden hatte, kassierte zwei Abwürfe, so dass er in der Wertung des Preis der Besten abrutschte. Niklas Betz und Contan waren in der ersten Wertung fehlerfrei und entschieden das finale Springen als letztes Paar im Stechen für sich. Niklas sagte: „Meine Freundin bringt mir unheimlich Glück, immer wenn sie dabei ist, läuft es gut.“ Der 21-Jährige ist seit einiger Zeit Bereiter im Stall Haunhorst in Hagen. Philipp Schulze-Topphoff und der erst achtjährige Wallach Alphajet gewannen die Silbermedaille. Franziska Müller und Maja H wurden Dritte.

Vielseitigkeit
Vielseitigkeitsreiterin Maya Marie Fernandez aus Hessen und ihr Pony Kick sicherten sich Platz eins in ihrer Altersklasse. Nach der Dressur waren die beiden Dritte, rückten aber mit einer Nullrunde in dem von Karl-Heinz Nothofer gebaute Gelände auf den zweiten Platz vor und landete zuletzt trotz eines Abwurfs im Springen an der Spitze des sehr kleinen Starterfeldes mit nur zwölf Paaren. Jette Lakeberg aus Hude landete mit Nadeshi auf Platz zwei vor Charlotte Schulze Zurmussen mit Pascal aus Everwinkel. „Es gibt im Moment einfach wenig Ponyreiter an der Spitze. Dafür es gibt es einige Gründe, beispielsweise der doch höhere Trainings- und Zeitaufwand im Vergleich zu den Spezialdisziplinen. Glücklicherweise kommt aber von unten einiges nach. Wir brauchen dennoch neue Konzepte, um diejenigen, die den Sport ernsthaft betreiben wollen, noch besser zu betreuen“, gab Pony-Bundestrainer Fritz Lutter zu Bedenken.
Der von der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport gestiftete Stilpreis ging an Sophia Rössel und Camillo. Das Paar hatte zwar einen rabenschwarzen Tag in der Dressur erwischt, machte dies aber durch eine schnelle und sichere Runde durch das Warendorfer Gelände wieder wett. In der Gesamtabrechnung wurden sie Sechste.

Bei den Junioren schaffte es nicht der Favorit Calvin Böckmann mit Altair de la Cense ganz nach vorn, sondern Anna Lena Schaaf aus Voerde. Böckmann gewann Silber. Von Anfang an auf Bronze programmiert war Greta Busacker, die im Sattel von Scrabble saß. Das Resümee von Bundestrainerin Julia Krajewski: „Wir haben viele tolle Runden gesehen, aber auch erlebt, dass einige noch etwas damit zu kämpfen haben, dass es jetzt ernst wird in Richtung Europameisterschaften.“ Der Stilpreis ging in dieser Altersklasse an Konstantin Harting mit Cigaline.
Anais Neumann legte mit Pumuckl bei den Jungen Reitern einen Start-Ziel-Sieg hin. Allerdings hatte sie vor ihrem Siegesritt im Gelände noch etwas Pech mit Zweitpferd Inka van de Vrobiehoeve. An einem Graben endete die Reise vorzeitig, die Reiterin musste unfreiwillig aus dem Sattel. Am Sonntagmorgen klappte es mit dem Reiten dann besser als mit dem Gehen. Der Sieg war Teamwork: „Emma Brüssau hat mein Pferd in der Verfassungsprüfung vorgetrabt, die Voltigierer haben mein Bein getapet und die anderen Jungen Reiter haben mir genau erklärt, wie ich im Parcours reiten muss“, berichtete sie. Auf dem Bronzerang landete Brandon Schäfer-Gehrau mit Fräulein Frieda. Der Düsseldorfer, der am DOKR eine Ausbildung zum Pferdewirt absolviert, war einer von zweien, denen eine Nullrunde im Gelände gelang. Zum Abschluss kamen allerdings zwei Abwürfe im Parcours hinzu. Emma Brüssau und Dark Desire wurden für ihren Geländeritt mit dem Stilpreis ausgezeichnet.

Voltigieren
Auch bei den Voltigierern standen die Stars von morgen im Rampenlicht. Die Junioren traten an zur Pflicht und zur Kür. Am besten turnten Mona Pavetic auf Eyecatcher (Damen) und Jannik Liersch auf Elegante (Herren). Im Pas de Deux gelangen die beiden Küren am besten Julian Kögl und Ronja Kähler. Als beste Gruppe trat das Team des RSV Neuss-Grimlinghausen auf Smarti. Den Preis der Zukunft gewann Einzelvoltigiererin Lily Warren auf Capitano.

 

 

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