Vierspännerfahrer Jerome Voutaz sensationell in Leipzig, Georg von Stein enttäuscht

Leipzig – Partner Pferd 2018

Freiberger Power vor dem Wagen von Jerome Voutaz – fünf Sieger bei der Weltcup-Etappe in Leipzig. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Er hat es geschafft! Jerome Voutaz gelang bei der letzten Weltcup-Etappe der Vierspännerfahrer vor dem großen Finale in Bordeaux das, was die meisten vergeblich versuchen: Boyd Exell zu schlagen. Und nicht nur ihm glückte das heute. Weniger glücklich war der einzige Deutsche im „Rennen“.

Mit Jerome Voutaz siegte ein reiner Amateur beim Weltcup Fahren in Leipzig. Der Mechaniker aus der französischen Schweiz ist nicht nur durch seinen Amateurstatus eine Ausnahme unter den Vierspännerfahrern, er hat überdies eine ganz besondere Pferderasse angespannt. Die Freiberger sind eine nicht nur zahlenmäßig kleine Rasse, auch ihre Widerristhöhe ist niedrig. Das bringt ihnen und ihrem Fahrer in den Hindernissen so viele Vorteile, dass die nicht so hohe Grundgeschwindigkeit der Freiberger Ponys dadurch ausgeglichen wird. Neben Ihrer Wendigkeit und Durchlässigkeit begeistern Belle du Peupe, Eva, Folie Des Moulins und Leny mit ihrem großen Fleiß und ihrer unermüdlichen Leistungsbereitschaft. Seit Fohlenalter sind die vier zusammen. 2005 hat Voutaz mit ihnen mit dem Fahrsport begonnen, 2013 wurde er Schweizer Meister. Seit er in den internationalen Fahrsport eingestiegen ist, hat er sich und seine Pferde ständig weiterentwickelt, heute ist er ein ernst zu nehmender Kandidat für den Sieg im Weltcup-Finale.

Bordeaux? Alles ist möglich

Schon im vorigen Jahr war Voutaz nah dran, den amtierenden Weltmeister Boyd Exell in Leipzig zu schlagen. Dieses Jahr ging für ihn ein Traum in Erfüllung. 278,45 Sekunden nach Umlauf und Stechen standen auf der Anzeigetafel, das war nicht zu toppen. Der Belgier Glen Geerts hatte alles gegeben, war im Umlauf auch schneller als Voutaz, leistete sich jedoch im Stechen zwei Abwürfe, somit blieb ihm nur der zweite Platz mit 286,91 Sekunden. Dieser zweite Platz reichte jedoch um ihm einen Startplatz in Bordeaux zu sichern, darüber war der 28jährige Belgier sehr glücklich. „Beim Anblick der Starterliste hatte ich riesigen Respekt, sind doch hier in Leipzig die Besten der Besten am Start. Ich wusste dass ich Erster oder Zweiter werden musste um nach Bordeaux fahren zu können und habe alles riskiert. Jetzt bin ich total happy dass es geklappt hat und freue mich riesig auf das Finale“.

Ungewohnte Platzierung für den Seriensieger Boyd Exell, der mit der drittbesten Zeit ins Stechen gekommen war und diesen Platz auch nicht verbessern konnte. In einem Geländehindernis ein Tor erst im zweiten Anlauf erwischt, fünf Strafsekunden für einen Abwurf am letzten Hindernis summierten sich auf 287,03 Sekunden, Platz drei. Für das Finale im Februar in Bordeaux war er natürlich längst qualifiziert, doch Voutaz wird ihn auch dort mächtig unter Druck setzen.

Frustrierter von Stein

Strahlende Gesichter bei Voutaz und Geerts, ein weniger glücklicher Boyd Exell auf den ersten drei Plätzen, auf Platz vier ein total enttäuschter Georg von Stein. Der einzige deutsche Bewerber in der Weltcup-Saison 2017/2018 erreichte trotz fehlerfreier Runde das Stechen nicht, die gute Platzierung von Glen Geerts katapultierte ihn aus dem Rennen um die Teilnahme am Finale. „Für mich war es eine sehr anstrengende Saison, bei der es am Ende nicht so glücklich gelaufen ist. Eines meiner Pferde hat sich in Mechelen verletzt, ich bekam daraufhin ein anderes von Christoph Sandmann zur Verfügung gestellt. Das hat auch alles gut geklappt, allein am Ende war ich eben nicht schnell genug. Glen hat alles riskiert und die Nase vorn, das muss ich akzeptieren“, berichtet er seinem Kampf um einen Starplatz im Finale. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht, sonst wäre ich auch kein guter Sportler. Zumal es super knapp war!“

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